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Osnabrücker Feuerwehr probt Ernstfall im zugefrorenen Freibad

Die Berufsfeuerwehr Osnabrück probte am Donnerstagnachmittag eine Eisrettung im Moskaubad. | Foto: Stadtwerke Osnabrück / Ann-Katrin Naumceski

Osnabrück – Die Osnabrücker Berufsfeuerwehr rückte am gestrigen Donnerstagnachmittag zu einer nicht alltäglichen Übung zum Moskaubad aus: In den noch zugefrorenen Becken des Traditionsfreibades simulierten die Feuerwehrmänner verschiedene Rettungs- und Hilfsmaßnahmen sowie die medizinische Versorgung von unterkühlten Patienten, um im Ernstfall einen Verunfallten so schnell wie möglich aus dem eisigen Wasser befreien und bestmöglich versorgen zu können.
„Wenn Spaziergänger, Schlittschuhläufer oder Kinder die Warnungen vor dem Betreten von Eisflächen missachten und sich zu früh aufs Eis wagen, kann das zu gefährlichen Unfällen führen, da die Tragfähigkeit der Eisdecke über das Gewässer hinweg stark variieren kann“, warnte Stefan Beermann von der Berufsfeuerwehr Osnabrück. Die Überlebenszeit eines Eingebrochenen betrage häufig unter zwanzig Minuten, weil der Körper im eisigen Wasser sehr schnell auskühle. „Bei einer Eisrettung zählt jede Minute“, erklärte Beermann weiter. „Umso wichtiger ist es, dass wir regelmäßig den Ernstfall proben.“
 

Zugefrorenes Freibad als perfekte Übungsstätte

Foto: Stadtwerke Osnabrück / Ann-Katrin Naumceski


Am gestrigen Donnerstagnachmittag begaben sich deshalb vier von 18 Feuerwehrmännern in dick gefütterten Kälteschutzanzügen in das eiskalte Wasser des Moskaubades, mimten ins Eis eingebrochene Personen und ließen sich von ihren Kollegen „retten“. „Am Anfang einer Eisrettung steht immer die Beurteilung der Eisdecke“, erläuterte Beermann. „Danach wird entschieden, welche Schutzkleidung zum Einsatz kommt und welche Rettungsgeräte eingesetzt werden, um möglichst zu verhindern, dass der Retter selbst ins Eis einbricht.“ Nach der Eisdecken-Analyse, wurde zunächst ein Rettungsschlitten auf der Eisfläche des Moskaubades eingesetzt, danach brachten die Einsatzkräfte den zweiten Kollegen mithilfe von Steckleitern und Schlauchboot an den sicheren Beckenrand zurück. Jedes Mal gelang die Rettung des „Verunfallten“ problemlos. Abschließend simulierten die Rettungsfachmänner die medizinische Versorgung des Patienten und reflektierten die besonderen Gefahren im Eis- und Wasserrettungseinsatz.
 

Auch bei einer „normalen“ Wasserrettung muss jeder Handgriff sitzen

„Auch wir wissen aus unserem Arbeitsalltag, dass es – unabhängig von der Temperatur – bei einer Wasserrettung darauf ankommt, dass jeder Handgriff sitzt“, ergänzte Moskaubadleiterin Sonja Koslowski. Regelmäßig überprüfe das Bäder-Team der Stadtwerke deshalb das Notfallmanagement zur Sicherheit der Badegäste und auch Mitarbeiter. „Und wenn wir der Berufsfeuerwehr – wie heute – mit unseren Freibad-Außenbecken eine wirklichkeitsnahe Trainingsstätte zur Verfügung stellen können, unterstützen wir diese wichtigen Übungen deshalb sehr gerne.“

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