Die Zuwanderung in die Europäische Union hat ein historisches Hoch erreicht. Das ist das Ergebnis einer Studie des privaten Wirtschaftsforschungsinstituts Rockwool Foundation (RF), über die der „Münchner Merkur“ berichtet. Demnach stieg die Zahl der im Ausland geborenen Einwohner im Jahr 2025 auf 64,2 Millionen, was einem Anstieg von etwa 2,1 Millionen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Im Jahr 2010 lag die Gesamtzahl noch bei 40 Millionen. Hauptzielland ist mit 18 Millionen im Ausland geborenen Einwohnern Deutschland. „Das gilt in absoluten Zahlen und in erheblichem Maße im Verhältnis zu seiner Bevölkerung“, sagte Tommaso Frattini, Direktor des RF-Forschungszentrums und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand, dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media.
Aber: „Das Gesamtbild ist ungleichmäßiger: Die Migration konzentriert sich auf eine kleine Anzahl von Ländern, während die relative Bevölkerung innerhalb der EU stark variiert“, so Frattini. Das zeigten Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Spanien etwa verzeichnete mit einem Anstieg um etwa 700.000 im Ausland geborener Einwohner auf insgesamt 9,5 Millionen das schnellste Wachstum in jüngster Zeit.
Gleichzeitig sehen sich kleinere Länder wie Luxemburg, Malta und Zypern im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsgröße mit deutlich höheren Migrationsanteilen konfrontiert, heißt es in der Studie. Kleinere Länder trugen im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung derweil oft einen größeren Anteil bei der Aufnahme von Geflüchteten. „Eine wichtige Erkenntnis ist die ungleiche Zusammensetzung der Herkunftsländer von Asylbewerbern in Europa“, sagte Christian Dustmann, Direktor von RF Berlin, dem „Münchner Merkur“. Deutschland nimmt demnach vor allem sogenannte konfliktbedingte Asylbewerber auf, zum Beispiel aus Syrien und Afghanistan, während Spanien einen hohen Anteil aus Lateinamerika verzeichnet und Italien sowie Frankreich vielfältigere Muster bei den Herkunftsländern aufweisen.
Foto: via dts Nachrichtenagentur





























