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Osnabrück legt bei Krippen- und Kitaplätzen deutlich zu

Sie stellten die 25. Fortschreibung des Kindertagesstättenplans vor: (von links) Helmut Tolsdorf, Wolfgang Beckermann und Regina Rechtien. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat die 25. Fortschreibung des Kindertagesstättenplans erstellt. Bei der Vorstellung im Rathaus wurde deutlich, dass in den vergangenen Jahren bei den zentralen Kennzahlen fast durchweg Wachstum zu verzeichnen ist.
So gab es 2011 noch insgesamt 6200 Plätze in Krippen, Kindergartengruppen, Horten und für Kinder in Tagespflege. Diese Zahl hat sich auf 7183 zum Stichtag 1. Oktober 2017 erhöht. „Was das angeht, ist die Dynamik seit 2011 enorm“, erklärte Stadtrat Wolfgang Beckermann. Auch die Versorgungsquote der Ein- und Zweijährigen ist seitdem deutlich gestiegen, von 36,1 Prozent im Jahr 2011 auf zuletzt 56,4 Prozent. „Hier streben wir eine 60-prozentige Versorgung an“, sagt Helmut Tolsdorf, Fachdienstleiter Kinder im Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien. Diese Quote wird laut dem Plan in den kommenden Jahren durch den Ausbau eigener städtischer Einrichtungen und durch Erweiterungen an frei getragenen Kindertagesstätten mit Unterstützung der jeweiligen Träger übertroffen. So werden 14 weitere Krippen- und acht weitere Kindergartengruppen geschaffen.
Bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt liegt die Versorgung nach Angaben Tolsdorfs sogar bei 98 Prozent. Steil angestiegen ist insbesondere die tägliche Betreuungszeit von Kindergartenkindern. Während diese im Jahr 2007 noch bei 5,55 Stunden lag, erreichte sie 2017 einen Wert von 7,62 Stunden. Der Anteil an Ganztagsplätzen hat sich zuletzt auf 77 Prozent (Vorjahr: 74 Prozent) in Bezug auf die Gesamtzahl der Plätze erhöht. Gerade mit Blick auf die Mittagsverpflegung hatte diese Steigerung Auswirkungen. „Die Kitas haben darauf reagiert, indem sie Küchen erweitert oder gar neue Küchen gebaut haben“, so Tolsdorf. Schließlich bieten mit Ausnahme des Waldkindergartens alle Einrichtungen eine Mittagsverpflegung an, wie Kindertagesstättenplanerin Regina Rechtien hinzufügt.
Auch das Angebot für die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung steigt kontinuierlich. Zum Stichtag (1. Oktober 2017) standen 172 Plätze in 25 Einrichtungen zur Verfügung, darunter 16 Plätze für Kinder in Krippengruppen. Im Bereich der Ferienbetreuung spiegelt sich der Zuwachs an Angeboten ebenfalls wider.
Für die Betreuung von Kindern im Grundschulalter standen zum Stichtag 1341 Hortplätze zur Verfügung, die von 1323 Kindern belegt werden. Alle kooperativen Horte nach dem Osnabrücker Modell, bei denen Ganztagsschule bis 15 Uhr und eine anschließende Hortbetreuung verzahnt werden, wiesen demnach freie Plätze aus. Folglich konnte hier der Bedarf vollständig gedeckt werden. Alle übrigen Horte sind an Grundschulen mit einer schulischen Betreuung bis 13 Uhr eingerichtet. Die darüber hinausgehende Hortbetreuung findet bis 17 Uhr statt. An all diesen Horten gibt es Wartelisten, was die hohe Nachfrage nach Ganztagsbetreuung unterstreicht. „Das Thema Ganztag muss noch mehr an Fahrt aufnehmen“, erklärt Wolfgang Beckermann dazu.
Für die Zukunft rechnet die Verwaltung damit, dass alle Osnabrücker Grundschulen in Ganztagsschulen umgewandelt werden. Geht man von den kooperativen Horten aus, die bereits jetzt den Betreuungsumfang an sechs Ganztagsschulen erweitern, ist zu erwarten, dass für 70 Prozent der Kinder der schulische Ganztag ausreicht. Folglich gäbe es für 30 Prozent der Kinder einen darüber hinausgehenden Bedarf.
Für Stadtrat Beckermann hat außerdem die Anmeldesituation in Kindertagesstätten Priorität. „Wir brauchen hier ein zeitgemäßes System“ sagt er. „Die Online-Anmeldung muss jetzt auf den Weg gebracht werden.“ Helmut Tolsdorf pflichtet ihm bei. Er geht davon aus, dass Eltern ihre Kinder ab dem Kindergartenjahr 2018/2019 online bei Kitas anmelden können. Er betont, dass die Stadt die Mittel für den Ausbau von Krippen, Kindergärten, Horten und Grundschulen hat. „Die Gesamtregion westliches Niedersachsen ist durch hohes wirtschaftliches Wachstums, viele Zuzüge und einer verglichen zu anderen Regionen hohe Geburtenrate gekennzeichnet“ so Tolsdorf. „So können und müssen wir sowohl kurzfristig reagieren als auch langfristige Projekte realisieren.“