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B.O.P. Melle kam bei Jugendlichen und Unternehmen gut an: 600 Jugendliche treffen 45 regionale Unternehmen

Sie freuten sich über das große Engagement von Jugendlichen und Unternehmen beim B.O.P. Melle-Bissendorf (v.l.n.r.): Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit, Landrätin Anna Kebschull, Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter, Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit, Claus Dötzer, stellvertretender Schulleiter der BBS Melle, die Meller Bürger-meisterin Jutta Dettmann und Anja Stolte, Koordination Bau- und Holztechnik, BBS Melle. Foto: MaßArbeit, Uwe Lewandowski

Melle. 600 Schüler der 8. und 9. Klassen aller weiterführenden Schulen aus Melle und Bissendorf haben jetzt in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Melle berufliche Perspektiven ausgelotet. Beim Berufsorientierungsparcours Melle-Bissendorf, kurz B.O.P., konnten sich die Jugendlichen bei 45 Unternehmen über Ausbildungsberufe und Karrierechancen informieren. Organisiert wurde die Messe von der kommunalen Arbeitsvermittlung Maß-Arbeit, der Stadt Melle sowie der Gemeinde Bissendorf.

Doch wie kam der B.O.P. bei den Schülerinnen und Schüler sowie den beteiligten Ausbildungsbetrieben an? Das interessierte auch Landrätin Anna Kebschull, Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann, Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter und den Ersten Stadtrat von Melle, Andreas Dreier. Gemeinsam mit Gastgeber Claus Dötzer, kommissarischer Schulleiter der BBS, MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers, Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit, André Weßling und Birgit Brüggemann von der Wirtschaftsförderung der Stadt Melle und BBS-Lehrerin Anja Stolle machten sie einen Rundgang über den Parcours. Sie sprachen mit den Personalern der Unternehmen und deren aktuellen Auszubildenden: Denn die sorgten dafür, dass die Betriebe „auf Augenhöhe“ mit den Schülern sprechen konnten.

Seit 2014 gibt es diese besondere Variante einer Ausbildungsmesse an der BBS Melle. Nach zwei Jahren Corona-Pause genossen Schüler und Unternehmensvertreter den persönlichen Kontakt, gut geschützt durch Masken. Der B.O.P. habe sich bewährt, so Mitorganisatorin Kerstin Hüls, weil die Unternehmen die Schüler nicht mit beeindruckenden Messeständen und Giveaways zu ködern versuchen, sondern spannende, oft sehr kreative Arbeitsproben mitbringen.


So mussten die Jugendlichen bei den handwerklichen und Gesundheitsberufen kleine praktische Aufgaben erledigen. Blutdruck messen bei den Niels Stensen-Kliniken, Zusammenkleben verschiedener Dämmschichten für einen Kühlraum bei SBS Kühltechnik, Fräsarbeiten für angehende Metallbauer bei S.H. Metalldesign oder den Chlorgehalt des Wassers bei den Bäderbetrieben der Stadt Melle bestimmen – die Vielfalt war groß. Bei den kaufmännischen Berufen standen oft kommunikative Fähigkeiten im Vordergrund. So simulierten die künftigen Azubis etwa Kreditgespräche für ein Auto bei der Kreissparkasse Melle. Außerdem absolvierten sie einen Schwarzlichtparcours der Fachoberschule Gesundheit und Soziales, Memory-Spiele des Textillogistikers Meyer und Meyer oder sortierten E-Mails bei Express-Küchen.

Mit ihrem gut gefüllten Laufbuch bewaffnet schauen sich drei Achtklässlerinnen der benachbarten Integrierten Gesamtschule (IGS) Melle, Amy (13), Smilla (13) und Hannah (13), auf der Ausbildungsmesse der besonderen Art um. Das Laufbuch ist ein wichtiger Bestandteil des B.O.P., dessen Nutzung im Unterricht vorbereitet wird. Die jungen Erwachsenen wählen im Vorfeld mindestens sechs angebotene Ausbildungsberufe aus, recherchierten im Internet darüber und können sich beim B.O.P. dann bei den Betrieben noch einmal ganz praktisch schlau machen. Amy nutzte unter anderem die Gelegenheit, sich über den Beruf des Malers und des Kochs zu informieren. Außerdem sei sie beim Stand der Bundespolizei gewesen, erzählte sie. „Sehr hilfreich und informativ“, lautete ihr Fazit – ihre Freundinnen nickten zustimmend.

Landrätin Anna Kebschull war begeistert von den „interessierten Schülern, die zielstrebig und begeistert“ bei der Sache waren. Der B.O.P. biete die Möglichkeit, Berufe erlebbar zu machen, da Schüler häufig keine Vorstellung davon hätten, welche Aufgaben und Kompetenzen in einem Beruf gefordert wären, so die Landrätin. Auch Jutta Dettmann überzeugte das Konzept. Schülerinnen und Schüler an Gymnasien, Gesamtschulen und Oberschulen würden sich oft fragen, wofür sie bestimmte Inhalte lernen würden“ „Hier können sie an der einen oder anderen Station eine Antwort darauf finden.“ Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter scherzte: ‚Wenn mir damals diese Art der Orientierung geboten worden wäre, hätte ich was Besseres gelernt als Bürgermeister.“

Die Veranstalter zogen ein positives Fazit des Berufsorientierungsparcours 2022 und auch einige Unternehmensvertreter äußerten sich positiv: Viele Kontakte seien geknüpft worden – im Kampf um die knappe Ressource Personal ein wichtiger Wettbewerbsvorteil in der heutigen Zeit. In einem Punkt waren sich Veranstalter und die beteiligten Unternehmen ebenfalls einig: Für das Elternangebot, das am Vorabend stattgefunden hatte, soll im nächsten Jahr mehr geworben werden, da einfach zu wenige Eltern sich die Zeit genommen hatten.

PM/Landkreis Osnabrück

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