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Drastischer Meldeverzug: Corona-Zahlen in der Region deutlich höher als vom RKI ausgewiesen

Symbolfoto: Depositphotos

Osnabrück. 146,9 im Landkreis, 79,8 in der Stadt Osnabrück: Diese 7-Tage-Inzidenzen weist derzeit das Robert-Koch-Institut (RKI) für die Region aus. Tatsächlich bilden die Zahlen die Corona-Situation nicht richtig ab. Durch einen erheblichen Meldeverzug ist die Lage vor Ort deutlich angespannter.

Am heutigen Montag, 22. November, stellt sich dies folgendermaßen dar: Nach Berechnungen des Gesundheitsdienstes liegt die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Osnabrück bei 162,2 und somit mehr als doppelt so hoch wie durch das RKI ausgewiesen. Für den Landkreis beträgt der Wert in Wirklichkeit 270,3.

Zum Hintergrund: Die hohe Belastung macht es erforderlich, dass der Gesundheitsdienst der Kontaktaufnahme zu den positiv Getesteten in der Region Priorität vor der Meldung der Zahlen an das Land und im Anschluss an das RKI einräumen muss. So entsteht ein Meldeverzug.

In Zeiten mit niedrigeren Infektionszahlen ist dieser Verzug in der Regel verschwindend gering. Weil der Gesundheitsdienst den Fokus derzeit jedoch auf die Kontaktaufnahme zu den vielen Infizierten legen muss, vergrößert sich parallel der Meldeverzug.

Bislang haben Stadt und Landkreis in ihren täglichen Übersichten die RKI-Zahlen ausgewiesen, da diese für die Umsetzung von Schutzvorkehrungen maßgeblich sind. Rechtlich macht es derzeit tatsächlich keinen Unterschied, dass die Inzidenzen ungefähr doppelt so hoch ausfallen, wie vom RKI ausgewiesen. Hinzu kommt, dass die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile nicht mehr allein entscheidend ist, welche Schutzvorkehrungen vor Ort gelten. Neben den Neuinfektionen wird auch die landesweite Inzidenz für die Auslastung der Krankenhäuser und der landesweite Anteil der Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten berücksichtigt. Weil die vom RKI ausgewiesenen Inzidenzen aber die wirkliche Situation nur unzureichend darstellen, haben Landkreis und Stadt Osnabrück nun entschieden, wieder die selbstermittelte 7-Tage-Inzidenz zu veröffentlichen.

Hinzu kommt, dass die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile nicht mehr allein entscheidend ist, welche Schutzvorkehrungen vor Ort gelten. Neben den Neuinfektionen wird auch die landesweite Inzidenz für die Auslastung der Krankenhäuser und der landesweite Anteil der Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten berücksichtigt.

Um die Höhe der Infektionen zurückzudrängen appellieren Stadt und Landkreis an die Bürgerinnen und Bürger, Kontakte zu reduzieren und sich bei einer möglichen Infektion selber zu isolieren. Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück kann aufgrund der hohen Fallzahlen und der erheblichen Kontakte, die viele Infizierte haben, viele Kontaktpersonen nicht mehr ermitteln und unter Quarantäne stellen. Insofern kann eigenverantwortliches Handeln dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen.

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Stadt und Landkreis Osnabrück werden zudem die Möglichkeiten ausweiten, sich zeitnah impfen oder boostern zu lassen. Der Landkreis Osnabrück hat bislang zwei Mobile Impfteams, die in den Mitgliedskommunen Impftermine anbieten. Nun wird der Landkreis aufstocken: Zum 1. Dezember werden bereits sechs Teams unterwegs sein, im Laufe des Dezembers dann sogar neun.

In der Stadt Osnabrück steht derzeit ein Mobiles Impfteam zur Verfügung. Zwei weitere folgen zum 1. Dezember. Sie werden fest im Verwaltungsgebäude an der Sedanstraße 109 sowie in einem Gebäude in der Innenstadt, das derzeit ermittelt wird, Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen anbieten. Aufgestockt wird dieses Angebot darüber hinaus zeitnah um zwei weitere Teams.

Die Mobilen Impfteams stellen damit eine Ergänzung zu den Angeboten der niedergelassenen Ärzte dar.

PM/Landkreis Osnabrück

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