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LKA Niedersachsen warnt vor falschen Ärzten

Themenbild: Pixabay

Hannover. Falsche Ärzte am Telefon: Trickbetrüger bedienen sich bei ihren Anrufen einer neuen Legende, das haben aktuelle Analysen des LKA Niedersachsen ergeben.

Erstmals werden die ahnungslosen Opfer von Unbekannten angerufen, die sich als ärztliches Fachpersonal ausgeben. Der Täter schockt die Angerufenen mit einer erfundenen Geschichte, in der ein Angehöriger ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Angeblich sei dieser schwer krank oder verletzt und nicht ansprechbar. Nur spezielle Medikamente (etwa bei einem plötzlich schweren Corona-Verlauf) oder eine Operation könnten ihn retten. Dafür würde aber sofort eine hohe Summe Geld benötigt. Die Täter versetzen ihre Opfer auf diese Weise in einen Schockzustand und setzen sie dann massiv und professionell unter Druck.

Bereits in mehreren Fällen (hohe einstellige Anzahl) haben die Betrüger auf diese Weise in den vergangenen Monaten in Niedersachen Erfolg gehabt und durchschnittlich Beträge im mittleren fünfstelligen Bereich erlangt. Die Anrufe erhielten laut LKA-Analysen mehrheitlich Menschen im Alter ab 60 Jahren. Damit ist die gleiche Zielgruppe betroffen, die auch beim Enkeltrick im Fokus steht. Aus diesen vorherigen Ermittlungen ist bekannt, dass die Betrüger anhand von Namen und Telefonnummern auf das Alter ihrer Opfer schließen. Wer hinter der neuen Masche steckt, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.


Auffällig ist, dass die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle von „falschen Ärzten“ in ähnlichem Maße ansteigt, wie die der Enkeltricks sinkt. Besonders deutlich wird dies mit einem Blick auf die Eingangsstatistik von Straftaten im August: Die Anzahl der Fälle klassischer Enkeltricks sank etwa um 30 Prozent, während die der falschen Ärzte um ca. 30 Prozent anstieg. Insgesamt weist die Eingangsstatistik des LKA seit Jahresbeginn eine mittlere dreistellige Anzahl von Taten mit „falschen Ärzten“ auf. Die Dunkelziffer dürfte jedoch sehr viel höher liegen.

Aus aktuellem Anlass warnt deshalb das LKA Niedersachsen und gibt folgende Tipps:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn ein unbekannter Anrufer Sie mit einem beunruhigenden Sachverhalt konfrontiert (Unfall, Koma eines Angehörigen) und dabei Geld von Ihnen fordert.
  • Hinterfragen Sie die Richtigkeit der Angaben. Lassen Sie sich ggf. die Erreichbarkeit des Krankenhauses geben. Legen Sie auf. Überprüfen Sie die Nummer und rufen Sie erneut an.
  • Nehmen Sie Kontakt mit dem vermeintlich in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen oder anderen Familienmitgliedern auf.
  • Informieren Sie die Polizei.

PM/LKA Niedersachsen

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