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Zu hoher 7-Tage-Inzidenzwert: Zoo Osnabrück schließt nach acht Öffnungstagen am Mittwoch wieder

Foto: Zoo Osnabrück - Lisa Simon

Osnabrück. Gut eine Woche nach seiner Wiedereröffnung muss der Zoo Osnabrück am Mittwoch, 17.03.2021 aufgrund des hohen 7-Tage-Inzidenzwertes in Osnabrück erneut seine Tore für Besucher schließen. Onlineanmeldungen für den morgigen Dienstag sind noch gültig. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Politik den Zoo als Outdooreinrichtung bald wieder öffnen lässt. Bis dahin lädt der Zoo zu kostenlosen Livestream-Onlineführungen ein.

„Es ist einfach nur frustrierend“, sagt der sichtlich resignierte Geschäftsführer des Zoo Osnabrück, Andreas Busemann. Als der Zoo letzte Woche Montag nach viermonatiger Schließung endlich wieder öffnen durfte, war die Stimmung noch äußerst positiv. Heute, nur acht Tage später, könnte sie kaum gegensätzlicher sein. Für mindestens sieben Tage muss der Zoo ab Mittwoch wieder schließen. Wird berücksichtigt, dass die Corona-7-Tage-Inzidenz in Osnabrück am heutigen Montag bei 122,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt, ist aber damit zu rechnen, dass die Schließung länger anhält. Denn laut niedersächsischer Corona-Schutzverordnung, muss der Inzidenzwert an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegen, bis erneut Lockerungen in Kraft treten.

„Die Anmeldungen für einen Zoobesuch am morgigen Dienstag sind noch gültig. Aktuell haben wir sogar noch etwa 850 Plätze frei“, berichtet Christina Bunde, Kassenleiterin im Zoo Osnabrück. „Wer ab Mittwoch eine Onlineanmeldung für den Zoobesuch vorgenommen hat, wird von uns über die Stornierung der Buchung per E-Mail informiert. Zunächst werden wir alle Buchungen ab Mittwoch für die nächsten sieben Tage absagen, an jedem weiteren Schließungstag folgt die Absage für den drauffolgenden siebten Tag.“ Die kostenlosen Anmeldungen sind weiterhin möglich, jedoch frühestens 14 Tage im Voraus. Der Zoo übernimmt keine Garantie, dass ein Besuch zum Anmeldetermin erfolgen kann.


Gemeinsam einen Weg aus der Krise finden

„Ich kann verstehen, dass bei steigenden Inzidenzwerten wieder strengere Maßnahmen ergriffen werden müssen, wenn wir das Virus besiegen wollen“, sagt Busemann „Hier im Zoo haben wir aber eine Besucherobergrenze, eine Maskenpflicht und Mitarbeiter, die regelmäßig auf das Einhalten von Abständen hinweisen können. Wir haben also einen sehr hohen Infektionsschutz im Vergleich zu anderen Orten, wo auch weiterhin Menschen aufeinandertreffen, wie zum Beispiel in öffentlichen Parks. Für viele Menschen erscheint es da unverständlich, dass wir wieder schließen müssen.“ Belegt werden diese Worte durch zahlreiche Kommentare auf den Social-Media-Kanälen des Zoos. Hier verstehen viele die Maßnahme nicht.

In Niedersachsen fallen Zoos und Tierparks in dieselbe Kategorie wie Museen oder Galerien, die als Indoorausstellungen jedoch eine andere Ausgangslage haben, wenn es um das Ansteckungsrisiko geht. Unter freiem Himmel ist dieses nachgewiesen wesentlich geringer als innerhalb von Gebäuden. Die Tierhäuser im Zoo Osnabrück sind deswegen auch für Besucher geschlossen. Für eine Lösung setzt der Zoo jedoch nicht nur auf Hygienekonzepte, sondern auch auf Kommunikation mit Entscheidungsträgern. „Wir hatten bereits Ende Februar ein sehr konstruktives und verständnisvolles Gespräch mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. Zusammen mit Herrn Althusmann und den Landtagsabgeordneten aus Osnabrück würden wir gerne eine gemeinsame Lösung für die Situation der niedersächsischen Zoos finden“, sagt Busemann.

Finanzielle Situation immer bedrohlicher

Dass es dem Zoo dabei auch um finanzielle Aspekte geht, ist kein Geheimnis. „Es geht für uns langsam auch ums Überleben“, sagt Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. „Im Frühjahr beginnt mit den Osterferien die besucherstarke Zeit. Verluste, die wir im Winter machen, gleichen wir ab April normalerweise wieder aus und schaffen uns auch Rücklagen für das Jahresende. Mit einer Besucherobergrenze könnten wir zwar nicht so viel einnehmen, wie wir eigentlich benötigen, aber es wäre besser als nichts. Außerdem könnten wir den vielen Menschen, die uns bereits mit einer Jahreskarte unterstützen, auch endlich die Möglichkeit geben ihre Karte zu nutzen.“

Aktuell ist der Zoo aber einmal mehr auf Spenden angewiesen, um zumindest einen Teil seiner Kosten zu decken. Auch um eine weitere Förderung der N-Bank, für den Bau der „Wasserwelten“, bemüht sich der Zoo. „Eine Aufstockung über die bereits zugesagten 2 Millionen Euro hinaus würde uns stark entlasten“, so Busemann. „Gelder, die wir für den Bau der neuen Themenlandschaft im Zoo eingeplant haben, könnten wir dann für den regulären Betrieb nutzen, ohne dass wir den Bau der ‚Wasserwelten‘ gefährden.“

Wer den Zoo unterstützen möchte, kann unter www.zoo-osnabrueck.de für die Versorgung der Tiere spenden. Um auch während der Zeit der Schließung einen Blick in den Zoo werfen zu können, streamt der Zoo jeden Donnerstag auf seinem YouTube-Kanal eine kostenlose Zooführung. Der nächste Stream startet am 18. März um 15:30 Uhr. Die Aufzeichnung jeder Führung bleibt jeweils bis zum darauffolgenden Sonntagabend online.

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