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Mehr Frauen in der Region Osnabrück in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

Themenbild: Pixabay

Osnabrück. In der Region Osnabrück waren nach aktuellsten Zahlen (Stand: Ende Juni 2020) 105.760 Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 1.337 mehr (plus 1,3 Prozent) als ein Jahr zuvor.

Getrennt nach Stadt und Landkreis arbeiteten 48.371 Frauen in der Stadt (plus 0,4 Prozent) und 57.389 im Landkreis (plus zwei Prozent) sozialversicherungspflichtig. In den ersten Monaten der Corona-Pandemie erlebte dieser Aufschwung indes einen Dämpfer. So waren Ende März 2020 noch 106.677 Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 917 mehr als drei Monate später.

„Die Entwicklung zwischen März und Juni 2020 zeigt sehr deutlich, dass Corona vor allem für Frauen eine große Herausforderung darstellt“, so Christiane Fern, Leiterin der Osnabrücker Agentur für Arbeit. „Homeschooling und Kinderbetreuung sind in erster Linie zu Aufgaben der Frauen geworden.“ Allerdings seien in diesen drei Monaten saldiert auch über 1.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bei Männern verloren gegangen.

Zahl der auszubildenden Frauen deutlich angestiegen.

Als erfreulich hingegen wertet die Agenturleiterin die Entwicklung der Qualifikationsstrukturen von Frauen, die sozialversicherungspflichtig arbeiten. „Gerade in der jetzt so schwierigen Ausbildungssituation ist es ein Lichtblick, dass es Mitte 2020 deutlich mehr weibliche Azubis in der Region gab als ein Jahr zuvor“, erklärt Fern. Ende Juni 2020 waren 2.474 Frauen in Stadt und Landkreis in einer Ausbildung – 14,7 Prozent mehr als im Juni 2019. Im gleichen Zeitraum sank zudem die Zahl der weiblichen Beschäftigten, die keinen Berufsabschluss vorweisen konnten, leicht um 0,4 Prozent. Um sechs Prozent gewachsen war dagegen die Gruppe der beschäftigten Frauen, die über einen akademischen Abschluss verfügten.

Zahl geringfügiger Beschäftigungen eingebrochen, vor allem zu Lasten von Frauen.

Deutliche Rückgänge verzeichnete die Arbeitsagentur für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. 65.230 Minijobs im Juni 2019 standen ein Jahr später nur noch 60.819 gegenüber – ein Rückgang um über 4.400 Stellen. Knapp drei Viertel dieses Schwunds (über 3.100 Stellen) ging zu Lasten von Frauen. „Ein beträchtlicher Teil davon ist in den ersten Corona-Monaten verlorengegangen“, so Fern. „In Gastronomie und Handel sind wegen des Shutdowns im letzten Frühjahr viele Stellen schlicht weggefallen. In anderen Fällen haben Frauen zugunsten der Kinderbetreuung die geringfügige Arbeit eingestellt.“

Frauen weiterhin mit vergleichsweise deutlich mehr Teilzeitarbeit.

Dass Frauen im Zweifelsfall mehr Verantwortung in der Corona-Zeit zukam, liege auch in den je nach Geschlecht oft sehr unterschiedlichen Arbeitszeiten begründet. Fern: „Es ist immer noch so, dass etwas mehr als die Hälfte der Frauen Teilzeit arbeiten, wobei man einschränken muss, dass zu Teilzeit alles zählt, was nicht Vollzeit ist. Aber dennoch: Es geht hier immerhin um über 55.000 Frauen, die freiwillig oder unfreiwillig über keine Vollzeitanstellung verfügen. Dazu kommen noch die über 36.000 Frauen in geringfügiger Beschäftigung.“ Für die Zeit nach der Pandemie sieht die Expertin bei Frauen daher eine großes Potential, wenn das Thema Fachkräfteengpass wieder verstärkt auf den Plan trete. Fern: „Wir möchten den Frauen helfen, den Weg in den Job zu finden. Wir unterstützen beim Wiedereinstieg in den Beruf und arbeiten intensiv daran, jungen Frauen eine erfolgreiche Berufsausbildung zu ermöglichen – ob in Teilzeit oder Vollzeit.“

Immer noch deutliche Entgeltdifferenzen zwischen Männern und Frauen.

Verbesserungsbedarf sieht Fern weiterhin bei Entgelten. So lag das Medianentgelt bei Männern in der Region, die Vollzeit arbeiteten, nach aktuellsten Zahlen vom Dezember 2019 bei monatlich 3.560 Euro. Frauen in Vollzeit mussten sich hingegen mit 3.117 Euro begnügen. „Natürlich gibt es auch Unterscheide dadurch, dass Frauen oftmals in Berufsbereichen arbeiten, in denen grundsätzlich schlechter bezahlt wird. Dennoch ist es wichtig, dort, wo es möglich ist, den ‚Gender Pay Gap‘ zu schließen. Die derzeitige Situation ist gewiss noch ausbaufähig.“

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PM/Agentur für Arbeit Osnabrück

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