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13 Zukunftsideen in fünf Stunden: Studentische Projektmesse der Hochschule Osnabrück

Foto: Hochschule Osnabrück

Osnabrück. Spannung über fünf Stunden: Kurzweilige Präsentationen, kreative Ideen und nicht zuletzt die Auszeichnung der besten Teamarbeiten sorgten bei der Projektmesse der Hochschule Osnabrück dafür, dass das Interesse der 150 Messegäste bis zum Ende der langen Videoveranstaltung nicht nachließ. 45 Bachelor-Studierende der Informatik sowie 43 Bachelor- und Master-Studierende der Elektrotechnik zeigten dabei Ergebnisse ihrer Projekte, die sie seit Oktober 2020 bearbeitet haben. Die Fragestellungen kamen von Unternehmen und Kulturschaffenden der Region, aus Hochschullaboren und -studiengängen.

Entwickelt wurden eine Online-Plattform für Events in 3D und eine automatische Fahrbahnerkennung für ein selbstfahrendes Modellauto, eine Experimentierplatine für Laborversuche und eine lastneutrale Regelung für Fahrradanhänger. Messegäste konnten ein neuronales Netz testen, das mit Künstlicher Intelligenz (KI) Hunderassen erkennt. Andere Teams präsentierten spannende Apps: Mit der einen lässt sich zu Studienzwecken eine virtuelle Stadt verwalten, die andere ergänzt Auftritte des Osnabrücker Ensembles Choreos um eine virtuelle Realität, die dritte erfasst mit KI verschiedene Informationen auf Typenschildern der Landmaschinenfabrik Bernard Krone. Vorgestellt wurden auch digitale Zwillinge technischer Geräte und Anlagen bis hin zu einer vernetzten “intelligenten Fabrik”. Die sechs Informatik- und sieben Elektrotechnik-Teams nutzten für ihre „Lösungen für die Welt von morgen“ – so lautet auch der Name der Projektmesse – innovative Technologien; dabei übten sie sich in der Projekt- und Teamarbeit auf Distanz.

Studierende ermuntern, neue Wege zu beschreiten

„Heute merken wir in besonderer Weise, wie aktuell das Thema Digitalisierung ist“, betonte Dr. Stephan Rolfes, Vorstandsvorsitzender der Fördergesellschaft der Hochschule Osnabrück, in seinem Grußwort: „Auch in anderen wichtigen Bereichen unseres Lebens brauchen wir dringend einen Innovationsschub.“ Das unterstrich in seiner Begrüßung auch Dr. Thomas Schulze, der Vorstandsvorsitzende der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung: „Unsere Arbeit wird getragen vom Spirit von Jürgen Ulderup: Er war eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit, die viele Innovationen geprägt hat und immer zwei Schritte vorwegging.“ Deshalb fördere die Stiftung gern kreatives Denken und Handeln. Gemeinsam wollen die Fördergesellschaft und die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung Studierende ermuntern, neue Wege zu beschreiten: Mit neun Tausend Euro unterstützen sie in diesem Jahr praxisnahe Projekte, die Fünftsemester der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik bearbeiten. Insgesamt zwei Tausend Euro davon gingen während der Projektmesse an die acht besten Teams.

Semesterprojekte als Pflichtfach für alle Bachelorstudiengänge

In zwei Sessions stellten die Studierenden der Elektrotechnik und der Informatik ihre Entwicklungen vor. Verfolgt wurden die Präsentationen von rund 150 Messegästen, darunter zwei Fachjurys mit Mitgliedern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die beiden Messeorganisatoren, den Professoren Frank Thiesing und Winfried Gehrke, führten souverän durch die Online-Veranstaltung, die von einer starken Publikumsbeteiligung geprägt war. Die Moderation der Preisverleihung übernahm der Dekan der Fakultät und Vizepräsident der Hochschule für Studium und Lehre, Professor Alexander Schmehmann. Er dankte den Förderern und den Jurys und beglückwünschte die Teams und ihre Betreuer zu ihren „faszinierenden Ergebnissen unter Corona-Bedingungen“. Arbeit in Projekten statt in festgefügten Abteilungen präge heute den Alltag in Unternehmen. Deshalb war es Schmehmann „ein Herzanliegen, dass wir vor zwei Jahren nach dem Beispiel unseres Informatikbereichs Semesterprojekte als Pflichtfach für alle Fünftsemester eingeführt haben.“

Erstplatzierte Projekte: Digitaler Fahrradverleih und Sicherung der Energieversorgung im Fokus

Die Sicherung der Energieversorgung stand im Fokus des Projekts von Henrik Fimpler, Marcel Lukahsen, Fabian Lübbers, Daniel Maier, Jens Schulte und Jonas Vinke. Ihr Team, betreut von Prof. Eckart Buckow, erzielte den ersten Platz im Elektrotechnik-Wettbewerb. „Unsere Fragestellung lautete: Eignet sich eine Simulationssoftware für elektromagnetische Felder zur Erforschung des Resonanzverhaltens von Transformatorenwicklungen?“, erklärt der studentische Projektleiter Marcel Lukahsen. Der Hintergrund: Durch Blitzeinschläge oder Schalthandlungen innerhalb des Stromnetzes können Transformatoren in Resonanz versetzt werden, was zu derer inneren Überspannung und schließlich zum Ausfall des Stromnetzes führen kann. „Bisher wird das Resonanzverhalten mit einem Netzwerkmodell berechnet, was zwar eine sehr gute Näherung ist, aber einen realen Transformator nicht genau darstellt. Mit unserer Lösung ist der Grundstein gelegt, um in Zukunft präzisere Ergebnisse liefern zu können“, so der Teamsprecher.

Das erstplatzierte Informatikteam hat eine innovative und gebrauchstaugliche Plattform entwickelt, um Fahrräder privat auszuleihen. Die Studenten der Medieninformatik Patrick Faria da Silva, Marcel Kipp, Florian Knost, Jan van der Linde, Alexander Pogorelow und Arnd Stuntebeck sowie der Student des Media & Interaction Designs Felix Queisler wurden von den Professoren Karsten Morisse und Hannes Nehls betreut. Dabei konnte das Team auf mehrere studentische Arbeiten aus den vergangenen Semestern aufbauen: So haben Studierende im vergangenen Sommer ein dezentral angelegtes Bluetooth-Schloss-System namens „Own-To-Mesh“ erstellt: Alle, die das System nutzen, können bequem Fahrräder mieten oder vermieten. Dafür hat das prämierte Team um die beiden Projektleiter Marcel Kipp und Arnd Stuntebeck nun eine leicht bedienbare Webapplikation entwickelt, die das innovative Schloss-System und das Finden von Fahrrädern zum Mieten und Verleihen unterstützt.

PM/Hochschule Osnabrück

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