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Freier Blick in die Erdgeschichte: Durch Pflanzenfreischnitt sind Abdrücke an den Saurierfährten besser erkennbar

Bitte nicht nachmachen: Die Erlebnispädagoginnen und –pädagogen des Schullandheims Barkhausen hangeln sich an der Gesteinswand entlang. Normalerweise dürfen die Schichtflächen nicht berührt und betreten werden. Bei dieser wichtigen Pflegemaßnahme ist dies aber nicht anders möglich. Foto: Erlebnispädagogisches Schullandheim Barkhausen

Bad Essen. Die Saurierfährten von Barkhausen sind vermutlich jedem Kind im Osnabrücker Land bekannt. Die Besucher blicken auf eine Felswand, an der die Fußabdrücke einer Herde Langhalssaurier und einiger Raubsaurier deutlich zu sehen sind. Doch seit ihrer Entdeckung, die sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt, begegnen die Saurierfährten einer andauernden Gefahr: Sie drohen mit der Zeit durch Pflanzen zuzuwachsen. Nun wurde in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und der Gemeinde Bad Essen der Wildwuchs zurückgeschnitten, ohne die Steinbruchökologie zu beeinträchtigen.

„Die Pflanzen verwehren nicht nur den Blick auf die Fährten, sie zermürben das Gestein durch ihr kräftiges Wurzelwerk“, berichtet der Geologe Tobias Fischer vom Natur- und Geopark TERRA.vita. Die Dachkonstruktion und die Betonregenrinne schützen große Bereiche der Fährtenschichtfläche vor Verwitterung. Weniger gut vor Feuchtigkeit geschützte Stellen werden jedoch über die Jahre von Moos und niedriger Vegetation wie Brombeeren überwachsen. „Aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs haben wir die Untere Naturschutzbehörde und die Gemeinde Bad Essen um Unterstützung gebeten“, berichtet Fischer.

Die UNB kümmert sich um die mehr als 150 Naturdenkmäler im Landkreis Osnabrück, zu denen nicht nur einzelne Bäume oder Biotope gehören, sondern auch Gewässer, Steinbrüche und andere Geotope wie die Saurierfährten. „Häufig gehen Geotoppflege und landschaftspflegerische Maßnahmen Hand in Hand“, sagt Jessica Meißner von der UNB.

„Wir haben im Vorhinein den Eingriff überprüft, damit die Steinbruchökologie keinen Schaden nimmt“, erläutert Meißner. Denn der schattige Steinbruch Saurierfährten hat ein feuchtes Mikroklima, weswegen in den Gesteinswänden auch schutzwürdige Farnarten wachsen könnten. So planten die UNB und der Naturpark gemeinsam zwei Aktionen: das vorsichtige Entfernen niedriger Pflanzen auf dem Anschauungsobjekt sowie einen groben Freischnitt der Bäume, außerhalb der Brutzeit. Zum Erhalt der Beschattung und des Artenschutzes wurden im oberen Bereich des Steinbruchs die Pflanzen nicht beschnitten. So bleiben das Mikroklima und Brutplätze bestehen, während Eidechsen die Freistellung der Wand dankend annehmen.

Die Steinbruchwand wurde im Spätsommer durch das Erlebnispädagogische Schullandheim Barkhausen mit viel Fingerspitzengefühl bereinigt. Das Team musste sich dabei von der Steinbruchkante abseilen. „Die Saurierfährten sind uns nicht nur besonders ans Herz gewachsen, wir kennen mittlerweile auch die Gegebenheiten vor Ort“, berichtet Schullandheim-Leiter Ivo Neuber. Schließlich geleitet das Team jährlich 1.800 Schülerinnen und Schüler zu den Fährten.

Die Bäume wurden durch den landkreiseigenen Baumpfleger Oliver Toennes und einer externen Firma im Januar 2021 beschnitten. Der Bauhof der Gemeinde Bad Essen kümmerte sich um den Abtransport des Freischnitts.
Passend zum 100. Jahrestag ihrer Entdeckung präsentieren sich die Saurierfährten wieder in ihrer vollen Gänze. In diesem Jahr plant TERRA.vita zusammen mit einigen Partnern aus der Region Bad Essens und abhängig von dem Verlauf der Pandemie ein Jubiläumsevent im Steinbruch.

PM/Landkreis Osnabrück

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