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IHK Osnabrück: Brexit-Bürokratie belastet Unternehmen stark

Themenbild: Pixabay

Osnabrück. „Mit dem endgültigen Austritt des Vereinigten Königreichs aus EU-Zollunion und -Binnenmarkt ist in Europa eine neue Grenze entstanden. Dadurch sind bei der Ein- und Ausfuhr Zollformalitäten zu erledigen. Daran ändert auch das Handels- und Kooperationsabkommen (TCA) über die künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich nichts.

Auf Unternehmen kommt daher im Handel mit dem Vereinigten Königreich erhebliche Bürokratie zu, allein schon durch die Zolldokumente“. Dies erklärte Franz-Josef Paus, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Außenwirtschaft, in der aktuellen Video-Sitzung des Gremiums. Die gute Nachricht sei, dass das Abkommen zumindest sicherstelle, dass der Warenverkehr zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich für Ursprungswaren der beiden Vertragspartner nicht zusätzlich durch Zölle belastet wird.

„Das Abkommen ist besser als nichts und kann als Grundlage für weitere Vereinbarungen dienen“, unterstrich Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, der aus London zugeschaltet war. So seien zum Beispiel Themen wie Datenschutz und Finanzdienstleistungen bislang noch gar nicht oder noch nicht abschließend geregelt. „Der Warenhandel leidet natürlich unter den neuen Zollformalitäten, die zusätzliche Kosten verursachen und die Waren verteuern“, so Leiter der Auslandshandelskammer. In der Zollabfertigung sei festzustellen, dass die Systeme noch nicht rund liefen und es wohl noch eine gewisse Übergangszeit brauche. Noch nicht abzuschätzen sei, welche regulatorischen Kosten durch unterschiedliche Rahmenbedingungen, beispielsweise im Chemie-/Umweltbereich (REACH) oder der Pharmazie auf die Unternehmen zukämen.

Auch die Erbringung von Dienstleistungen im Vereinigten Königreich werde künftig erschwert sein. „Die Entsendung von Mitarbeitern wird problematisch werden. Teilweise werden Visabestimmungen zu beachten sein“, warnte Hoppe. Tendenziell werde der britische Markt zwar etwas unattraktiver, aber dennoch dürfe Großbritannien mit seinen 66 Millionen Konsumenten von den deutschen Unternehmen nicht vernachlässigt werden.

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Fachausschuss Außenwirtschaft trifft sich dreimal jährlich. Seine Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.

PM/IHK OS

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