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2020 Rekordjahr für den Solarstromausbau in Osnabrück

Neben den neuen Feuerwachen an der Nordstraße und Stadtmitte hat nun auch die Hauptfeuerwache an der Nobbenburger Straße eine Photovoltaikanlage mit 99 kWp Leistung. 90 Prozent des dort erzeugten Solarstroms dienen dem Eigenverbrauch, wozu auch die Ladung verschiedener Elektrofahrzeuge der Feuerwehr und des Dienstwagens des Oberbürgermeisters zählt. Foto: Stadt Osnabrück, Fachdienst Geodaten

Osnabrück. Gute Nachrichten – das gab es noch nie: Die Gesamtleistung aller auf Osnabrücker Dächern installierten Photovoltaikanlagen stieg im letzten Jahr um 4600 kWp (Kilowatt-Peak), 1015 kWp mehr an Zubau als im bisher besten Ausbaujahr 2010.

Circa 200 PV-Anlagen wurden 2020 in der Stadt Osnabrück neu installiert, viele kleinere davon auf privaten Wohnhäusern aber auch Großanlagen mit jeweils bis zu 750 kWp wie jüngst bei der Firma Bohnenkamp in Atter oder auf dem Dach einer Logistikhalle im Gewerbegebiet am Tie. Auch Stadt und Stadtwerke Osnabrück investierten weiter in den Solarstromausbau: fünf Anlagen mit einer Gesamtanschlussleistung von 200 kWp (Stadt) und sechs Anlagen mit 350 kWp (Stadtwerke) trugen zum Ausbauerfolg bei.

Die nunmehr insgesamt 1605 Photovoltaikanlagen Osnabrücks erzeugen jährlich circa 25 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom, genug um 7200 Haushalte rein rechnerisch ganzjährig mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Dadurch reduzieren sich gegenüber der konventionellen Stromerzeugung die Treibhausgasemissionen um rund 15.000 Tonnen jährlich.

Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereiches Umwelt und Klimaschutz, freut sich über diesen deutlichen Zuwachs an Erzeugungskapazität für erneuerbare Energien: „Die in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen von Stadt und Stadtwerken haben gewirkt. Der Zubau an Photovoltaikkapazität wurde gegenüber dem Tiefpunkt im Jahr 2016 um mehr als den Faktor sechs gesteigert.“ Das ist notwendig, hat der Rat der Stadt Osnabrück doch 2012 beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen gemäß den Zielen des Masterplans 100 % Klimaschutz bis 2050 um 95 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu senken. „Ein Ziel“, so Stadtbaurat Frank Otte, „das nur durch die enorme Einsparung von Energie im Zuge vielfältiger Effizienzmaßnahmen und den massiven Ausbau Erneuerbarer Energie zu erreichen ist. Hierbei kommt den Dächern Osnabrücks eine besondere Rolle zu.“

Ging die Umweltverwaltung 2012 noch von einem Solarpotenzial von 300 MWp aus, hat die 2017 aktualisierte Potentialanalyse ein überraschendes Ergebnis geliefert: Würden alle geeigneten Dächer in der Stadt mit Solarmodulen bestückt, betrüge das Potenzial der circa 70.000 Osnabrücker Dächer nun 1000 MWp, genug um den gesamten derzeitigen privaten als auch den gewerblich-industriellen Stromverbrauch Osnabrücks zu decken.

Grund für diese enorme Steigerung des Potenzials, so Gerdts, sei insbesondere die nunmehr wirtschaftlich lohnenswerte Ausrichtung der Module auch nach Ost und West, was dazu führe, dass der Eigenverbrauch täglich länger wirtschaftlich realisiert werden könne als bei der früher üblichen alleinigen Südausrichtung. Damit kämen heute wesentlich mehr Dächer für eine Belegung in Frage als noch 2012, als die Solarstromproduktion noch auf maximale Einspeisung in das öffentliche Netz ausgerichtet war. Zudem seien seither Solarmodule deutlich kostengünstiger und leichter geworden.

Dass der Run auf die Solarmodule auch beschäftigungspolitische Auswirkungen hat, zeigt eine Nachfrage bei Osnabrücker Solarinstallateuren wie Rainbows End und sunConcept, die für Monate ausgebucht sind und händeringend Fachpersonal suchen.

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In diesem Jahr möchte die Stadt Osnabrück besonders die Gewerbetreibenden, die häufig große geeignete Dächer besitzen und darauf besonders wirtschaftlich und nachhaltig Strom für den eigenen Bedarf erzeugen könnten, ansprechen und beraten. Alle Informationen zu den bestehenden Beratungsangeboten und zu dem Potenzial jedes Daches in Osnabrück sind auf der Internetseite www.osnabrueck.de/solardachpotenzial abzurufen.

Weiteren Schub erwartet Stadtbaurat Otte auch von den seit September 2020 vom Rat verabschiedeten neuen ökologischen Kriterien in der Bauleitplanung, die in neuen Baugebieten von jedem Häuslebauer und jedem Gewerbetreibenden mit flach geneigten Dächern verlangen, flächendeckende Gründächer oder Anlagen zur Gewinnung von solarer Energie zu errichten. „Viele Städte haben das Vorgehen Osnabrücks bereits übernommen“, so Detlef Gerdts, „und wir schauen permanent, was wir von anderen Städten lernen können.“ Das Ziel, bis 2050 30-mal so viel Solarstrom auf den Dächern Osnabrücks im Vergleich zu 2020 zu erzeugen, sei zwar sehr ambitioniert, aber durchaus erreichbar, wenn die politischen Rahmenbedingungen dafür in Hannover, Berlin und Brüssel stimmten.

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