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Umweltsensitives Verkehrsmanagement: Grünes Licht für weniger Schadstoffe

Am Wall, zwischen Rehmstraße und Schlossstraße, steht der erste Mast mit Infrarotsensor. Er zeichnet nur anonyme Bewegungsdaten auf. Sie sind der erste Schritt zum „Umweltsensitiven Verkehrsmanagement“. Bei einem Ortstermin wird es vorgestellt von Stadtbaurat Frank Otte (links), Ulrich Grei-ten, er ist beim Fachbereich Umwelt und Klimaschutz zuständig für die Luft-güte und dem Projektleiter Ralf Lieder vom Fachdienst Verkehrsanlagen. Foto: Stadt Osnabrück, Silke Brickwedde

Osnabrück. An manchen Tagen im Jahr ist dicke Luft in der Stadt: Die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger müssen dann viel zu viele Schadstoffe einatmen, die auch von den Autos und Lastern verursacht werden. Abhilfe schafft in Zukunft das „Umweltsensitive Verkehrsmanagement“, kurz: UVM. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wird in den Verkehr eingegriffen, sobald die Luft zu sehr durch Schadstoffe, wie Stickstoffdioxid, belastet wird.
Dann kann es passieren, dass Fahrerinnen und Fahrer, die sich nicht an die Empfehlungen halten, länger als sonst vor roten Ampeln stehen. Informiert werden die Verkehrsteilnehmer unter anderem über elektronische Tafeln, wie sie von der Autobahn bekannt sind. Die Tafeln weisen auf alternative Routen und Verkehrsmittel hin.
Bei einem Ortstermin nahe der Kreuzung Schlosswall und Rehmstraße sagte Stadtbaurat Frank Otte: „Mit dem UVM gelingt es uns, die Luftschadstoffbelastungen in der Stadt zu reduzieren und gleichzeitig durch eine vorausschauende Verkehrssteuerung eine Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer zu erreichen.“ Dieser Abschnitt wird als erster mit Sensoren ausgestattet. Die Masten mit den Sensoren werden nach und nach im ganzen Stadtgebiet eingerichtet. Diese Infrarotsensoren zeichnen nur anonyme Bewegungsdaten auf. Sie erfassen weder Verkehrsteilnehmer noch Nummernschilder. Alle datenschutzrechtlichen Vorgaben werden zuverlässig eingehalten. Die Installation der 37 Messstandorte erfolgt innerhalb kürzester Zeit und ist mit nicht nennenswerten Einschränkungen verbunden.
„Diese digitale Lösung macht harte Eingriffe in die Mobilität überflüssig“, erläutert Frank Otte. „Wir vermeiden dauerhafte Fahrverbote zum Beispiel für bestimmte Fahrzeugklassen.“ Stattdessen bestimmt das UVM flächendeckend verkehrsbedingte Immissionen und leitet Änderungen in der Signalsteuerung ein – immer so, wie die Situation es erfordert. Erfahrungsgemäß ist das nur an wenigen Tagen im Jahr nötig. Unterstützt wird die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte dadurch, dass frühzeitig über Luftschadstoffbelastung informiert wird. Dies soll zu einer weiteren Verkehrsentlastung führen, von der langfristig Verkehrsteilnehmer und Umwelt profitieren.
Für eine zeitgemäße Ergänzung der Umweltzone hat sich die Stadt Osnabrück Anfang 2020 entschieden. Jetzt startet das Projekt „Umweltsensitives Verkehrsmanagement Osnabrück“ in die Umsetzung. Die Maßnahme wird aus Mitteln des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020“ des Bundes gefördert und die Fördersumme für die gesamten Maßnahmen beläuft sich auf 1.751.410 Euro.
Die Verkehrsmessstellen schaffen die Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen, von denen sowohl der Individualverkehr als auch der Öffentliche Nahverkehr profitieren. Im nächsten Schritt werden im kommenden Frühjahr und Sommer an den Signalanlagen die Steuergeräte erweitert oder ausgetauscht. Anschließend werden dynamische Schilder angebracht, so dass die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer bereits Ende des Jahres 2021 vom UVM Osnabrück profitieren werden.

Das umweltsensitive Verkehrsmanagement setzt die Stadt Osnabrück gemeinsam mit der BELLIS GmbH, einem Komplettdienstleister für Verkehrskonzepte und -services, sowie weiteren erfahrenen Partnern um.

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