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Weltfrühgeborenen Tag setzt ein sichtbares Zeichen

Das lila angeleuchtete Rathaus soll ein Licht auf Frühgeborene und ihre Eltern werfen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (links) Dr. Florian Urlichs, Ärztlicher Direktor des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück (CKO) und Andrea Meyer (Pflegedirektorin des CKO) unterstützen die Aktion. Foto: André Havergo

Osnabrück. Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen, doch jedes zehnte Neugeborene kommt bereits vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und gilt als Frühgeborenes. Um auf das Thema aufmerksam zu machen, wurden in der ganzen Welt und auch in Osnabrück zahlreiche Gebäude lila angestrahlt.

„Am 17. November wollen wir ein Licht auf die Frühgeborenen und deren Eltern werfen. Wir setzen uns für Chancengleichheit und Unterstützung für die Familien ein“, sagt Dr. Florian Urlichs, der Chefarzt der Kinderklinik in Osnabrück. Die Idee, exponierten Gebäude auf der ganzen Welt zu beleuchten, stammt ursprünglich von der amerikanischen Organisation March of Dimes und erfreut sich eines immer größer werdenden Zuspruchs. In Osnabrück erstrahlten neben dem Rathaus, die OsnabrückHalle, das Vienna House Remarque, die Industrie- und Handelskammer, das VfL Stadion und natürlich das Christliche Kinderhospital.

Je früher ein Kind auf die Welt kommt, desto größer sind die Probleme und desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit. Kinder, die vor der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen und weniger als 500 Gramm wiegen, gelten als die Höchstrisikogruppe. Diese Kinder haben einen langen Weg in der Klinik vor sich und benötigen viel Unterstützung. Häufig sind die Organe noch nicht vollständig entwickelt und brauchen die Erfahrung eines multidisziplinären Teams bestehend aus Neonatologen und Kinderchirurgen.

Glücklicherweise kommen die meisten Frühgeborenen nur wenige Wochen zu früh auf die Welt. Trotzdem haben diese „späten“ Frühchen häufiger Anpassungsschwierigkeiten oder Infektneigungen als reifgeborene Kinder.

Jährlich werden ca. 80 extrem-frühgeborene Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm im Christlichen Kinderhospital Osnabrück (CKO) an den Standorten CKO und Klinikum Osnabrück behandelt. Das Team aus hochspezialisierten Ärzten und Pflegekräften versorgt dabei nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern, die den Umgang mit einem frühgeborenen Kind erst noch erlernen und häufig psychosozial unterstützt werden müssen. Die Bindung zwischen Kind und Familie steht bereits ab der ersten Lebensminute im Mittelpunkt der Behandlung.

Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat gern seine Zusage gegeben, sich an dieser Aktion zu beteiligen und mit dem lila angestrahlten Rathaus auf das Thema aufmerksam zu machen: „In diesem Jahr wollen wir besonders an die Eltern, Geschwister, Großeltern und alle Verwandten von Frühgeborenen denken, für die die Corona-Situation eine besondere Herausforderung darstellt. Denn durch die Corona-Regelungen kann ein erster Besuch des Enkelkindes manchmal erst nach der Entlassung erfolgen.“

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