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Zoo Osnabrück: Doppelter Nachwuchs bei Elefanten erwartet

„Rüssel voraus!“ für den Elefantennachwuchs: Andreas Busemann (Zoogeschäftsführer), Dr. E.h. Fritz Brickwedde (Zoopräsident), Jens Wegmann (Geschäftsführer der Neuen Osnabrücker Zeitung), Ralf Geisenhanslüke (Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung) und Andreas Wulftange (Zoologische Leitung Zoo Osnabrück). (v.l.n.r.) Foto: Zoo Osnabrück (Hanna Räckers)

Osnabrück. Bei den beiden Asiatischen Elefantenkühen Douanita und Sita im Zoo Osnabrück kündigt sich Nachwuchs an. Damit die Elefanten mehr Platz bekommen, soll die Anlage für 12 Millionen Euro umgebaut werden. Um den Umbau zu finanzieren, starten in Zusammenarbeit mit Zoopartnern Spendenaktionen für die Elefanten.
Freudige Nachrichten aus dem Zoo Osnabrück: Erstmals in der 84jährigen Geschichte des Zoos sind zwei Elefantenkühe mit Jungtieren tragend, die auch am Schölerberg gezeugt wurden. Die beiden Asiatischen Elefantenkühe Douanita (33 Jahre) und ihre Tochter Sita (7 Jahre) werden nach rund 22monatiger Tragzeit voraussichtlich zum Jahresende beziehungsweise zum Jahreswechsel werfen. „Allerdings kann der Zeitraum aufgrund der langen Tragzeit variieren. Außerdem haben wir zwar Deckakte mit Bulle Luka gesehen, können aber natürlich nicht hundertprozentig sicher sein, dass es die waren, bei denen die Jungtiere gezeugt wurden“, erklärt Andreas Wulftange, Zoologische Leitung. Douanita, die 2017 gemeinsam mit ihrer Tochter Sita an den Schölerberg zog, ist erfahren in der Jungenaufzucht. 2017 brachte sie den Bullen Minh-Tan, ihr insgesamt fünftes Jungtier, im Zoo Osnabrück zur Welt.

Angepasstes Medical Training

Um den 3 bis 4 Monate langen Zyklus der Elefanten zu verfolgen und eine eventuelle Trächtigkeit zu entdecken, schickten die Zoomitarbeiter regelmäßig Urinproben der beiden Weibchen ein. „Im Labor konnte dann eine Hormonanalyse gemacht werden, bei der auch die Trächtigkeit festgestellt wurde. Wir schicken weiterhin Proben ein, da so ein Anstieg oder Abfall der Schwangerschaftshormone verfolgt werden kann“, so Wulftange. Um die beiden Elefantenkühe bestmöglich auf die Geburten vorzubereiten, bauen Wulftange und die Tierpfleger beim regelmäßigen Medical Training „Stretching-Einheiten“ ein: „Wir lassen die beiden sich hinlegen und strecken, damit sie sich körperlich auf die Geburt vorbereiten. Douanita ist eh eine erfahrene Mutter und voraussichtlich wird sie vor Sita werfen. Das ist gut, denn so kann sich Sita noch ein wenig von ihrer Mutter abschauen – schließlich ist es für sie die erste Geburt.“ Momentan lebt Douanita mit Tochter Sita und dem dreijährigen Minh-Tan zusammen, den sie vor drei Jahren am Schölerberg zur Welt brachte. In den vergangenen Jahren konnte Sita die Jungenaufzucht bei ihrem kleinen Bruder Minh-Tan beobachten und üben. Bulle Luka (47 Jahre) ist derzeit von der Gruppe getrennt, da er sich in der Musth befindet, einer Phase, in der der Testosteron-Spiegel und damit auch die Aggressivität enorm ansteigt. Ist er nicht mehr in der Musth, in die erwachsene Elefantenmännchen regelmäßig fallen, lebt er tagsüber mit den anderen Elefanten zusammen. „Der Alltag läuft normal weiter, wir wollen gar nichts für die Dickhäuter ändern – wenn alles seinen gewohnten Gang hat, ist das am besten für sie“, so Wulftange.

„Rüssel voraus!“ für ein größeres Zuhause

Damit Elefanten-Jungbulle Minh-Tan während seiner Jugendzeit im Zoo Osnabrück bleiben kann und die Dickhäuter ausreichend Platz haben, soll die derzeit etwa 3.100 Quadratmeter große Elefantenanlage umgebaut und vergrößert werden. „Dies ist einer der letzten großen Punkte in unserem auf 25 bis 30 Jahre angelegten Masterplan“, erklärt Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde. „Die Investitionskosten liegen mit 12 Millionen Euro sehr hoch für einen Zoo, der sich so gut wie selbst finanziert und im Bundesvergleich der Zoos sehr geringe kommunale Zuschüsse erhält.“ Wie die Finanzierung dennoch gelingen kann, berichtet Zoogeschäftsführer Andreas Busemann: „Wir haben ein bundesweit einzigartiges Sponsorennetzwerk von rund 200 Firmen, die uns immer wieder mit eigenen, aber auch bei unseren Aktionen unterstützen. Ohne unsere Partner könnten wir den Umbau der Elefantenanlage nicht in Angriff nehmen.“ Bei der Kampagne „Rüssel voraus! Wir bauen den Elefantenpark. Mach mit!“ unterstützen beispielsweise Firmen wie die Fleischverarbeitung Kinnius und über 40 Lebensmitteleinzelhändler wie die Edeka-Märkte Möllenkamp, Dütmann-Gartmann, Kuhlmann, Kutsche oder auch der Marktkauf Osnabrück-Nahne. „Gemeinsam mit Kinnius und vielen Edeka-Märkten haben wir bereits während der Corona-Krise sehr erfolgreich ‚Zooretter Würste‘ vertrieben, bei deren Verkauf ein Teil an den Zoo geht. Diese werden in Zukunft zugunsten der Elefanten verkauft“, berichtet Busemann. Außerdem werden Bratwürste über mobile Wurststände verkauft. Neben den Würsten werden auch Schokolade, Wein, Kaffee und viele weitere Artikel von regionalen Zoopartnern vertrieben. „Es wird ein ganzes Sortiment an Produkten zugunsten der Elefanten geben. Man kann künftig beim Einkauf in unseren Partnermärkten die Elefanten unterstützen – das wird wirklich eine tolle Aktion, die uns näher an unser Ziel einer neuen, großen Elefantenanlage bringt“, freut sich der Zoogeschäftsführer auf die Kampagne. Die Kooperation soll nachhaltig und langfristig aufgebaut werden. Die Erlöse der Aktion helfen dem Zoo dann, die Kapitaldienste für die erforderlichen Investitionskredite zu stemmen. Neben dem Verkauf von diversen Artikeln unterstützt unter anderem auch die Rahenbrock-Gruppe mit einem „Elefantenmobil“, einem Fahrzeug, das für die Abholung von Futterspenden genutzt werden kann. Veranstaltungen des Zoos wie die Löwenmahlzeit, die bislang zugunsten des Umbaus der Löwenanlage stattfanden, werden ab dem kommenden Jahr für die Elefanten veranstaltet. Die Verkaufsaktionen starten in Kürze.
Ein Anteil der Erlöse gehe an die Verwandten von Douanita und Co. in der Wildbahn Asiens, wie Andreas Busemann berichtet: „Der Artenschutz und Arterhalt gehören zu unseren Aufgaben als Zoo. Und diesen Aufgaben wollen wir nicht nur hier vor Ort nachgehen, sondern auch in der Heimat der Dickhäuter unterstützen. Daher geht am Ende der Aktion ein Teil an das WWF-Artenschutzprojekt für Asiatische Elefanten.“ Das Projekt schützt die Elefanten in Thailand. Der WWF pflanzt dort Grasland und Futterbäume, damit die Elefanten keine Felder mehr plündern müssen. Es werden außerdem Ranger ausgebildet, die Tag und Nacht durch das Gelände patrouillieren, die Elefanten aus den Feldern vertreiben und vor Wilderern schützen.


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