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Vergrößerung der Löwenanlage im Osnabrücker Zoo gestartet

Angelika Mösche (Bauleiterin) zeigt Michael Wendt (Schatzmeister Zoogesellschaft), Dr. E.h. Fritz Brickwedde (Vorsitzender „Löwen für Löwen“), Thorsten Vaupel (Zooinspektor) und Andreas Wulftange (wissenschaftlicher Kurator) die Pläne für die Vergrößerung der Löwenanlage (v.l.n.r.). Foto: Zoo Osnabrück (Hanna Räckers)

Osnabrück. Abrissbagger und Radlader laufen im Zoo Osnabrück derzeit auf Hochtouren: Die ersten Arbeiten für den Umbau der Löwenanlage laufen an. Das Zuhause der fünf Raubkatzen soll flächenmäßig verdreifacht und im nächsten Jahr eröffnet werden. Möglich gemacht wird der Umbau durch verschiedene Förderungen, Spenden und den Verein „Löwen für Löwen“.
In der kalten Jahreszeit ziehen weniger Besucher durch den Zoo Osnabrück, doch das Löwenrudel hat trotzdem viel zu sehen: Der Umbau der Löwenanlage als Teil des neuen Afrika-Areals „Mapungubwe“ ist gestartet. „Wir arbeiten in drei großen Schritten: Erst wird der neue Bereich der Löwenanlage fertig gestellt, dann die derzeitige Anlage angepasst und zum Schluss werden die beiden Bereiche miteinander verbunden“, erklärt Bauleiterin Angelika Mösche vom Planungsbüro Drecker. In direkter Nachbarschaft zu den Löwen lebten bislang die Kirk-Dikdiks sowie zwei Jungfernkraniche. Diese beiden Arten mussten nun innerhalb des Zoos umziehen, denn die Anlage wird in die der Löwen integriert. Das Haus der Kirk-Dikdiks ist wie die Gehege-Eingrenzungen mittlerweile abgerissen. Bevor die Bodenplatte des neuen Löwenstalls gegossen werden kann, muss der Bestand der Wasser- und Stromleitungen erfasst werden. „Die Anlage der Kirk-Dikdiks ist aus dem Jahr 1987. Zwar gibt es noch Pläne der Anlage, aber wir wollen uns selber davon vergewissern, welche Leitungen wo liegen, um dann mit diesem Bestand weiterzuarbeiten“, berichtet Zooinspektor Thorsten Vaupel. Auf die Bodenplatte folgt das Mauerwerk des neuen Löwenhauses – bleiben die nächsten Wochen mild, starten die Handwerker umgehend mit diesen Arbeiten. Erst zum Schluss der Bauarbeiten wird das neue Löwenhaus mit dem bestehenden verbunden, sodass die Löwen dann doppelt so viel Platz im Innenbereich haben.
Wie in den meisten Fällen gestaltet sich der Umbau einer Tieranlage im Zoo für alle Beteiligten als besondere Situation, wie Angelika Mösche weiter berichtet: „Für uns ist eine Herausforderung, dass die Löwenanlage in verschiedenen Abschnitten gebaut werden muss, weil die Löwen ja für die Bauarbeiten nicht umziehen und immer einen Teil der Anlage bewohnen. Aber wir haben sehr viel Erfahrung mit Arbeiten im Zoo Osnabrück und sind mit den Handwerkern, Kuratoren und dem Zooinspektor bereits ein eingespieltes Team.“ Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator, erklärt warum das Rudel während des Umbaus in der Anlage bleibt: „Unsere Löwen kennen diese Anlage ihr ganzes beziehungsweise fast ihr ganzes Leben lang. Für sie wäre es mehr Stress, zwischenzeitlich umzuziehen. Außerdem sind die Arbeiten momentan eine tolle Abwechslung für sie: Sie sind regelrecht neugierig und beobachten die Handwerker ganz genau.“

Unterstützung durch „Löwen für Löwen“ und weitere Spender

„Anlagen zu vergrößern ist immer eine besondere Herausforderung, da wir ja nur begrenzt Platz zur Verfügung haben“, so Michael Wendt, Schatzmeister der Zoogesellschaft. „Das schaffen wir bei den Löwen genauso wie vor Kurzem bei der Nashornanlage: Die Besucherwege werden in die Anlagen integriert und die Besucher auf Höhenpfaden über die Anlagen geführt. Der Ausblick ist einmalig und man nimmt kaum Zäune oder Abgrenzungen wahr.“ Ein Statiker arbeite derzeit an den letzten Berechnungen für den 132 Meter langen Höhenpfad, dann könne auch dessen Bau beginnen. Mit dem Höhenpfad wird auch die Steigung des Wegen flacher und somit für Kinderwagen- und Rollstuhlfahrer leichter zu bewältigen.
Der Umbau der Löwenanlage gehört gemeinsam mit dem Umbau der Nashornanlage zu dem Bauprojekt „Mapungubwe“. Die Nashornanlage wurde in diesem Jahr bereits von 2.600 auf 3.100 Quadratmeter vergrößert. Insgesamt belaufen sich die Umbaukosten auf 4 Millionen Euro, davon 1,5 Millionen Euro für die Nashorn- und 2,5 Millionen Euro für die Löwenanlage. Möglich gemacht wurde die Finanzierung unter anderem durch europäische Fördermittel und Spenden der Sparkasse Osnabrück, der Stiftung der Sparkassen Osnabrück und der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück. Ein großer Teil der Finanzierung kommt auf einem besonderen Weg zusammen: „Vor drei Jahren haben wir den Verein ‚Löwen für Löwen‘ gegründet, um Geld für den Umbau der Anlage zu sammeln“, so Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Vereins. „Der Verkauf von ‚Löwen-Wein‘, die ‚Löwenmahlzeit‘, das ‚Open Air-Kino‘ und viele andere Aktionen und Veranstaltungen haben Zoo und Verein für die Löwen durchgeführt – auch haben Schulklassen Geld gesammelt oder Zoofreunde haben sich Spenden statt Geburtstagsgeschenke gewünscht. Wir freuen uns, das Löwenrudel mit über 450.000 Euro unterstützen zu können – die 500.000 Euro-Marke haben wir noch fest im Blick“, schmunzelt der Vereinsvorsitzende.
Besucher können auch während der Bauarbeiten den fünf Löwen Nakuru (18), Kipangi (11), Amani (11), Mahiri (11) und Weibchen Shaba (19) einen Besuch abstatten: Zwar ist der Besucherweg ab der Löwenanlage bis zum Abzweig zur Tierwelt „Samburu“ gesperrt, aber vom Löwenrondell aus oder auch in ihrem Haus sind die Raubkatzen gut zu sehen. Der Umbau der Anlage soll im kommenden Sommer fertiggestellt sein.

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