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Maria Meyer erhält den Elisabeth-Siegel-Preis

Katja Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück (links), und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gratulieren Maria Meyer zum Elisabeth-Siegel-Preis. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Osnabrück. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat der Sozialpädagogin Maria Meyer den Elisabeth-Siegel-Preis verliehen. Meyer hat Ende der 1970er Jahre die Frauenberatungsstelle Osnabrück mitgegründet und ist seit mehr als 30 Jahren unter dem Motto „Frauen helfen Frauen“ im Einsatz. „Maria Meyer kann Ungerechtigkeit nur schwer ertragen“, sagte Griesert im Friedenssaal des Rathauses. „Das bewegt sie dazu, beständig für die Rechte von Frauen und in vielfältiger Weise gegen Gewalt, Belästigung, Missbrauch und Isolation zu kämpfen.“
Meyer hat sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in Not zu helfen. Unter ihrer Mitwirkung hat sich die Frauenberatungsstelle in den vergangenen drei Jahrzehnten von einer Initiative zu einer anerkannten und hoch professionellen Fachstelle entwickelt, die zu einem festen Bestandteil in der psychosozialen Landschaft in und um Osnabrück geworden ist. Aus der einstigen Anlaufstelle für geschlagene Frauen ist ein Angebot mit differenzierter Fachberatung geworden, das gezielt auf individuelle Bedürfnisse und Problemlagen von ratsuchenden Frauen eingeht.
Der Weg dorthin war nicht immer leicht, gerade auch in finanzieller Hinsicht. „Maria Meyer war aber stets die treibende Kraft, die sich mit viel Herzblut für den Fortbestand der Frauenberatungsstelle eingesetzt hat“, so Griesert. „Sie gibt der Frauenberatungsstelle auf kommunaler Ebene in Stadt und Landkreis Osnabrück ein Gesicht.“
Zudem war Meyer an zahlreichen Aktionen und Initiativen beteiligt, etwa am Osnabrücker Frauenbündnis und der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft „Autonome Frauenberatungsstellen Niedersachsen“. „Ihr soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement reicht dabei weit über das normale Maß hinaus“, betonte der Oberbürgermeister.
„Maria Meyer ist seit 32 Jahren eine Streiterin für die Sache der Frau. Das ist rekordverdächtig“, sagte Karin Detert, die als Mitglied der Jury die Laudatio hielt. Sie erinnerte an die Gründung der Frauenberatungsstelle 1987. „Damals war Gewalt gegen Frauen ein Tabuthema. Entsprechend gab es kaum Geld für den Verein, er war auf Spenden angewiesen.“ Auch heute kämpft Meyer jedes Jahr um Zuschüsse. Doch das Ansehen der Frauenberatungsstelle hat sich geändert. „Heute werden wir als Expertinnen wahrgenommen“, so Meyer. „Zu Themen wie Gewalt gegen Frauen oder sexualisierte Gewalt sind wir anerkannte Ansprechpartnerinnen. Wenn mir das jemand vor 32 Jahren gesagt hätte, hätte ich das nicht geglaubt.“
Den Preis vergibt die Stadt Osnabrück seit 2001 zu Ehren Elisabeth Siegels, die eine engagierte Sozialpädagogin und Streiterin für Solidarität und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in einer demokratisch verfassten Gesellschaft war. Die Auszeichnung erhalten Frauen, die sich für demokratische Grundrechte und insbesondere für die Rechte von Frauen einsetzen und sich in hohem Maße um das soziale, politische oder gesellschaftliche Leben der Stadt Osnabrück verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

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