Start-up-Unternehmen aus Bissendorf erhält 100.000 Euro Fördermittel

Entwicklung von Netzwerk-Komponenten für Industrie 4.0

Freuen sich über die gelungene Innovationsberatung im Start-up-Unternehmen Terz Industrial Electronics (von links): Axel Kolhosser, WIGOS UnternehmensService, die drei Terz-Geschäftsführer Stefan Wallenhorst, Oliver Opl und Volker Klanke sowie Innovationsberater Dr. Daniel Kipp, MCON. Foto: WIGOS, Kimberly Lübbersmann

Bissendorf. Industrie 4.0 bedeutet eine weitgehende Automatisierung von Maschinen und Anlagen: Das funktioniert jedoch nicht ohne die notwendigen Netzwerke. Das Start-up-Unternehmen Terz Industrial Electronics in Bissendorf entwickelt für diese Anforderungen Komponenten, insbesondere Industrial Ethernet Switches und Speichermedien.

Durch eine Innovationsberatung, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIGOS in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft MCON aus Oldenburg für kleine und mittlere Unternehmen kostenlos anbietet, konnte das Unternehmen jetzt Fördermittel der NBank in Höhe von 100.000 Euro akquirieren. Für Geschäftsführer Oliver Opl ein Glücksfall: „Für uns als junges Unternehmen mit eigener Produktentwicklung ist das eine große Hilfe.“

Opl hat Terz mit seinen beiden Mitgeschäftsführern Volker Klanke und Stefan Wallenhorst 2017 gegründet. Alle sind alte Hasen in der Branche: Sie waren vorher langjährig bei einem großen Industrieelektronikanbieter beschäftigt. Jetzt entwickeln und vertreiben sie industrietaugliche Ethernet basierte Netzwerkkomponenten und Datenspeichertechnologien für die Verschaltung industrieller Netzwerke. „Die Industrie 4.0 löst zentrale Schaltschränke auf und platziert die Infrastrukturkomponenten dezentral direkt an der Maschine: So wird das Netzwerk übersichtlicher und leicht erweiterbar – außerdem lassen sich Kosten sparen“, erläuterte Opl bei einem Unternehmensbesuch von Axel Kolhosser, WIGOS, und Innovationsberater Dr. Daniel Kipp, MCON. Doch man könne nicht einfach die Infrastruktur aus Büronetzen auf industrielle Anwendungen übertragen, skizzierte Klanke: „Die Anforderungen sind deutlich anders, etwa bei der Resistenz gegen elektromagnetische Strahlung, Vibration oder Schmutz sowie bei der Toleranz für stark schwankende Temperaturen.“

Die von Terz entwickelten Komponenten sorgen dafür, dass der Datenaustausch zwischen industriellen Anlagen innerhalb eines geschlossenen Netzwerkes zuverlässig funktioniert. So werden etwa Kameras oder Messsensoren für die Anlagensteuerung angeschlossen. „Unsere Verteiler und Speichermedien zeichnen sich dabei durch besondere Stabilität und platzsparendes Design aus“, schilderte Geschäftsführer Wallenhorst. Zum Kundenkreis gehören neben der Verkehrswirtschaft und dem Maschinen- und Anlagenbau auch Agrartechnikunternehmen. „Hier müssen unsere Switches dann auch bei sehr niedrigen Spannung arbeiten, etwa in einem GPS-gesteuerten Düngefahrzeug“, erklärte er weiter.

Das Start-up hat schon einen weiten Weg hinter sich: Die Gründungsphase wurde vom Gründerhaus Osnabrücker Land begleitet und auch mit der WIGOS ist Terz schon lange in gutem Kontakt. „Wir unterstützen unsere Unternehmen mit einem breiten Leistungsspektrum“, so Axel Kolhosser vom WIGOS-UnternehmensService. Die Ansiedlung von Terz zeige, dass der Landkreis auch für Start-ups aus dem High-Tech-Bereich interessant ist: Der Standort biete erschwingliche Büro- und Produktionsflächen mit guter Infrastruktur. Und für Terz sei die Innovationsberatung maßgeschneidert gewesen, denn sie richte sich an Unternehmen, die neue oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln. Mit Dr. Kipp von MCON hatten die Gründer dabei einen erfahrenen Partner an ihrer Seite, der in intensivem Austausch unter anderem den Innovationsgehalt und das Marktpotenzial der neuen Komponenten ermittelt hat. Durch intensive Fördermittelberatung und Unterstützung bei der Antragstellung konnten dann auch die Mittel von der NBank eingeworben werden.

„In ihrem Unternehmen steckt sehr viel Potenzial“, bescheinigt Kipp den Terz-Geschäftsführer. Doch gerade der starke Fokus auf der eigenen Produktentwicklung verlange nach einem langen Atmen bei der Etablierung des Unternehmens am Markt. Fördermittel seien deshalb sicher auch in Zukunft sehr wichtig, so der Innovationsexperte, der gleich eine neue Idee dafür mitgebracht hatte. Die Innovationsberatung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) gefördert.