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DAX-Konzerne zögern bei staatlicher Entlastungsprämie für Mitarbeiter

Die von der Bundesregierung geplante Entlastungsprämie wird bei der überwiegenden Zahl der Dax-Unternehmen nur zögerlich aufgenommen. Das ergab eine Umfrage der „Bild am Sonntag“ bei allen im wichtigsten deutschen Leitindex notierten Unternehmen.

Die Commerzbank erteilte der Krisenentschädigung, die es Unternehmen ermöglichen soll, bis zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei an ihre Mitarbeiter auszuzahlen, gegenüber der „Bild am Sonntag“ bereits eine Absage. „Für die Commerzbank planen wir die Umsetzung einer solchen Prämie aktuell nicht“, teilte eine Sprecherin von Deutschlands zweitgrößter Privatbank auf BamS-Anfrage mit.

Die Begründung: „Die Einführung einer Entlastungsprämie bringt aus Unternehmensperspektive finanzielle Aufwendungen mit sich, die eine zusätzliche wirtschaftliche Herausforderung darstellen können“, so die Sprecherin weiter. Zudem befinde sich die Wirtschaft derzeit in einer Phase, in der „branchenübergreifend viele Unternehmen unter Kostendruck stehen“, so die Sprecherin weiter.

Auch andere Großkonzerne zögern bei der Entlastungsprämie, wie die Umfrage bei allen 40 Dax-Unternehmen weiter ergab. Sobald die Bundesregierung die konkreten gesetzlichen Rahmenbedingungen festgelegt hat, werde man das Thema „sorgfältig prüfen und entsprechend bewerten“, heißt es etwa beim Chemiekonzern BASF und fast gleichlautend bei anderen Unternehmen vom Sportartikelhersteller Adidas bis zum Online-Händler Zalando. Bei VW habe man „den Vorschlag der Bundesregierung zur Kenntnis genommen“, teilte ein Sprecher des Autoherstellers der „Bild am Sonntag“ knapp mit. Bei BMW will man den Vorschlag „prüfen“, verweist aber auf laufende Tarifverhandlungen.

Deutliche Kritik an der Prämie kommt vom Digital-Konzern und Dax-Neueinsteiger Scout24. Zwar werde man „eine solche Entlastungsprämie selbstverständlich in Erwägung ziehen“, so eine Sprecherin zur „Bild am Sonntag“. „Gleichzeitig sehen wir kritisch, wenn staatliche Entlastungsmaßnahmen über freiwillige Leistungen der Unternehmen umgesetzt werden. Aus unserer Sicht sollte die Entlastung gezielt und unmittelbar dort ansetzen, wo die Belastung entsteht.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur