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NBZ am Alfsee durch Brand zerstört: Leuchtturmprojekt im Osnabrücker Land soll wieder aufgebaut werden

Der Brand hat die Ausstellungshalle des NBZ komplett zerstört. Foto: Samtgemeinde Bersenbrück

Rieste/Bersenbrück. In der Nacht zum 1. Oktober wurde das Naturschutz- und Bildungszentrum (NBZ) am Alfsee durch Feuer zerstört. Nach dem Schock für die Verantwortlichen in der Samtgemeinde Bersenbrück und den Mitarbeitenden vor Ort in den ersten Stunden nach der Brandkatastrophe war aber bereits am Abend klar: Das NBZ soll wieder aufgebaut werden.

140 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren aus Rieste, Alfhausen, Ankum, Bramsche-Mitte, Sögeln, Epe und Hesepe sowie die Drehleiter-Einheit aus Wallenhorst waren noch in der Nacht zu den Löscharbeiten ausgerückt. Gemeldet wurde der Brand knapp eine halbe Stunde nach Mitternacht. Die Löscharbeiten dauerten den ganzen Tag an, da immer wieder Glutnester aufflackerten.

Starke Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten. Foto: Samtgemeinde Bersenbrück

Insgesamt gab es vier Brandstellen, drei an den Gebäuden des NBZ und eine weitere an einem Schuppen des benachbarten Cafés „Seeterrassen“ am Alfsee. Sowohl die Feuerwehr als auch die Polizei vermuten, dass diese verteilten Brandherde Indizien für ein Fremdverschulden im Sinne einer Brandstiftung sind.

Die Polizei war bereits während der Löscharbeiten mit eigenen Kräften sowie Hubschrauber und Drohne im Einsatz und ist auch in den Tagen danach zu Ermittlungszwecken und Spurensicherung vor Ort. Des Weiteren waren Rettungsdienste an der Einsatzstelle beim NBZ, um bei eventuellen Verletzungen der Feuerwehrleute helfen zu können. Personen waren zum Zeitpunkt des Brandes glücklicherweise nicht in dem Gebäudekomplex.

Für die Mitarbeitenden des NBZ war das Feuer an ihrem bis dahin sehr idyllischen Arbeitsplatz mit direktem Blick auf den Alfsee am frühen Morgen natürlich ein Schock. Sie können sich gar nicht vorstellen, wer so etwas macht und aus welchen Gründen.

Im Juli wurden die Außenanlagen im NBZ gestaltet. Foto: Samtgemeinde Bersenbrück

Ebenso wie sie stehen auch die Mitarbeitenden der Verwaltung in der Samtgemeinde Bersenbrück vor einem Rätsel und sind gleichfalls fassungslos. Immerhin war das rund 2,5 Millionen Euro teure NBZ gerade erst Anfang des Jahres fertig gestellt und im März eröffnet worden.

Corona-bedingt musste es dann direkt nach der Eröffnung gleich wieder für einige Wochen schließen und so konnten erst im Mai die ersten Besucher die große Ausstellungshalle besichtigen, in der es interaktive Infos, Exponate, Filme und mehr zur Geschichte und Tierwelt rund um den Alfsee gab. Das alles ist jetzt durch das Feuer zerstört worden. Ebenso der Eingangsbereich mit Kasse und Shop und ein Teil der benachbarten Sitzungsräume im Obergeschoss des zweiten Gebäudes.

Im Laufe des Nachmittages konnten die Mitarbeitenden um NBZ-Leiter Jürgen Christiansen aus den Büroräumen im Erdgeschoss immerhin einige Möbel und Arbeitsmaterialien retten. Damit wollen sie ihre Arbeit erst einmal fortsetzen. Dazu werden sie zeitnah in die intakten Räume des benachbarten Cafés umziehen. Und zu tun gibt es genug. Zwar kann die Ausstellung im NBZ nach dem Brand jetzt nicht mehr besichtigt werden, aber die für die kommenden Wochen geplanten Veranstaltungen und Workshops sollen dennoch stattfinden. Dafür werden gerade passende Ausweichräume gesucht.

Bei der Eröffnung im März waren die Gäste von der Ausstellung begeistert. Foto: Samtgemeinde Bersenbrück

Samtgemeindebürgermeister Michael Wernke war während der Löscharbeiten und auch danach fast die gesamt Zeit vor Ort, um mit den Jürgen Christiansen und den Mitarbeitenden, mit Feuerwehr und Polizei und später auch mit den Versicherungen zu sprechen. Außerdem koordinierten er und die Fachleute aus der Verwaltung die ersten notwendigen Schritte zur Schadensermessung und zum weiteren Vorgehen.

Dazu müssen jetzt vor allen Dingen erst einmal alle Fakten analysiert werden. Dass die Arbeit des Naturschutz- und Bildungszentrums fortgeführt werden soll, wollen alle Verantwortlichen. Erst einmal direkt aus den Räumen des benachbarten Cafés und eventuell in zusätzlich aufzustellenden Containern. Dann soll so zeitnah wie möglich mit dem Wiederaufbau des NBZ begonnen werden, dass ein besonderes Leuchtturmprojekt im Landkreis darstellt.

Dazu müssen natürlich auch die Kosten des Sachschadens genau ermittelt werden, die zwischen zwei und drei Millionen Euro betragen. Parallel zu den Ermittlungsarbeiten von Polizei und Versicherungsfachleuten wird es dazu Gespräche mit dem Landkreis, dem Land und weiteren Institutionen geben, die bereits beim Bau des NBZ mit im Boot saßen.

Die Bersenbrücker Polizei bittet außerdem um Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge, die mit den Bränden in Verbindung stehen könnten unter Telefon 05439 9690.

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