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VfL Osnabrück ergreift erste Maßnahmen nach Pyro-Aktion


Osnabrück. Nach dem Einsatz von Pyrotechnik in der Ostkurve während des Heimspiels gegen den SV Meppen am 06. März, hat der VfL Osnabrück erste Maßnahmen ergriffen.
Bereits seit 2013 gelten im VfL-Stadion an der Bremer Brücke Standards für die Vereinheitlichung und Freigabe von Fan-Utensilien, welche der Verein, das kommunale Fanprojekt und die Osnabrücker Fanszene im Rahmen einer gemeinsamen AG Fanutensilien vereinbart haben. Mit dem Ziel einer größtmöglichen Gestaltungsfreiheit in der Ostkurve wurden gemeinsam Fan-Utensilien nach Art und Umfang definiert und vom VfL sowie den Sicherheitspartnern Feuerwehr und Polizei freigegeben, die unter Berücksichtigung der sicherheitsrelevanten Gegebenheiten des Stadions möglich sind. Neben der vom VfL ausdrücklich unterstützten größtmöglichen Gestaltungsfreiheit für die Fans der Ostkurve sollte die Vereinbarung die Osnabrücker Fanszene zu einem verantwortungsgemäßen Umgang mit Fan-Utensilien anhalten.
„Nachdem es fast 5 Jahre keine verbotene Pyrotechnik in der Ostkurve gegeben hat, kam es erstmals im Februar 2016 zum Missbrauch einer Choreo beim Heimspiel gegen Magdeburg. Wir haben damals weiter auf den Dialog und die Ergebnisse der AG Fanutensilien gesetzt und uns für ein verlässliches Miteinander von Verein und Fangruppen eingesetzt. Das ändert aber nichts an unserer Nulltoleranz-Politik bei Sicherheitsrisiken im Stadion. Was am 6. März in der Ostkurve passiert ist, verurteilen wir auf das Schärfste und haben die Osnabrücker Ultras sowie unsere Netzwerkpartner im Laufe der Woche über unsere konsequenten Maßnahmen informiert“, erklärt Jürgen Wehlend, Geschäftsführer des VfL Osnabrück.
Eine von den Ultras geplante Choreographie beim Derby gegen den SC Preußen Münster, die der VfL zunächst unterstützt hat, wurde vom Verein untersagt. Zudem hat der VfL bis auf Weiteres die Anzahl der in der Ostkurve zugelassenen Fan-Utensilien drastisch eingeschränkt. Nachdem beim Heimspiel gegen Meppen u.a. große Schwenkfahnen als Deckung bzw. Sichtschutz für das anonyme Abbrennen von Pyrotechnik missbraucht wurden, reduziert der VfL deren zugelassene Anzahl. Blockfahnen sind untersagt. Die Lagerung von Fanmaterialien sowie der privilegierte Zugang der Fanszene ins Stadion werden ausgesetzt. Die Genehmigung eines Verkaufsstandes der Ultras für u.a. Fanmaterial, Tickets für Auswärtsfahrten etc. in der Ostkurve wird ausgesetzt. Neben diesen deutlichen Restriktionen haben Vereinspräsidium und die Geschäftsführung der Spielbetriebsgesellschaft des VfL erstmals Hausverbote gegenüber Beteiligten ausgesprochen, die über die Foto- und Videoaufzeichnungen im Stadion identifiziert werden konnten. Diese Hausverbote gelten für sämtliche Veranstaltungen des VfL Osnabrück, d.h. neben den Heimspielen des VfL an der Bremer Brücke auch Vereinsveranstaltungen.
„Wir haben es uns mit diesen zunächst einmal vorläufigen Maßnahmen nicht leicht gemacht, aber das Abbrennen von verbotener Pyrotechnik auf einer voll besetzten Tribüne einerseits und die Art und Weise wie das passiert ist sind unverantwortlich. Uns haben zahlreiche Anrufe und E-Mails erreicht. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich ebenso, dass hier Kinder wie erwachsene Zuschauer in Mitleidenschaft gezogen wurden und deren Gesundheit fahrlässig aufs Spiel gesetzt wird. Neben bengalischem Feuer beim 1:1 wurden bereits in der ersten Halbzeit durch zwei Gruppen vermummter Ultras hochgiftige Gase aus nicht zertifizierter Pyrotechnik in der gesamten Ostkurve freigesetzt. Viele Besucher dort hatten einfach nur Angst. Bei den Betroffenen entschuldige ich mich im Namen des VfL in aller Form. Die erschreckenden Szenen haben nun zwangsläufige Konsequenzen. Dazu zählen die Haus- und weitergehenden Stadionverbote für Täter und auch Beteiligte, die Beihilfe geleistet haben. Darüber hinaus werden wir die tatsächlich Verantwortlichen auch finanziell in Regress nehmen. Der DFB-Kontrollausschuss hat die Untersuchung der Vorkommnisse aufgenommen und uns zu einer Stellungnahme aufgefordert.“
Gleichzeitig ruft der Verein die Osnabrücker Fanszene auf, die Ereignisse intern aufzuarbeiten und mit dem VfL im Dialog zu bleiben. Die vermehrt kritischen Stimmen, insbesondere in der Ostkurve, gegen das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik waren am Dienstagabend nicht zu überhören. Auch in der Fanszene selbst war diese gefährliche Aktion ein kontrovers diskutiertes Thema der letzten Tage. Mit der AG Fanutensilien und dem Fandialog (Runder Tisch), der von der VfL-Fanabteilung organisiert wird, haben Verein und Fans eine Plattform für den Austausch und ein konstruktives Miteinander. Die von den Fanszenen Deutschland im letzten Jahr angestoßene und jetzt in der Pilotierung umgesetzte Vereinheitlichung und Freigabe von Fan-Utensilien in deutschen Stadion wird durch den VfL ganz ausdrücklich unterstützt. Allerdings kann dies neben der Berücksichtigung der sicherheitsrelevanten Gegebenheiten an der Bremer Brücke nur dann wirklich funktionieren, wenn die Fanszenen sich zu einem verantwortungsgemäßen Umgang mit Fan-Utensilien bekennen.

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