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Weintrends: Was Genießer 2023 probiert haben sollten

Das vergangene Jahr war für deutsche Winzer und Winzerinnen ein gutes. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Erzeugung 2022 um eine halbe Million Hektoliter an. Nicht nur darüber durften sich deutsche Weintrinker freuen. Auch einige neue Trends im Hinblick auf feine Tropfen haben sich Ende des vergangenen Jahres entwickelt, um Weingenießer mit Besonderheiten wie extravaganten Ausbaumethoden oder ausgefallener Farbe zu begeistern.

Weinnation Deutschland: Diese Trends werden hierzulande immer beliebter

Ein Gläschen zu einem guten Essen. An Sommerabenden ein Schlückchen im Liegestuhl. Eine duftende Flasche nach einem anstrengenden Tag oder ein aromatisches Glas zu einer Zigarre mit perfekt darauf abgestimmtem Aroma. Wie genau der Einzelne seinen Wein hierzulande auch genießt: Fest steht, dass Deutschland eine Weinnation ist. Zu verdanken ist das den Römern, die Weinreben vor mehr als 2.000 Jahren in den deutschsprachigen Raum einführten. Seitdem wird in deutschen Breitengraden Wein angebaut und getrunken. Im Durchschnitt liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in der Bundesrepublik heutzutage bei rund 20 Litern Wein im Jahr. Frankreich, Portugal und Spanien holen die Deutschen damit zwar nicht ein. Europaweit bewegen sie sich mit diesem Konsum trotzdem im oberen Mittelfeld. Was deutsche Verbraucher mit dem Weintrinken verbinden? Neben Genuss ist es oftmals Entspannung. Dementsprechend offen ist man hierzulande für neue Trends im Hinblick auf Wein. Ob es dabei nun um die Anbauart geht, den Erzeugungsort oder die Eigenschaften, die das Getränk in der Flasche auszeichnen.

1. Gereift wie in der Antike

Nicht jeder Weintrinker ist auch ein echter Weinkenner. Wer zu letzteren gehört, ist mit der Kunst des Ausbauens wohlvertraut. In der Regel werden Weine im Holzfass oder Stahltank gereift. Doch seit einigen Jahren ist vielen Winzern die altbewährte Ausbaumethode in diesen Gefäßen nicht mehr genug. Ähnlich wie in der Antike werden einige Weine mittlerweile in der Tonamphore gereift und zum Teil sogar vergärt. Winzige Mengen an Sauerstoff treten durch die feinen Poren des Gefäßes hindurch. Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Wein nur langsam zur Reife gelangt. Alle Fruchtnoten bleiben dem Getränk dadurch erhalten. Zur selben Zeit sind die Tannine des guten Tropfens weicher. Ähnliche Resultate erzielen Winzer mittels Betonei. Diese organische Form erlaubt dem Wein beim Reifen den ständigen Kontakt mit der Hefe, sodass sich ein delikater Schmelz entwickelt.


2. Auf zu neuen Ufern

Von Portugal über Spanien bis hin zu Südafrika: Jeder leidenschaftliche Weintrinker hat seine Präferenzen, was das Anbauland betrifft. Im deutschen Weinhandel fanden sich bisher vor allem Produkte aus Anbauregionen wie Spanien, Frankreich oder anderen Ländern, die für ihren Weinbau weltbekannt sind. Das scheint sich jetzt zu ändern. Beim Blick in das Weinregal größerer und kleinerer Händler finden sich zunehmend auch Vertreter aus Weinregionen wie dem Balkan oder Armenien. Das ist nicht nur wegen des ausgezeichneten Preisleistungsverhältnisses interessant. Der Aufbruch zu neuen Ufern geht auch mit der Einführung hierzulande bislang unbekannter Rebsorten einher.

3. Reueloser Genuss

So wie die Nische alkoholfreier Biere seit der jüngeren Vergangenheit ständig wächst, gibt es auch zunehmend mehr alkoholfreie Weine. Einige Kritiker bemängeln, dass es den Tropfen ohne Alkohol zwingend an Vollmundigkeit mangelt. Trotz dieser Kritik steigt die Qualität alkoholfreier Weine stetig, sodass sie mittlerweile als interessante Alternative zu konventionellen Erfrischungsgetränken gelten. Schon jetzt gibt es sogar Exemplare, die im Holzfass ausgebaut werden und vielschichtige Aromen entwickeln. Eine ähnlich interessante Entwicklung sind Fruchtsäfte, die fermentiert werden und dadurch geschmackliche Tiefe erreichen. Perfekt für alle, die zu einem Gänge-Menü keinen Alkohol trinken möchten und trotzdem nicht auf Wein verzichten wollen.

4. Orange is the new red

Wein muss im Glas nicht weiß oder rot aussehen. Auch Orange wird mittlerweile gemeinhin akzeptiert. Weißwein mit dieser Farbe kommt bei der Herstellung in Kontakt mit Luft und liegt für einige Zeit auf den Schalen der Trauben. Dieser Prozess der Mazeration lässt neben der Färbung Aromen und Gerbstoffe aus der Maische in die Flüssigkeit übertreten. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarker Tropfen mit samtigem Mundgefühl, der ungewohnt saure Noten zeigt. Orange gefärbte Weißweine dieser Art versprechen mehr Komplexität und haben sich besonders unter wagemutigen Weintrinkern zu einem echten Trend entwickelt.

5. Rosé auf Siegeszug

Lange schon wird Rosé auch unter eingefleischten Weintrinkern nicht mehr verspottet. Das wachsende globale Interesse wurde durch rosafarbenen Prosecco gestärkt, der 2020 zugelassen wurde. Aus Südfrankreich stammt zudem ein Schaumwein mit vergleichbar fruchtbetontem Stil. Abgerundet werden diese Sorten von trockenen Exemplaren, die ebenfalls immer beliebter werden. Von still bis schäumend macht sich Rosé heutzutage auch als Dinner-Wein einen Namen. Besonders gut passt er zu Gemüse, hellem Fleisch und Fisch. Ein echter Genuss ist der Tropfen übrigens auch im Rahmen eines Picknicks. Solange es das Wetter erlaubt, am besten selber ausprobieren.