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Jahreshauptversammlung Zoo Osnabrück: Rück- und Ausblick auf das Zoogeschehen

Packen gemeinsam im Ehrenamt und Hauptamt für den Zoo Osnabrück an (v.l.n.r.): Lisa Josef (Prokuristin), Wolfgang Schenk (Schatzmeister), Reinhard Sliwka (Zoopräsident), Dr. Claudia Haarmann (Beisitzerin), Hans Cromme (Vizepräsident), Prof. Michael Böer (Zoodirektor), Andreas Busemann (Zoogeschäftsführer) und Karin Bruchhausen (Beisitzerin) freuen sich auf neue Veranstaltungsformate wie die Zoo-Lights mit über 650 Tierlichtfiguren ab dem 23. September. Foto: Zoo Osnabrück (Philip Freund)

Donnerstagabend fand die Jahreshauptversammlung der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. statt. Neben einem Rück- und Ausblick auf das Zoogeschehen und die Tierwelt, wurde der Jahresabschluss vorgestellt, das Präsidium entlastet sowie Dr. Claudia Haarmann als Beisitzerin erneut gewählt.
Rund 80 Mitglieder des Zoovereins, dem 1.808 Familien und 223 Einzelpersonen angehören, kamen am Donnerstagabend um 19 Uhr zusammen. Zoopräsident Reinhard Sliwka begrüßte die Anwesenden und warf einen ersten Blick zurück: „Die vergangenen 12 Monate waren sehr bewegte Monate mit freudigen und traurigen Momenten. Wir freuten uns beispielsweise sehr über die Geburt unseres ersten Elefantenbabys hier am Schölerberg, doch wir trauerten auch um Hybridbärin Tips, die tragischer Weise erschossen werden musste, nachdem sie aus ihrem Gehege entwichen war.“ Gleichzeitig habe der Zoo Osnabrück viel bewegt, um sich auch weiterzuentwickeln. Mit der Gründung des Vereins „Löwen für Löwen“ habe der Zoo viele Charity-Aktionen angestoßen, um Gelder für den Umbau der Löwenanlage zu sammeln: „Ob Fußball-Cup oder die erste Zoo-Auktion, im Zoo stellte die Mannschaft viel auf die Beine, um Spendengelder zu sammeln. Unsere finanzielle Situation ist aufgrund der Tatsache, dass der Zoo sich fast alleine finanziert, immer wieder eine Herausforderung – vor allem, wenn es um die Erneuerung von Tieranlagen für eine noch bessere Tierhaltung geht.“ Mit kreativen Charity-Aktionen schaffe der Zoo es immer wieder, noch zusätzliche Mittel einzuwerben.

Dank an alle Ehrenämtler und Zoomitarbeiter

Gleichzeitig habe es auch viele Angebote für das Vereinsleben gegeben: Zooreisen in die Zoos von München, Nürnberg, Stuttgart, Karlsruhe oder Emmen, zahlreiche Sonntagsführungen mit Blicken hinter die Zookulissen sowie den Neujahrsempfang und das Sommerfest für den Verein. Einen besonderen Dank sprach Zoopräsident Sliwka allen ehrenamtlich Tätigen aus: „Neben den Präsidiumsmitgliedern helfen inzwischen auch viele Zoobegeisterte als Zooscouts und beantworten Fragen von Besuchern oder unterstützen die Zoogärtnern. Darüber hinaus wird auch gerade eine Gruppe gegründet, die noch im Aquarium zur Hand geht.“ Sliwka bedankte sich auch bei der gesamten Zoomannschaft, die mit viel Herzblut täglich den Zoo verbessert und voranbringt. „Ob in der Verwaltung, im Kassenbereich, im Service, in der Tierpflege, im wissenschaftlichen Team, bei den Handwerkern und Gärtnern oder in der Zooschule – alle sind mit großem Engagement dabei und ohne sie würde der Zoo nicht funktionieren“, betonte Sliwka. Bei der anschließenden Wahl einer Beisitzerin im Präsidium wurde Dr. Claudia Haarmann gewählt. Sie war in dem vergangenen Jahr bereits als Vertretung von Präsidiumsmitglied Alexander Hesselbarth gewählt worden. Ehrungen erhielten an dem Abend Marielies Haberstroh, Maria und Felix Jäger sowie Helga Rademacher für 40 Jahre, Walter E. Popp für 50 Jahre sowie Fred und Rosemarie Hackmann für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Überblick über das tierische Geschehen

Einen Überblick über Veränderungen im Tierreich gab anschließend Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Besonders freuen wir uns natürlich über die Entwicklungen bei den Elefanten. Anfang des Jahres hatten wir zunächst noch unsere Elefantenhaltung verbessert. So haben wir beispielsweise den Boden im Elefantenhaus entfernt und ein spezielles Sandgemisch ausgestreut sowie die Beschäftigung bei den Elefanten ausgebaut. Dann kam im März endlich unsere langerersehnte Mutterlinie mit der tragenden Kuh Douanita und Tochter Sita aus dem Zoo Prag und bereits im Juli kam Douanitas Kalb zur Welt. Seitdem verzaubert der kleine Minh-Tan nicht nur die Besucher, sondern auch unsere Tierpfleger.“ Doch auch in anderen Bereichen sei die Tierhaltung weiter verbessert worden oder gab es Nachwuchs: „In den vergangenen Monaten gab es Nachwuchs bei den Seehunden, Warzenschweinen, Mangaben, Rentieren oder bei den Antilopen. Das ist schön für die Tiere, schließlich gehört die Jungenaufzucht mit dem Leben in der Wildbahn, aber auch schön für unsere Besucher, denn sie können das Familienleben im Tierreich beobachten“, erläutert Böer. Besonders interessant seien die Tierbeobachtungen bei der Vielfraßfamilie, wo sich das ältere Jungtier mit den Eltern um den neuen Nachwuchs aus 2017 kümmert. Doch Prof. Böer berichtete auch über Schwierigkeiten bei der Jungenaufzucht: „Ob Lungenentzündung, multiresistente Coli-Bakterien oder Herpes-Viren – wie in der Wildbahn können auch Zoojungtiere krank werden, trotz der tiermedizinischen Betreuung. Mit Prophylaxe, Impfungen aber auch mit Homöopathie unterstützen wir das Immunsystem des Nachwuchses.“ Schließlich informierte Böer auch über das weitere Vorgehen bei den Orang-Utans: „Es ist immer noch geplant, dass in den nächsten Monaten ein weiteres Orang-Utan Paar bei uns neu zusammengebracht wird, allerdings hat dabei das Wohlergehen von Astrid und Buschi Vorrang. Das werden wir genau mittels festgelegter Parameter in einem interdisziplinären Projekt begleitet von der Universität Berlin und der Universität Osnabrück beobachten.“


Vorstellung der Zoozahlen

Zoogeschäftsführer Andreas Busemann stellte im Anschluss die Zahlen der Zoo Osnabrück gGmbH des Zoojahres 2016 vor: 5.382.000 Euro der insgesamt 7.139.000 Euro Einnahmen in 2016 generierte der Zoo durch Eintrittsgelder (75,4%), zusätzliche 866.000 Euro durch Sponsoring – bei Ausgaben in Höhe von 6.700.000 Euro. Dabei gelang es dem Zoo 2016 auch durch neue Online-Marketing-Kampagnen mit insgesamt 25.575 Stück noch mehr Jahreskarten zu verkaufen (2015: 21.025) und damit noch mehr Menschen hoffentlich langfristig an den Zoo zu binden. 60 Prozent seiner Besucher kommen inzwischen aus Regionen außerhalb des Osnabrücker Landes. Auch mit dem laufenden Zoojahr sei der Geschäftsführer soweit zufrieden „Wir liegen genau plankonform. Dennoch werden die nächsten Jahre nicht leicht, da unsere Nachbarzoos Zuschüsse in Millionenhöhe erhalten und damit immer attraktiver werden. In Emmen hat ein neuer Zoo für eine Investitionssumme von 200 Millionen Euro eröffnet, der Allwetterzoo Münster erhält einen laufenden Zuschuss von 3,8 Millionen Euro, der in den nächsten Jahren auf 4,1 Millionen Euro erhöht und um zusätzliche Gelder für Investitionen aufgestockt wird. Der Zoo Hannover bekommt in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro von der Region für neue Investitionen.“ Langfristig werde es für den Zoo Osnabrück schwer da mitzuhalten, vor allem weil in den nächsten Jahren auch die Elefantenanlage überarbeitet werden müsse. Der Zoo Osnabrück finanziert sich so gut wie selbst über Eintrittsgelder und Sponsoring-Einnahmen mit nur einem für die Zoobranche ausgesprochen geringem Zuschuss durch die Stadt von 0,7 Millionen Euro.

Ausblick auf die nächsten Projekte

Was der Zoo Osnabrück tut, um der Konkurrenz trotz der schwierigen Situation die Stirn zu bieten, stellte Prokuristin Lisa Josef vor: „Zunächst freuen wir uns sehr, dass endlich das Menschenaffenhaus umgebaut ist und am 23. September mit Innenminister Boris Pistorius offiziell eröffnet wird. Dank der Unterstützung vieler Menschen im Rahmen der Spendenkampagne ‚Wir für Buschi‘ erhalten unsere Orang-Utans Buschi und Astrid sowie ihre Mitbewohner die Gibbons ein vergrößertes Zuhause im Stil der asiatischen Tempel-Ruine Angkor Wat. Damit ist der dritte Bauabschnitt unserer zentralen asiatischen Tierwelt mit Tigertempelgarten und Affentempel abgeschlossen.“ Parallel ziehen die ersten Tiere in der neuen Tierwelt Manitoba ein: „Waldbisons, Polarwölfe und Schwarzbären werden in den nächsten Wochen am Schölerberg erwartet und Besucher können dann bereits durch den ersten Teil der Tierwelt gehen und den Blick von einem Höhenpfad aus genießen“, berichtete Josef. Der zweite Teil von Manitoba soll in der Saison 2018 fertiggestellt werden, dann werde es die offizielle Eröffnung geben. „Die nächsten Projekte werfen jedoch auch schon ihre Schatten voraus: Die Löwen-Anlage sowie die Nashornanlage werden unter dem Namen ‚Mapungubwe‘ in den nächsten Jahren erweitert. Mit dem ‚Löwen für Löwen‘ Verein sammeln wir bereits Geld für die Löwenanlage. Weitere Charity-Aktionen für alle Löwenfans, wie eine Fotoaktion, werden noch im Herbst starten.“ Um weitere Gelder für die Umbauten zu sammeln, lege der Zoo außerdem einen Fokus auf Veranstaltungen: „Am 22. September findet unsere ‚Löwenmahlzeit‘ statt, bei der die Teilnehmer zum Abendessen in den Zoo kommen können. Darauf folgen die ‚Zoo-Lights‘, eine abendliche Lichtinstallation mit über 650 Tierlichtfiguren vom 23. September bis 15. Oktober, sowie das Halloween-Festival Ende Oktober.“ Und so viel sei bereits verraten: Auch eine winterliche Veranstaltung mit Eislauffläche plane der Zoo zurzeit für die Monate Januar und Februar.

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