Bohmte/Ostercappeln. Beim schnellen Internet waren ländliche Gebiete in der Vergangenheit häufig benachteiligt worden. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen treibt der Landkreis Osnabrück den Breitbandausbau voran. Davon profitieren bald auch 430 Adressen in der Gemeinde Bohmte und im Nordosten der Gemeinde Ostercappeln. Am ersten Spatenstich beteiligten sich Vertreter von Landkreis Osnabrück, der Kommunen, des Netzbetreibers und der ausführenden Firma.
Das Netz wird von der Landkreis-Tochter TELKOS gebaut. Dabei erfolgen die Arbeiten vor allem in ländlichen Bereichen – aber nicht nur. Neben Privathaushalten werden auch kleinere Gewerbegebiete und der Freizeitpark Kronensee angeschlossen. Dazu kann auch der Hafen Wittlager Land später über das Netz der TELKOS versorgt werden.
Dirk Holtgrewe, Geschäftsführer der TELKOS, freute sich, dass der ländliche Raum beim Breitbandausbau aufholt. Hier hätten sich in der Vergangenheit private Telekommunikationsanbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht engagiert. „Der Landkreis Osnabrück gleicht deshalb in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden dieses Versäumnis aus und sorgt dafür, dass auch weniger dicht besiedelte Wohngegenden über eine zeitgemäße Infrastruktur verfügen“, sagte Holtgrewe.
Vermarktung startet am 1. September 2022
In Bohmte und Ostercappeln wird eine Trasse mit einer Länge von rund 80 Kilometern gebaut. Die Arbeiten werden voraussichtlich im kommenden Sommer abgeschlossen. Kooperationspartner des Landkreises ist die GVG Glasfaser GmbH. Über den Netzbetreiber können Interessenten künftig bei der Marke „teranet“ schnelle Internetanschlüsse als auch Telefonie und Fernsehen buchen.
Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Kiel hatte bei der europaweiten Ausschreibung für die anstehenden Ausbaustufen das attraktivste Angebot abgegeben. Die GVG Glasfaser GmbH hat sich auf die digitale Infrastruktur spezialisiert: Dabei handelt es sich um die sogenannte fibre-to-the-home-Technik, kurz FTTH. Bei dieser Vorgehensweise wird die Glasfaser bis direkt ins Haus oder Unternehmen verlegt, so dass die Internetnutzung völlig unabhängig vom herkömmlichen Telefonnetz auf Basis veralteter Kupferleitungen läuft.
Der Breitbandausbau wird vom Bund mit 50 Prozent und vom Land Niedersachsen mit 25 Prozent gefördert. Die restlichen 25 Prozent trägt der Landkreis Osnabrück bei. Bis 2025 sollen sämtliche „weißen Flecken“ – also besonders schlecht versorgte Gebiete mit verfügbaren Bandbreiten von weniger als 30 Mbit pro Sekunde – im Landkreis beseitigt sein. Dabei handelt es sich um 11.000 Adressen in insgesamt 29 einzelnen Baulosen.
PM/Landkreis Osnabrück






























