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Alt-Bundespräsident Joachim Gauck trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Altbundespräsident Joachim Gauck trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Von links: Staatssekretär a.D. Heinz-Wilhelm Brockmann (Forum Osnabrück), Joachim Gauck, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Robert Schäfer

Osnabrück. Es waren wegen der Corona-Beschränkungen zwar nur wenige Gäste im Friedenssaal zugelassen, dennoch fühlte sich Altbundespräsident Joachim Gauck am Mittwoch, 2. Juni „sehr geehrt“ sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen zu dürfen.

Ein wenig gerührt war er schon, als ihm Oberbürgermeister Wolfgang Griesert seinen Namenszug zeigte, den er bereits im Goldenen Buch hinterlassen hat: Bevor er zum Bundespräsidenten gewählt wurde, hatte er die Friedensstadt vor gut 20 Jahren schon einmal besucht, um einen Vortrag zu halten, und sich zu dieser Gelegenheit bereits in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Am Mittwoch ist es wieder ein Vortrag gewesen, der ihn veranlasste, die Stadt zu besuchen. Bei dem kleinen Empfang sagt Griesert: „Meines Wissens haben es – wenn überhaupt – nur ganz wenige Menschen geschafft, ihren Namen zum Namen einer Behörde zu machen. Sie haben das geschafft: Die Gauck-Behörde ist legendär. Aber auch aus Ihrer täglichen Arbeit als Bundespräsident waren Sie Repräsentant unseres Landes in der Welt und in Europa, waren aber auch Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger.

Das forderte diplomatisches Geschick, gerade weil Sie die „Freiheit“ zu Ihrem Thema gemacht haben.“ Nach einem kurzen Rückblick auf den Westfälischen Frieden von 1648 blickte der Oberbürgermeister auch voraus: „Hier im Friedenssaal ist es gelungen, zu diplomatischen, zu verträglichen Lösungen zu kommen. Dafür steht der Westfälische Frieden von 1648, ein Friede nach einem Krieg, der keine Sieger und keine Besiegten kennt. Dieses vertragliche Ende erforderte fünf Jahre lang Verhandlungen, die nicht einfach waren, schließlich waren im 17. Jahrhundert 150 Abgeordnete mit 150 Meinungen in Osnabrück und dem benachbarten Münster vertreten. Im Jahre 2023, also 375 Jahre später, werden wir mit einem umfangreichen Programm an dieses bedeutende Datum in der europäischen Geschichte erinnern, an dem sich Europa gewissermaßen neu erfunden hat, was das umfangreiche Vertragswerk nachdrücklich verdeutlicht.“


Sehr interessiert reagierte Gauck auf die Ausführungen des Oberbürgermeisters über Hans Callmeyer, der in Israel, in Yad Vashem, als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wird. Seine Heimatstadt Osnabrück erinnerte an ihn 1995 mit der höchsten Auszeichnung, der Justus-Möser-Medaille. Er hatte tausenden Juden während des Zweiten Weltkrieges im besetzten Holland das Leben gerettet und sie – die sogenannten „Calmeyer-Juden“ – vor Auschwitz bewahrt. „Mit einer Ausstellung in einem Gebäude direkt neben dem Nussbaum-Haus wollen wir an sein Menschen-Werk, wenn ich das so sagen darf, erinnern“, sagte der Oberbürgermeister.

PM/Stadt Osnabrück

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