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New York legalisiert Cannabis

Themenbild: Pixabay

Als 2012 die ersten Bundesstaaten der USA Cannabis legalisierten, war das Aufsehen groß. Washington und Colorado entschlossen sich als erste zu diesem historischen Schritt. Seither fällt die Prohibition in einem Bundesstaat nach dem anderen. 2015 erlaubten Oregon und Alaska den Konsum von Cannabis, 2016 folgten Kalifornien und Massachusetts. Seither geben jedes Jahr weitere Bundesstaaten und Territorien der USA die gescheiterte Verbotspolitik auf. Vor wenigen Wochen schloss sich auch New York dem Trend an.

Gouverneur Andrew Cuomo unterzeichnete das Gesetz am 31. März. Seither dürfen New Yorker in aller Öffentlichkeit einen Joint rauchen, ohne dass die Polizei sie behelligen kann. Bald soll auch der Verkauf in lizenzierten Dispensaries und über Lieferdienste starten. Was bedeutet das für die Bewohner des Bundesstaates?

Cannabiskultur in den USA

In anderen Bundesstaaten hat sich nach der Legalisierung im Handumdrehen eine echte Cannabiskultur herausgebildet. Verkaufsstellen, die sogenannten Dispensaries, vermarkten mehr als nur ein Genussmittel – sie vermarkten ein neues Lebensgefühl. Früher mussten Cannabiskonsumenten sich ständig Sorgen vor rechtlichen Problemen und gepanschtem Gras machen. Heute können sie ihrem Hobby nachgehen, ohne sich zu verstecken. Cannabis ist auf einmal zum Luxusprodukt für Genießer geworden. Grower können sich in Zeitschriften und Blogs austauschen, anstatt hinter versteckter Hand darüber zu reden. Auf der Suche nach der richtigen Züchtung zum Anbauen können sie jederzeit eine Amnesia Haze Sortenbewertung im Internet finden. Sie können daher nicht nur das Aroma ihres Marihuanas selbst bestimmen, sondern auch aussuchen, ob sie eher euphorische Highs oder psychedelische Erfahrungen suchen. Wer vor wenigen Jahren noch im Untergrund arbeiten musste, ist heute ein angesehener Geschäftsmann.


Schrittweise Entwicklung

Bis es in New York so weit ist, muss allerdings noch etwas Zeit vergehen. Konsumenten können zwar schon jetzt aufatmen, der Verkauf und der Anbau von Cannabis sind in dem Bundesstaat aber noch nicht erlaubt. Dafür ist ein schrittweiser Prozess vorgesehen. Das Verfahren zur Lizenzvergabe für Dispensaries soll demnächst gestartet werden. Bis Ende des Jahres können Kommunen allerdings Satzungen erlassen, die den Verkauf von Cannabis auf ihrem Gebiet untersagen. Das wird allerdings nur für stationäre Geschäfte gelten. Lieferdienste sollen ihre Waren in ganz New York verbringen dürfen. Der Bundesstaat erhofft sich von der Legalisierung unter anderem Steuereinnahmen in Höhe von 350 Millionen US-Dollar pro Jahr. Hobby-Grower müssen sich noch länger gedulden. Erst 18 Monate nachdem der Verkauf in den Dispensaries gestartet ist, dürfen sie zu Hause ihre eigenen Pflanzen großziehen. Cannabispatienten sollen noch 2021 die Erlaubnis zum Anbau erhalten.

Was bedeutet das für den illegalen Handel?

Die ersten Dispensaries dürften wohl kaum vor 2022 an den Start gehen. Bis dahin dürfte der illegale Handel mit Cannabis also weiter blühen. Die Polizei will aber auch weiterhin hart gegen Dealer vorgehen. Allerdings ist Cannabisgeruch nun kein ausreichender Grund mehr für eine Personendurchsuchung. Die Anzahl der Verurteilungen dürfte daher fallen. Wenn der legale Verkauf beginnt, dürfte das für die Straßenszene aber ein schwerer Schlag sein. Trotzdem ist nicht damit zu rechnen, dass der Verkauf von Cannabis im Untergrund vollständig verschwindet. Denn die Händler auf dem Schwarzmarkt zahlen weder Abgaben noch Einkommenssteuer. Daher können sie ihre Produkte billiger anbieten als die Dispensaries. Der Rückgang der Drogenkriminalität dürfte sich trotzdem positiv bemerkbar machen.

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