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Stadt Osnabrück will Ausgangssperre verhängen

Foto: Henning Hünerbein

„Ich freue mich sehr darüber“, sagt Stadträtin Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabes der Stadt Osnabrück, „dass sich das Land unseren Überlegungen angeschlossen hat, die offensichtlich auch andere Kommunen in Niedersachsen angeregt haben, mit intelligenten Vorschlägen auf die besorgniserregende Entwicklung der Corona-Pandemie zu reagieren. Wir werden jetzt alles dafür tun, um zum Ende des Monats Geschäften die Möglichkeit zu geben, unter Auflagen wieder zu öffnen. Erfreut bin ich über ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, nach dem der Zoo schon jetzt wieder öffnen kann.“

Der Koalitionsausschuss der niedersächsischen Landesregierung hatte sich am Donnerstag darauf verständigt, Modellkommunen zu unterstützen. Ziel der Stadt Osnabrück ist es, in der Innenstadt Schnelltestzentren einzurichten. Kunden, die in der Innenstadt einkaufen wollen, können sich testen lassen, wenige Minuten auf das Ergebnis warten und mit einem negativen Ergebnis dann die Geschäfte betreten, die sich diesem Modellprojekt angeschlossen haben. Die Standorte dieser Schnelltestzentren sollen gut erreichbar sein.

In den Geschäften gelten selbstverständlich die üblichen Hygieneregeln. Auch das Tragen einer Maske gehört natürlich dazu. „Wir wissen, und die Statistiken bestätigen unsere Auffassung, dass die Geschäfte nicht zu den Treibern der Pandemie gehören. Das Gleiche gilt auch für die Museen der Stadt. Daher können wir in diesen Bereichen differenziert vorgehen auch, um zu verhindern, dass die Osnabrücker in die umliegenden Städte fahren, um dort einzukaufen. Wir schaffen so einen Anlass, um sich hier testen zu lassen, in der Stadt zu bleiben und das ist doch gut“, sagt Pötter. Soziale Kontakte müssten trotzdem weiterhin streng reglementiert bleiben. Insbesondere junge Menschen scheinen die Pandemie nicht mehr ganz so ernst zu nehmen: „Wir beobachten einen bemerkenswerten Anstieg insbesondere unter den Jüngeren“, sagt Pötter.

Impfungen mit AstraZeneca: Nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag bekanntgegeben hat, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca weiterhin zu empfehlen, haben in Osnabrück bereits am heutigen Freitag die Impfungen mit diesem Impfstoff wieder begonnen. 107 Menschen, vorwiegend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kitas, erhalten ihre Impfung am Freitag. Wegen des vorübergehenden Impfstopps unter der Woche arbeitet das Impfzentrum auch am Wochenende durch. So wurden für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca für Samstag 132 und für Sonntag 150 Termine vergeben. Am Montag werden mit diesem Vakzin 420 Menschen geimpft.

Gründe für die hohe Inzidenz: Der überwiegende Teil der positiv getesteten Menschen hat sich im privaten Umfeld angesteckt. Zwei Drittel der Betroffenen wissen, bei wem sie sich wahrscheinlich angesteckt haben. Rund die Hälfte der Infizierten lebt in Haushalten mit vier oder mehr Personen. 98 Fälle verteilen sich auf nur 14 Adressen. Während bei den ersten beiden Wellen häufig nur Einzelpersonen infiziert waren, sind nun häufig ganze Familien/Haushalte infiziert. Teilweise gibt es sogar Infektionen in mehreren Haushalten in einem Mehrfamilienhaus. All das lässt darauf schließen, dass die Mutation des Virus ansteckender ist, als die ursprüngliche Variante und dass Kontakte, die vor einiger Zeit noch nicht zu einer Infektion geführt hätten, nun eine solche zur Folge haben.

Zur Luca-App: Der Gesundheitsdienst hat die Voraussetzungen geschaffen, so dass die Luca-App umgehend einsatzbereit ist. Das heißt, die Unternehmen, Betriebe, Praxen etc. können sich eigenverantwortlich als Betreiber für den Einsatz der App entscheiden und diese einsetzen. Die Inbetriebnahme vor Ort ist nach Ankündigung der Entwickler innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Geeignete Informationen stehen auf der Homepage des Entwicklers bereit. Die Stadtverwaltung selbst hat verschiedene Handlungsfelder definiert, in denen der Einsatz der digitalen Kontaktnachverfolgung einen deutlichen Mehrwert bietet. Hierzu gehören die stärker frequentierten Dienststellen der Stadtverwaltung, die Kultur-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen sowie auch die Schulen. Die Inbetriebnahme erfolgt nun mit Hochdruck nach und nach beginnend in der kommenden Woche. Ein konkreter Zeitplan wird derzeit erarbeitet.

Ausgangssperre: Der Krisenstab der Stadt rechnet damit, dass die 7-Tages-Inzidenz in den kommenden Tagen die 200 überschreiten wird. Diese hohen Inzidenzen hängen zu einem großen Teil damit zusammen, dass Menschen zu viele private Kontakte haben. Deshalb ist auch eine nächtliche Ausgangssperre ein Mittel, das die Stadt umsetzen wird, wenn die Inzidenz-Zahlen in den kommenden Tagen weiterhin so steigen wie zuletzt.

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Die Situation an Schulen und Kitas: In Schulen im Stadtgebiet sind derzeit 88 Schülerinnen und Schüler und vier Lehrkräfte infiziert. Zahlen, wie viele dieser Personen derzeit überhaupt die Schulen für den Präsenzunterricht besuchen, haben wir nicht. Es wird jedoch deutlich, dass die Fälle häufig nur eine geringe Anzahl an Quarantänefällen an den Schulen nach sich ziehen. Das lässt den Rückschluss zu, dass viele der Infizierten die Schule schon lange nicht mehr betreten haben und sich erstens außerhalb des schulischen Umfeldes angesteckt haben und zweitens innerhalb der Schulen niemanden angesteckt haben können. An Kitas gibt es derzeit insgesamt 35 Fälle.

PM/Stadt Osnabrück

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