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Verpackungsmüll wird zunehmend zu einem Problem in Deutschland: DBU-Projekt testet Lösungen für Handel und Hersteller

Unter die Lupe genommen: Das Trenn- und Sortierverhalten wird vom Club für nachhaltige Verpackungslösungen anhand bestimmter Verpackungen aus Haushaltsstichproben analysiert. Foto: Ramon Külpmann/CSCP

Wuppertal. Im Schnitt verursachen die Deutschen pro Kopf 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Jahr, von denen lediglich rund 70 Prozent recycelt werden. Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (Wuppertal) und die Verbraucher Initiative (Berlin) wollen die Müllmengen reduzieren und die Verwertungsquote erhöhen.

Dafür gründeten sie in einem ersten von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt einen Club, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Mit Hilfe von Reallaboren sollen in einem zweiten Projekt nun Handlungswissen gesammelt und Empfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. Die DBU unterstützt das Vorhaben mit 481.620 Euro.

Verpackungsmüll wird zunehmend zu einem Problem in Deutschland

Am 18. März ist Global Recycling Day. Der weltweite Aktionstag der Global Recycling Foundation ruft zu einem bewussteren Umgang mit Plastikabfällen und mehr Recycling auf. Auch in Deutschland wird Verpackungsmüll zunehmend zum Problem: Laut Verpackungsstudie des Umweltbundesamtes (UBA) fielen im Jahr 2017 mehr als 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll in Deutschland an. Das sind nahezu 30 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren. „Eine besondere Herausforderung sind die Abfälle aus Kunststoff. Deren Anteil nimmt stetig zu, und es wird nur etwa die Hälfte später recycelt“, sagt DBU-Referatsleiter Dr. Volker Berding, zuständig unter anderem für Ressourcenmanagement. Diese Verpackungen belasten laut Berding die Umwelt auf unterschiedliche Weise – etwa durch Mikroplastik, das in die Ozeane gelangt, oder durch Kohlenstoffdioxid-Emissionen.


Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Vor diesem Hintergrund wird Nachhaltigkeit immer wichtiger – insbesondere auch für Verbraucherinnen und Verbraucher. „Viele sehen die Verantwortung dafür beim Gesetzgeber, dem Handel und den Herstellern“, sagt Projektleiter Stephan Schaller. „Aber indem Kundinnen und Kunden recyclingfähige Produkte kaufen und sie später sachgemäß trennen und entsorgen, spielen auch sie eine zentrale Rolle, um Ressourcenkreisläufe zu schließen.“ Gleichzeitig steige bei Handelsunternehmen die Wahrnehmung für das Thema. Viele haben es sich Schaller zufolge zum Ziel gemacht, die Verpackungsmenge zu reduzieren und mehr recyclingfähige Produkte und Verpackungen anzubieten. Schaller: „Für Hersteller bedeutet das zwar einen gewissen Druck, aber auch die Chance, sich als innovativ und nachhaltig zu positionieren.“

Nach Angaben von Projektleiter Schaller geht es im nun gestarteten zweiten Projekt zur Vermeidung von Verpackungsmüll darum, herauszufinden, „welche Maßnahmen und Verpackungsinnovationen das Verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten in Richtung Kreislauforientierung fördern.“ Ziel sei es, Handel und Herstellern Lösungen zu vermitteln, um den Kreislaufgedanken mit Blick auf Kundinnen und Kunden bestmöglich umzusetzen. „So könnten die Kunden und die Hersteller gemeinsam Wege aus der Plastikflut finden“, sagt Schaller.

PM/Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

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