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Volles Haus: 120 Mädchen und Jungen haben in der Kinderstadt die Selbstverwaltung geprobt

Die Abordnung der Kinderstadt trägt sich in Anwesenheit von Bürgermeister Uwe Görtemöller in das Gästebuch. Foto: Jens Lintel

Osnabrück. Bewerbermangel in bestimmten Berufen? Das bekannte Problem aus der Erwachsenenwelt wurde in der „Kinderstadt“ beim Osnabrücker Ferienpass jetzt auf eine ganz naheliegende Weise gelöst: Als Interessenten für die Stellen im Beauty-Salon und in der Nähwerkstatt fehlten, sorgte eine Extrazulage von 10 Kinderstadt-Talern dafür, dass sich im Handumdrehen genug Bewerber für die Posten fanden.
Diese und alle weiteren Entscheidungen, die für das Funktionieren der Kinderkommune sorgten, wurden ganz allein von den Mädchen und Jungen gefällt, die jetzt in dem großen Beteiligungsplanspiel die Selbstverwaltung geprobt haben. Mit 120 Teilnehmern im Alter von neun bis 14 Jahren zählte die Kinderstadt erneut zu den größten und aufwändigsten Veranstaltungen im Sommerferienprogramm in Osnabrück.
In der selbstverwalteten Kinderkommune wurde von den Mädchen und Jungen wieder sozusagen die Erwachsenenwelt nachgespielt: Es gab Betriebe aller Art und Verwaltungsstellen von Post und Bank über Arbeitsamt bis Rathaus, in denen die Kinder wechselnde Berufe ausüben und auch Freizeitbeschäftigungen nachgehen konnten.
Regiert wurde die Kinderstadt diesmal von der 13-jährigen Oberbürgermeisterin Naya und dem ebenfalls 13 Jahre alten Bürgermeister Felix (13). Neben ihnen gehörten noch Jonas (Finanzen), Max (Unternehmensberatung) und Georgi (Sicherheitsrat) dem Stadtrat im Kinderstadt-Rathaus an. Den protokollarischen Höhepunkt bildete wieder ein Besuch im Rathaus der Stadt Osnabrück. Die Abordnung der Kinderstadt wurde diesmal im Rathaus von Bürgermeister Uwe Görtemöller empfangen. Er begrüßte sie im Friedenssaal und führte sie durch das Rathaus. Im Amtszimmer von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert legte er seiner Kinderstadt-Kollegin die goldene Amtskette des Osnabrücker Stadtoberhaupts an und das Mädchen durfte sich an den Schreibtisch von Griesert setzen.
Am Abschlusstag des Beteiligungsplanspiels waren Eltern, andere Angehörige und weitere Erwachsene in die Kinderstadt eingeladen und konnten sich einen Einblick verschaffen. Zuvor war nur in besonderen Ausnahmefällen Erwachsene in der Kinderstadt zugelassen – im Verlauf des Planspiels müssen die Großen draußen bleiben und die Kinder entscheiden allein.

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