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Jürgen Wehlend verlässt den VfL Osnabrück

Symbolfoto: Henning Hünerbein

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat seinem Geschäftsführer Jürgen Wehlend die Freigabe für einen Wechsel zu Dynamo Dresden erteilt. Beim sächsischen Drittligisten wird der 54-Jährige, dessen Vertrag bei den Lila-Weißen ursprünglich bis Ende 2021 datiert war, zum 01. Januar 2021 neuer kaufmännischer Geschäftsführer. Wehlend kehrt damit in seine Geburtsstadt zurück.

„Jürgen Wehlend hat den VfL Osnabrück in einer denkbar schwierigen Phase übernommen und den Klub seither auf wirtschaftlich solide Füße gestellt. So ist die positive Entwicklung der vergangenen Jahre insbesondere eng mit seinem Namen verbunden. Dafür gilt ihm unser aber auch mein persönlicher Dank. Für meine Präsidentschaftskandidatur spielte seine Person eine entscheidende Rolle“, erklärt Manfred Hülsmann als Beiratsvorsitzender des VfL Osnabrück. „Wir wären auch deshalb gerne gemeinsam mit ihm die vor uns liegenden Herausforderungen angegangen. Bei aller Enttäuschung können wir seine Entscheidung, den VfL zu verlassen, nach acht Jahren eine neue Herausforderung anzunehmen und zukünftig für den Fußballklub in seiner Heimatstadt arbeiten zu wollen, nachvollziehen und akzeptieren diese – insbesondere deshalb, weil es keine Entscheidung gegen den VfL ist. Wir wünschen Jürgen Wehlend deshalb persönlich alles Gute für die Zukunft und danken für sein insgesamt achtjähriges, erfolgreiches Engagement.“

2013 stieg Jürgen Wehlend als Geschäftsführer beim VfL Osnabrück ein – unmittelbar nach der Ausgliederung des Lizenzfußballs in eine Spielbetriebsgesellschaft, die Wehlend dann maßgeblich umgesetzt hat. Im Mai 2014 legten die Lila-Weißen unter seiner Führung ein Crowdfunding zur Lizenzsicherung für die Spielzeit 2014/15 auf – ein Novum im deutschen Profifußball. Innerhalb von nur vier Tagen zeichneten rund 1.400 Crowdfunder Darlehen in Höhe von mehr als 500.000 Euro.

Die Entschuldung des eingetragenen Vereins und der Stadiongesellschaft 2016 war ein weiterer Meilenstein für den VfL unter seiner Regie. Sie rettete dem Klub die Existenz und ebnete den Weg zu einer seither wirtschaftlichen Solidität in einem äußerst dynamischen Marktumfeld. Ende 2017 installierte Wehlend Benjamin Schmedes als neuen Sportdirektor. Mit dieser Personalentscheidung begann auch die sportliche Erfolgsgeschichte der letzten Jahre: Erst der Klassenerhalt in der 3. Liga 2018. Ein Jahr später der Aufstieg in die 2. Bundesliga, der in der vergangenen Spielzeit mit dem Klassenerhalt gekrönt wurde. Zuletzt führte Wehlend die Lila-Weißen durch die anhaltende Corona-Krise, er hat maßgeblichen Anteil am positiven Jahresergebnis der letzten Saison.

Bereits vor seiner Zeit als Geschäftsführer war Jürgen Wehlend eng mit dem VfL verbunden. 2004 sicherte er sich in gleicher Funktion für das Telekommunikationsunternehmen „osnatel“ das Stadionnamensrecht, was dem VfL damals das wirtschaftliche Überleben sicherte.

„Der Abschied aus Osnabrück wird mir nicht leichtfallen. Ich hatte hier unternehmensübergreifend über dreißig schöne und erfolgreiche Jahre, konnte meinen Traumberuf lernen und studieren sowie mit der Gründung von osnatel den einen oder anderen innovativen Beitrag zur infrastrukturellen Entwicklung dieser Region leisten, der ich persönlich viel zu verdanken habe“, betont Jürgen Wehlend und ergänzt: „Beim VfL Osnabrück habe ich ab 2004 – als wir mit osnatel das Namenssponsoring der Bremer Brücke übernommen haben, um den Verein nach dem Abstieg aus der 2. Liga wirtschaftlich zu stabilisieren – und den nunmehr acht Jahren als Geschäftsführer unfassbar emotionale, intensive sowie mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga schlussendlich sehr erfolgreiche Jahre erleben dürfen. Ich bedanke mich bei Präsident Manfred Hülsmann und dem gesamten Beirat, dass nunmehr meiner Bitte nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung zum Ende dieses Jahres entsprochen wurde und wünsche dem VfL natürlich weiterhin maximalen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Natürlich blicke ich aber auch mit Freude meiner zukünftigen Aufgabe bei Dynamo Dresden entgegen. Gleichzeitig freue ich mich, dass ich durch den Wechsel in meine Geburtsstadt auch meiner in Dresden lebenden Familie wieder näher sein kann.“

„In jedem personellen Wechsel liegt auch immer eine Chance, die wollen wir nutzen. Bis zum Ende des Jahres wird Jürgen Wehlend bereits angestoßene und nicht aufschiebbare Themen zum Wohle des Klubs abwickeln – das war eine Bedingung für die vorzeitige Vertragsauflösung. Benjamin Schmedes ist als Teil der Geschäftsleitung ohnehin in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden“, sagt Manfred Hülsmann. „Wir nehmen uns nun die notwendige Zeit, um die zukünftige strukturelle Ausrichtung des VfL Osnabrück zu definieren. Zunächst geht es dabei nicht um Namen und Personen, sondern um den tatsächlichen Bedarf. Die sich aus diesem Prozess ergebenden Anforderungen nehmen wir als Basis für das Profil nachfolgender Personalentscheidungen. Der Beirat hat eine interne Findungskommission eingesetzt, um eine mit der notwendigen Sorgfalt wohlüberlegte Entscheidung für die Zukunft des VfL Osnabrück zu treffen.“

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