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Perfider Betrug: Senioren um 20.000 Euro gebracht

Symbolfoto: Henning Hünerbein

Dissen. Am Donnerstagmittag, gegen 13 Uhr, klingelte das Telefon eines Ehepaares in Dissen. Der Anrufer begann das Gespräch ohne Namensnennung und schilderte, dass er ein bisschen „Mist“ gebaut habe und nun der Gerichtsvollzieher bei ihm sei, er müsse kurzfristig 45.000 Euro bezahlen.

Auf Nachfrage, wer der Anrufer denn überhaupt sei, wurde empört gefragt, ob die Seniorin wirklich nicht wisse, wer der Anrufer sei. Der alten Dame fiel dann ein Verwandter im Ruhrgebiet ein, sie nannte seinen Namen. Der Anrufer bestätigte erleichtert, dass er der genannte Verwandte sei. Das Gespräch wurde zurück auf das Geld gelenkt. Die Seniorin berichtete, dass man bereit sei auszuhelfen, allerdings die notwendige Summe nicht aufbringen könne. Der Betrüger am Telefon gab dann an, er wolle sehen, ob sich mit dem Gerichtsvollzieher über eine Anzahlung verhandeln ließe und beendete das Gespräch.

Kurz darauf klingelte erneut das Telefon. Eine weibliche Stimme meldete sich und gab sich als Mitarbeiterin des „LKA 31“ aus. Die Frau berichtete den Senioren, dass das LKA einer Betrugsbande auf der Spur sei. Diese Bande habe Informanten bei unterschiedlichen Geldinstituten und würden dadurch Zugriff auf Kundendaten erlangen. Die falsche LKA-Beamtin bat das Ehepaar um Mithilfe.

Die Gesprächsführung wurde auf das Mobiltelefon verlagert. Es meldete sich eine männliche Stimme, die sich ebenfalls als LKA-Mitarbeiter, „Gerold Meyer, Dienstnummer 77788“, vorstellte. Der Anrufer fragte die Senioren, bei welchen Banken sie Konten hätten. Der falsche LKA-Beamte wies das Ehepaar an, von zwei Konten jeweils 10.000 Euro abzuheben. Es sollten keine Nachfragen von Bankangestellten beantwortet werden, insbesondere keine Fragen zur Verwendung des Geldes. Die Geldinstitute seinen von der Verbrecherbande unterwandert.

Das Ehepaar wurde nach seiner Bekleidung befragt, es seien im Ortsgebiet bereits einige Beamte verdeckt eingesetzt, für diese seien die Informationen zur Bekleidung wichtig.

Sobald das Geld abgehoben war, gab es neue Anweisungen von den Betrügern. Das Geld sollte in einem Briefumschlag verpackt werden. Anschließend sollte es in einem Mülleimer an der Großen Straße in Dissen abgelegt werden. Dort sollte, so berichtete der falsche LKA-Beamte, der Zugriff und die Festnahme des Geldabholers erfolgen.

Der Ehemann konnte aus einiger Entfernung sehen, wie der deponierte Briefumschlag abgeholt wurde. Der Senior wartete gespannt auf die bevorstehende Festnahme, aber nichts geschah. Nach Rücksprache mit seiner Ehefrau informierte man die echte Polizei.

Der Geldabholer kann wie folgt beschrieben werden:

  • männlich
  • ca. 35-40 Jahre alt
  • ca. 175 cm groß
  • sehr korpulent
  • glatzköpfig
  • bekleidet mit einem weißen T-Shirt und einer dunklen Hose

Wer Hinweise auf den beschriebenen Mann geben kann, ihn vielleicht am Donnerstag in Dissen bemerkt hat, meldet sich bitte bei der Polizei unter 05401/879500.


Im Video: Behörden gelingt Schlag gegen Call-Center-Betrüger

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