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Blaulicht

26 Hochleistungssirenen für das ganze Stadtgebiet

Großbrand, Unwetter oder andere Schadenslagen – manchmal kann es nötig sein, die Menschen schnell zu informieren. Zurzeit wird bei der Stadtverwaltung daran gearbeitet, ein Sirenennetz mit 26 Hochleistungssirenen einzurichten. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Beim Großbrand im Fledder tönten sie noch nicht, aber bald sollen Sirenen die Bevölkerung warnen. Großbrand, Unwetter oder andere Schadenslagen – manchmal kann es nötig sein, die Menschen schnell zu informieren. Zum Beispiel über das Radio oder die Apps NINA oder Katwarn. Aber dadurch wird nicht jeder erreicht. Zurzeit wird bei der Stadtverwaltung daran gearbeitet, ein Sirenennetz mit 26 Hochleistungssirenen einzurichten.

Ein spezialisiertes Ingenieurbüro hat die Ausführungsplanung übernommen, jetzt werden mit 26 Hochleistungssirenen für das Stadtgebiet Osnabrück geplant und ausgeschrieben. Abhängig vom Ausschreibungsergebnis wird das Sirenennetz vermutlich zwischen 300.000 und 400.000 Euro kosten. Derzeit rechnet die Stadtverwaltung mit einer Vergabe noch im Juli und mit dem Beginn der Realisierung im August.

Bis 1993 waren die Sirenen Sache des Bundes, er unterhielt ein flächendeckendes System von Luftschutzsirenen, die die Katastrophenschutzbehörden bei Bedarf auch nutzen konnten. Nach dem Ende des Kalten Krieges bot der Bund den Kommunen an, die Sirenen zu übernehmen. Im Stadtgebiet Osnabrück waren am 1. Januar 1993 insgesamt 99 Sirenen in Betrieb. Die Stadt nahm das Angebot aber nicht an, 33 Sirenen waren kaputt und mussten sofort demontiert werden, auch die anderen entsprachen nicht mehr den Anforderungen an die moderne Technik. Bis auf zwei Geräte in Voxtrup und Sutthausen, mit der die Freiwillige Feuerwehr alarmiert wird, blieben die Sirenen stumm.

Gleichwohl wurde die Verpflichtung erkannt, den Wegfall des Sirenennetzes zu kompensieren, das gibt auch das Niedersächsische Katastrophenschutzgesetz (NKatSG) vor. 2013 schaffte die Stadt ein Fahrzeug mit einer mobilen Sirene an. 2015 und 2016 sollten zwei weitere Auto hinzukommen. Dazu kam es nicht, denn es wurde beschlossen, das gesamte Warnkonzept der Stadt zu überprüfen.

Viele Menschen, die in Osnabrück und Umgebung leben, haben sich Apps auf ihr Smartphone geladen, bei Bränden, Unwetter oder ähnlichem piepen, auch damit hat sich der Rat bereits mehrfach befasst. NINA ist ein Angebot des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), während Katwarn vom Fraunhofer FOKUS im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands und der Combirisk GmbH entwickelt wurde. Die Anbieter der beiden Warn-Apps arbeiten bereits seit dem Frühjahr 2017 zusammen. Allerdings genügen diese Apps allein als Warnsystem nicht, auch nicht zusammen mit der mobilen Sirene.

Inzwischen betreiben oder planen wieder viele Städte ein stationäres Sirenensystem, um sich auf Szenarien vorzubereiten, bei denen eine Warnung der Bevölkerung notwendig werden kann. Mit dabei sind z.B. Duisburg, Essen, Mülheim, Herne, Münster, Chemnitz, Krefeld, Regensburg, Brake, Solingen oder Kassel. Diesen Städten wird sich Osnabrück anschließen.

Am Donnerstag, 10. September, ist übrigens bundesweiter Warntag. Am gemeinsamen Aktionstag von Bund und Ländern werden in ganz Deutschland sämtliche Warnmittel erprobt. Pünktlich um 11 Uhr werden zeitgleich in Landkreisen und Kommunen in allen Ländern mit einem Probealarm die Warnmittel ausgelöst: Sirenen heulen wo vorhanden, Apps machen sich bemerkbar und das Radio wird eine Durchsage machen. Damit soll die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. www.warnung-der-bevoelkerung.de/

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