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Riesige Gorilla-Figur sammelt Spenden für den Zoo

Andreas Busemann (Zoogeschäftsführer) und Dr. E.h. Fritz Brickwedde (Zoopräsident) nahmen das Gorilla-Kunstwerk von den Initiatoren Markus Wiethe (Inhaber Wiethe Content GmbH), Dirk Lührmann (geschäftsführender Gesellschafter Mletzko newgen GmbH & Co. KG) und René Turrek (Künstler) entgegen. Der Betonsockel wurde von der Firma H. Scholle GmbH & Co. KG gesponsert, vertreten durch Albert Brokamp. (v.l.n.r.) Foto: Zoo Osnabrück (Marilena Koch)

Osnabrück. Eine vom Graffitikünstler René Turrek gebrushte, riesige Gorilla-Figur steht seit dem 16. Juni im Zoo Osnabrück. Der bunte Gorilla soll unter dem Projekttitel „ZOOGOS“ nicht allein ein Fotomotiv für Besucher sein, sondern ist ein Symbol für Solidarität und gleichzeitig ein Spendenaufruf, um dem Zoo durch die Corona-Zeit zu helfen.
Am Dienstag, 16. Juni, fuhr ein großes Fahrzeug mit Anhänger in die afrikanische Tierwelt „Takamanda“ im Zoo Osnabrück ein – aufgeladen war eine leuchtend bunte, 2,50 Meter hohe Gorilla-Figur. Das vom Graffitikünstler René Turrek gestaltete Kunstwerk mit dem Projekttitel „ZOOGOS“ fuhr vorbei an Warzenschweinen, Drills und Zebramangusten, bis es an der Schimpansenanlage auf eine Betonsohle gehoben wurde. Dort ist ab sofort das neue Zuhause des Kunststoff-Gorillas. Gegossen wurde die Sohle vom langjährigen Zoopartner H. Scholle GmbH & Co. KG, der diese Baumaßnahme für das Spendenprojekt sponserte. Neben der fest verankerten Figur ehrt ein Hinweisschild 18 Auftakt-Sponsoren, die jeweils 2.500 Euro für die Tiere des Osnabrücker Zoos gespendet haben. Bis heute sind durch „ZOOGOS“ 37.500 Euro Spenden zusammengekommen. Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde ist begeistert: „Wir freuen uns ganz besonders über dieses Projekt und danken sowohl den Initiatoren von ‚ZOOGOS‘ als auch allen Auftakt-Sponsoren und der Firma Scholle, die diese Aktion erst möglich gemacht haben. Durch die große Symbolkraft der Gorilla-Figur werden nicht nur die bisherigen Spenden in Ehren gehalten, sondern es wird gleichzeitig zum Nachdenken angeregt und zu weiteren Spenden ermuntert.“ Die Figur soll ab sofort nicht nur ein tolles Fotomotiv für Besucher sein, sondern insbesondere auf die schwierige Situation hinweisen in der sich Zoos durch die Corona-Krise befinden.

Zoo Gorilla Osnabrück

Ins Leben gerufen wurde das Spenden-Projekt von Markus Wiethe, Inhaber der Wiethe Content GmbH und Dirk Lührmann, geschäftsführender Gesellschafter bei Mletzko newgen GmbH & Co. KG. „Auslöser für das Projekt war dabei die Corona-Krise: Alles musste schließen und viele Unternehmen sind dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Mein Freund Dirk Lührmann sprach mich an und wir beschlossen: Wir müssen etwas für unsere Stadt tun. Der Zoo Osnabrück, den die Krise besonders schwer traf, lag da natürlich nahe und wir entwickelten ein Spenden-Projekt für die Tiere am Schölerberg. ‚ZOOGOS‘ steht dabei für ‚Zoo Gorilla Osnabrück‘“, erzählt Markus Wiethe. Daraufhin akquirierten die Geschäftsleute Auftakt-Sponsoren zur Unterstützung und etablierten mit dem Kunststoff-Gorilla die zentrale Figur und das Symbol von „ZOOGOS“. Der 2,50 Meter hohe und 100 Kilogramm schwere Protagonist aus Kunststoff sollte direkt ins Auge fallen, farbenfroh sein und optimistisch stimmen. Also kontaktierten Lührmann und Wiethe den durch seine Graffitikunst und das auffällige Lackieren von Autos bekannten Osnabrücker Künstler René Turrek und gewannen ihn für das Projekt. „Bei einem solchen Herzensprojekt war ich natürlich sofort dabei und nahm die Herausforderung an, weder ein Auto noch eine Wand oder Leinwand zu gestalten, sondern eine große Tierfigur aus Kunststoff“, freut sich Turrek.

Gorilla soll einen Namen bekommen

Wie auch die anderen Werke des Künstlers erscheint der ZOOGOS-Gorilla ganz im Stil der Pop und Street Art: Turrek sprayte, brushte, kleckste und taggte auf die schwarze Skulptur, bis sie ihr jetziges comicartiges Aussehen erhielt. Im Sinne der Pop Art wird die Grenze zwischen Kunst und Alltagsrealität aufgebrochen. Die Gorilla-Skulptur erinnert an ein Graffiti im öffentlichen Raum und steht doch neben ihren lebenden Verwandten, den Schimpansen im Osnabrücker Zoo. Markus Wiehte erklärt: „Das tolle an dieser Figur ist, dass insbesondere Kinder von den bunten Farben und ihrer Überdimensionierung angezogen werden, aber auch Erwachsene Gefallen an dem Kunstwerk finden. Gleichzeitig machen wir auf die Message von ‚ZOOGOS‘ aufmerksam und unterstützen so den Zoo Osnabrück.“ Nun fehle lediglich ein Name für die Tierfigur, ergänzt Dirk Lührmann. „Wir hoffen, dass die Zoo-Fans ein paar tolle Ideen haben, wie wir unseren Protagonisten nennen können. Alle Namensvorschläge können noch bis zum 15. August über unseren neu eingerichteten Instagram Account ‚zoo_gos‘ eingereicht werden. Anfang September wird der finale Name dann verkündet.“ Der ZOOGOS-Account wurde im Rahmen des Projekts erstellt und zeigt die Entstehung des bunten Gorillas, aber auch Bilder von der fertigen Figur. „Wir freuen uns außerdem, wenn Besucher des Zoos ihre Fotos von dem Werk mit dem Hashtag #zoo_gos auf Instagram verlinken und uns markieren. So kann unsere Intention auch digital etabliert werden und die Symbolkraft des Projekts wird weitergetragen,“ so der Wunsch beider Initiatoren.
Zoogeschäftsführer Andreas Busemann bedankt sich für die Initiative und das Projekt „ZOOGOS“: „Dieses Engagement und die gesamte Aktion zeigt wieder einmal, wie solidarisch wir in einer Krisensituation miteinander umgehen und dass wir als Zoo auch in schweren Zeiten auf unsere Region bauen können. Das Projekt ‚ZOOGOS‘ beschreibt außerdem einen Meilenstein und eine Art Abschluss des Hauptteils unserer Retter-Aktion. Der Zoo hat seit knapp sechs Wochen wieder geöffnet – wenn auch mit Einschränkungen – und jetzt heißt es den Blick nach vorne zu richten. Wir setzten die Segel in Richtung vollständiger Öffnung.“ Dennoch hat die fast achtwöchige Schließung den Zoo einige Einbußen gekostet. In der dunklen Jahreszeit werden dem Zoo außerdem Einnahmen fehlen, die schon jetzt durch Jahreskarten 2021 eingespielt wurden. Der Zoo rechnet auch für den Rest des Jahres mit herben Einbußen bei den Besuchereintritten, die 75 Prozent seines Budgets ausmachen. Unter www.shop.zoo-osnabrueck.de können Zoo-Fans weiterhin günstige Retter-Jahreskarten und Retter-Produkte kaufen und den Zoo so weiterhin unterstützen.


Graffitikünstler und Fahrzeuglackierer René Turrek

René Turrek (*1977 in Osnabrück) ist in Bad Iburg aufgewachsen und ist ein bekannter Graffitikünstler und Fahrzuglackierer. Als Jugendlicher begann er seine Graffitis im öffentlichen Raum zu sprayen und nachdem er Deutsche Kunstgeschichte und Illustration studierte, schuf er erste Werke auf Leinwand. Turrek ist ein international renommierter Künstler und fertigte unter anderem Portraits von Robin Schulz, Victoria Beckham und David Garret. Als Fahrzeuglackierer übernimmt er Auftragslackierungen von hochpreisigen Automobilen. Er entwickelte einen Thermolack, der bei Kontakt mit heißem oder kaltem Wasser seien Farbe verändert.