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Osnabrücker Ratssitzungssaal wird renoviert

So wird der zukünftige Ratssitzungssaal aussehen; Rendering: Firma TRILUX (Arnsberg), Sabine Brunner

Osnabrück. Die Stadtverwaltung nutzt die Coronazeit und die folgende Sommerpause, um von Dienstag, 2. Juni, bis etwa Mitte September den in die Jahre gekommenen Ratssitzungssaal zu renovieren, neu zu gestalten und mit moderner Technik zu versehen. Dies sieht ein Beschluss des Stadtrats in seiner Sitzung vom 11. Februar vor.

„Der Ratssitzungssaal ist Tagungs- und Repräsentationsort des Rates und somit zentraler Ort der kommunalen Demokratie. In dem einzigen großen repräsentativen Saal der Stadtverwaltung finden pro Jahr acht Ratssitzungen, 70 Ausschuss- und Gremiensitzungen und bis zu 35 Veranstaltungen wie die Osnabrücker Friedensgespräche, die Abendveranstaltung vor der Friedenspreisverleihung oder auch die Festveranstaltungen zum Europatag und Volkstrauertag statt. Der Ratssitzungssaal wurde in dieser Form fast 30 Jahre lang genutzt. Es wird Zeit, dass wir diesen zentralen Raum unseres historischen Rathauses den modernen Gegebenheiten anpassen“, so Osnabrücks oberster Repräsentant, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

So wird der zukünftige Ratssitzungssaal aussehen; Rendering: Firma TRILUX (Arnsberg), Sabine Brunner

Es versteht sich von selbst, dass für derartige Veranstaltungen eine zeitgemäße Ausstattung erforderlich ist. Die derzeitige Gestaltung und Möblierung stammt jedoch überwiegend aus den Siebziger- und Achtzigerjahren. Insbesondere die Mikrofonanlage aus Anfang der Neunzigerjahre ist abgängig und Ersatzteile nicht mehr zu beschaffen. Die seit 1991 genutzten Sitzmöbel sind durchgesessen und müssen dringend aufgearbeitet werden. Da es sich bei den Stühlen um hochwertige Designklassiker handelt, reicht es aus, diese lediglich aufzuarbeiten und nicht zu ersetzen. Die neuen Tische werden mit Steckdosen versehen, auch um die Nutzung digitaler Endgeräte zu erleichtern. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lüftungsanlage, die an heißen Tagen völlig überlastet ist. Auch diese wird erneuert.

Details:

Baubeginn ist der 2. Juni. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten gegen Mitte September. Die Kosten belaufen sich auf ca. 750.000 Euro. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Neue Akustikdecke, ca. 180.000 Euro

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Die abgängige Lüftungsanlage muss erneuert werden. Eine Akustikdecke in Form einer Glattdecke wird montiert, von der runde Pendelleuchten herabhängen. Durch den Einsatz von zwei Beamern, die auf den Flächen rechts und links des Stadtwappens projizieren, besteht flexibel die Möglichkeit, sowohl Präsentationen als auch die aktuellen Tagesordnungspunkte jeweils auf einer oder auch auf beiden Seiten anzuzeigen. Anders als bisher wird das Stadtwappen bei Präsentationen nicht mehr verdeckt.

Boden und Wände, ca. 100.000 Euro

Wie auch in den anderen Sitzungsräumen wird im Ratssitzungssaal Teppich verlegt, da dieser akustisch besser geeignet ist als Parkett. Da im Boden PAK-haltiger Kleber vorhanden ist, muss dieser entfernt werden (Sondermittel 30.000 Euro). Die Wände des Ratssitzungssaales werden ruhig und farblich unauffällig gestaltet. Die vorhandenen Holzfenster und die Heizkörpernischen (40.000 Euro) werden in einem helleren Farbton aufgearbeitet. Die Fensterbereiche werden mit elektrischen Blendschutzrollos (12.000 Euro) versehen. Auf Vorhänge soll zunächst verzichtet werden, eine Nachrüstung ist jedoch jederzeit möglich.

Aktuell überprüfen die Experten den Zustand der Fenster. Ggf. müssen einige Fenster ersetzt werden.

Herrichtung Foyer mit Monitor für Videoübertragungen und Informationen über Ratsarbeit, ca. 20.000 Euro

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Im Foyer vor dem Ratssitzungssaal informiert zukünftig ein Bildschirm über die Zusammensetzung des Rates, die Ratsmitglieder und die Gremien. Gleichzeitig können hierüber die Ratssitzungen in den Vorraum übertragen werden. 2019 haben im Rahmen von Führungen 13.760 Personen das Foyer mit dem Stadtmodell besucht. Für diese große Personenzahl zzgl. der individuellen Rathausbesucher würde der geplante Infobildschirm die Möglichkeit bieten, sich über die Ratsarbeit in Osnabrück zu informieren.

Stühle, ca. 125.000 Euro

Die im Jahr 1991 angeschafften und somit fast 30 Jahre alten Stühle werden aufbereitet und mit einer komplett neuen Polsterung (Polsterung/Bezug künftig in schwarz) versehen. Bei je nach Bestuhlungsanordnung für den Ratssitzungssaal genutzten 110 Stühlen belaufen sich die Kosten auf etwa 125.000 Euro.

Die Anschaffung von gleichwertigen neuen Stühlen würde zu Mehrkosten von rund 50.000 Euro führen. Die Beschaffung günstigerer Modelle wird aufgrund der geringen Einsparmöglichkeiten und der erheblich schlechteren Qualität nicht empfohlen.

Tische inklusive Rednerpult, ca. 95.000 Euro

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Neue Tische verfügen über Kabelkanäle, sodass die Anzahl der Bodentanks spürbar reduziert werden kann. Favorisiert werden erneut eckige Tische, da bei abgerundeten Tischen das Ausräumen des Saales bzw. die platzsparende Lagerung der Tische nahezu unmöglich würde. Durch dreieckige Tischplatten zwischen den Tischen wird eine optische Verbesserung erzielt und die Weiterleitung der Stromkabel kaschiert. Ein höhenverstellbares Rednerpult im Design der Tische ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Medientechnik, inkl. Medienschrank, Funkmikrofonanlage pro Tisch (35 Stück) Sicherheits-/Brandmeldetechnik, Kosten ca. 230.000 Euro

Der Ratssitzungssaal nebst Foyer wird erstmalig mit entsprechender Sicherheits- und Brandmeldetechnik versehen.

Geplant ist eine neue Mikrofonanlage (35 Akku-Funkmikrofone) je Tisch mit Schwanenhals, (diese funktioniert auch beim Reden im Stehen) mit zentraler Steuerungsmöglichkeit. Für die gesamte Stirnseite (Ausschussvorsitzende etc.) sind versenkbare Bildschirme in den Tischen vorgesehen, damit bei Präsentationen nicht immer der Standort gewechselt werden muss.

Ferner sind neben einem zentralen Steuerungselement im Türbereich (für Licht, Temperatur, etc.), Stromanschlüsse an den Tischen über Bodentanks sowie die Installation einer Kamera für die Übertragung auf den Bildschirm im Foyer vorgesehen.

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Auf die Übertragung der Ratssitzungen als Livestream oder Podcast wird zunächst verzichtet. Die technischen Voraussetzungen werden jedoch geschaffen, sodass die Realisierung eines Livestreams, ggf. auch mit zusätzlichen Kameras, über eine Nachrüstung möglich ist.

Der Ratssitzungssaal in den Fünfzigerjahren, Foto: Stadt Osnabrück, Archiv

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