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Zootechniker deutschsprachiger Zoos tagen in Osnabrück

Dr. E.h. Fritz Brickwedde (Präsident Zoogesellschaft Osnabrück e.V.), Hans-Jürgen Schröder (Zooinspektor Zoo Osnabrück) und Uwe Görtemöller (Bürgermeister Stadt Osnabrück; erste Reihe Mitte, v.l.n.r.) begrüßten die Zootechniker deutschsprachiger Zoos zur zweitägigen Tagung mit spannenden Vorträgen und intensivem Austausch. Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)

Osnabrück. 50 Vertreter aus Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen im Zoo Osnabrück zusammen, um sich über den aktuellen Stand im Bereich der Zootechnik auszutauschen.
Neuheiten bei Schließsystemen für Tieranlagen, Arbeitssicherheit oder Logistik – ein Großteil der Arbeitsbereiche von Zoos spielt sich „hinter den Kulissen“ ab. Für die tägliche Arbeit der Tierpfleger und eine sichere und möglichst artgerechte Tierhaltung sind diese Themen für Zootechniker jedoch zentral. Um sich eng auszutauschen und zu vernetzen, kamen daher am vergangenen Wochenende Mitarbeiter aus rund 50 deutschsprachigen Zoos – darunter auch Zoos aus Österreich und der Schweiz – im Zoo Osnabrück zur „14. Zootechniker-Tagung“ zusammen. Eröffnet wurde die zweitägige Tagung von Bürgermeister Uwe Görtemöller am Freitag: „Der Zoo Osnabrück ist ein Bildungs- und Erholungsort und gleichzeitig mit jährlich über einer Million Besucher ein wirtschaftlicher und touristischer Leuchtturm der Region. Außenstehenden ist selten bewusst, was für Berufe, Aufgaben und Herausforderungen Zoos mit sich bringen – im Zoo Osnabrück arbeiten über 150 Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen. Wir freuen uns, dass die Vertreter der anderen Zoos teils weite Strecken auf sich genommen haben, um den Zoo und die Stadt Osnabrück zu besuchen.“ Neben Zoovertretern aus München, Wien oder Leipzig war auch der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) vertreten. Der Dachverband der Zoos vereint 71 wissenschaftlich geleitete Zoos im deutschsprachigen Raum.

Know-how Transfer für Tierwohl und Sicherheit

„In Zoos ist ein Großteil der Technik Maßanfertigung je nach Tier und dem jeweiligen Zoogelände – ‚vom Band‘ gibt es hier wenig. Umso wichtiger ist es, dass wir Zootechniker uns eng austauschen und vernetzt zusammenarbeiten“, erklärte Hans-Jürgen Schröder, Zooinspektor in Osnabrück. „Wir wollen alle gemeinsam für die Tiere, für die Mitarbeiter und unsere Besucher noch besser werden – da gibt es keine Geheimnisse untereinander“, so Schröder weiter. Bei der Tagung setzten sich die Zootechniker mit Fragen wie „Was passiert bei einem Stromausfall im Aquarium?“ auseinander. Vertreter verschiedener Zoos berichteten von neuen Gehegen und technischen Einrichtungen ihrer Zoos. „Besonders interessant war für uns der Zoo Karlsruhe, der die neue Elefantenanlage vorstellte – dieses ‚Mammutprojekt‘ steht uns ja auch noch bevor“, erklärte Zooinspektor Schröder. Im Fokus des Vortrags stand die Frage, wie Stahlpfosten „elefantensicher“ eingesetzt werden können: „Natürlich steht im Zoo das Tierwohl immer an oberster Stelle, dennoch müssen Einfriedungen von Gehegen sowohl für die Tiere und als auch für die Besucher sicher sein. Gleichzeitig sollen die Tieranlagen aber auch schön aussehen – da gibt es also viel zu beachten“, erklärt Schröder.

Hackschnitzelanlage unter die Lupe genommen

Eine sehr wichtige Rolle spielen bei den Zoos die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Energiesparen“. Als „Energiesparzoo“ bot sich der Zoo Osnabrück damit besonders für eine Führung in diesem Bereich an: Im Heizhaus des Zoos mit Hackschnitzelheizung und Blockheizkraftwerk, von dem aus sogar regenerative Wärme an das benachbarte Gebäude des Landkreises geliefert wird, berichtete Energieberater Frank Hanneken über das am Schölerberg umgesetzte Wärmekonzept und Energieeinsparmaßnahmen. Bereits vor neun Jahren hatte der Diplom-Ingenieur verschiedene Energiesparmöglichkeiten im Zoo Osnabrück ausfindig gemacht und nach und nach umgesetzt – mit Erfolg, denn mittlerweile weist der Waldzoo eine positive CO2-Bilanz vor. „In Zoos wird in ganz anderen Dimensionen gearbeitet: Wenn wir eine 70 Quadratmeter Wohnung heizen, ist das ja machbar. Aber ein Elefantenhaus mit 385 Quadratmetern Fläche – da muss man umdenken“, so Hanneken. Da Umwelt- und Naturschutz eine der zentralen Aufgaben von Zoos darstellt, stieß dieses Thema auf besonders viel Interesse unter den Zootechnikern. Mit viel neuem Wissen und neuen Ideen endete die Zootechniker-Tagung am Samstagmittag.


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