Klang-Passagen: Musikalische Szenen in der Osnabrücker Innenstadt

Musikalische Szenen in der Osnabrücker Innenstadt. Foto: Barbara Daiber, via Stadt Osnabrück

Osnabrück. Geigerinnen durchkämmen mit funkelnden Pizzikati die Tiefgarage, Bläser kommunizieren mit rufenden Motiven über vier Etagen eines Kaufhauses, Trommler bilden mit unnachgiebigen Rhythmen eine sich langsam vorschiebende Wand in der Fußgängerzone, Sängerinnen verlocken wie die mythischen Sirenen von exponierten Positionen aus.

Durch die Große Straße zieht eine skurrile Kapelle mit ihrem „Schrägen Marsch“: tönende Intermezzi, die in vielseitigen Formationen in der Einkaufsmeile und einigen Kaufhäusern erscheinen, um im nächsten Augenblick zu verschwinden und andernorts erneut aufzutauchen. Mal solistisch, mal als kleines, mal als großes Ensemble. Währenddessen thront ein Dirigent ohne Orchester zehn Meter über dem Nikolaiort und dirigiert nach einer Partitur von Willem Schulz die Wolken, die Passanten und imaginäre Sinfonien.

Solche musikalischen Szenen der besonderen Art werden sich am Samstag, 7. September, von 11 bis 16.30 Uhr in der Osnabrücker Innenstadt ereignen. Der Komponist Willem Schulz wird sich in Kooperation mit dem Projektbüro des städtischen Fachbereichs Kultur im Rahmen des Kulturextras „Klang“ in das allgemeine Geschehen in der Großen Straße mit neuer Musik und Performance einmischen. Hierfür hat er 16 Musikerinnen und Musiker aus dem In- und Ausland engagiert – Sängerinnen, Streicher, Bläser und Perkussionisten.

Am Nikolaiort spielt sich abschließend um 16 Uhr auch das Finale ab. Trompete, Saxofon und Posaune blasen von den Dachterrassen und Balkonen quer über den Platz, die Tuba tanzt unten ihr Solo, Sängerinnen und Streicher interagieren im Feld der Passanten bis schließlich die Kapelle mit ihrem „Schrägen Marsch“ wieder von dannen zieht.

Die Mitwirkenden sind Experten für Neue Musik, Jazz, Improvisation und Performance aus Berlin, Leipzig, Köln, Bielefeld und Maastricht. Der junge Dirigent Zachary Seely wiederum kommt aus New York und arbeitet zurzeit unter anderem in Leipzig.

Willem Schulz vom Kulturzentrum „Wilde Rose“ in Melle, der dieses Projekt in Kooperation mit dem Projektbüro des städtischen Fachbereichs Kultur durchführt, ist in Osnabrück kein Unbekannter. Er realisierte hier neben vielen kleineren Konzerten seit den 80er Jahren große Inszenierungen auf dem Markt, wie zum Beispiel die drei Osnabrücker Stadtmusiken „gestrichen“, „ATEM“ und „Moment Mal“ sowie die „Bodensinfonie“ anlässlich der Expo 2000, die „arche nova“ zum 350-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens und die „Stadtsinfonie“.

Die „Klang-Passagen“ werden gefördert durch den Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück, die Stiftung der Sparkasse Osnabrück, den Landschaftsverband Osnabrücker Land, die Firma Hoff und das Kulturzentrum Wilde Rose e.V. und unterstützt durch die Firmen L&T, Schäffer sowie Bergmann und Hoff.