Stadtbuslinien in Osnabrück bis Ende 2021 alle elektrisch

„Osnabrück ist deutschlandweit Vorreiter"

Haben den Ausbau der E-Bus-Partnerschaft besiegelt: (V.l.) Henk Coppens (CEO VDL Bus & Coach bv), Boris Höltermann (Geschäftsführer VDL Bus & Coach Deutschland GmbH), Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Dr. Stephan Rolfes (Stadtwerke-Mobilitätsvorstand). Foto: Stadtwerke Osnabrück, Bettina Meckel-Wolf

Osnabrück. Die Osnabrücker E-Bus-Partnerschaft wird ausgebaut: Die Stadtwerke haben die VDL Bus & Coach bv aus den Niederlanden auch als Systemlieferanten für die weiterführende Elektrifizierung des Nahverkehrs ausgewählt. VDL wird somit 49 weitere E-Gelenkbusse für die künftigen MetroBus-Linien nach Osnabrück liefern.

„Wir freuen uns, eine bereits bewährte und vertrauensvolle Qualitäts-Partnerschaft fortsetzen und ausbauen zu können“, betonten Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Stadtwerke-Mobilitätsvorstand Dr. Stephan Rolfes bei der offiziellen Bekanntgabe der Entscheidung – vor einem der bereits eingesetzten neuen E-Gelenkbusse. Im Dezember hatten die Stadtwerke die mittlerweile zweite europaweite Ausschreibung – dieses Mal für 49 Busse mitsamt dazugehöriger Ladeinfrastruktur – auf den Weg gebracht. VDL hatte sich bereits im ersten Vergabeverfahren 2017 durchgesetzt – und bekommt nun auch den Zuschlag für die zweite Großlieferung. Somit kommen alle 62 E-Gelenkbusse mitsamt Ladeinfrastruktur sozusagen „aus einer Hand“ und bilden dann die größte Elektrogelenkbusflotte Deutschlands.

Komplettes E-System

„Auch wir freuen uns natürlich sehr über den Zuschlag“, erklärte VDL-Geschäftsführer Henk Coppens. „Osnabrück ist deutschlandweit Vorreiter bei der Elektrifizierung des Nahverkehrs. Die Partnerschaft mit den Stadtwerken Osnabrück ist daher für uns von zentraler Bedeutung.“ VDL arbeitet dabei erneut mit dem Unternehmen Schaltbau Refurbishment aus Dinslaken zusammen: VDL baut die 49 batterieelektrischen Gelenkbusse, Schaltbau Refurbishment die Ladeinfrastruktur – bestehend aus jeweils bis zu zwei Schnellladestationen an den weiteren Bus-Endwenden sowie weiterer Ladepunkte auf dem Stadtwerke-Busbetriebshof. „Auch für uns ist es ein Meilenstein, unsere Expertise erneut einbringen zu dürfen“, ergänzte Schaltbau-Prokurist Dr. Stephan Nahmer.

Größere Batterien, keine Zusatzheizung

Die neuen 49 E-Gelenkbusse werden identisch mit denen sein, die bereits seit Ende März auf der Linie M1 zwischen Haste und Düstrup im Einsatz sind – mit zwei kleinen, aber entscheidenden Unterschieden: die neuen Fahrzeuge werden mit größeren Batterien bestückt und haben keine fossile Zusatzheizung mehr. „Alle E-Gelenkbusse können aber auf allen künftigen MetroBus-Linien eingesetzt werden“, betonte Stadtwerke-Mobilitätsvorstand Dr. Stephan Rolfes. VDL liefert die Fahrzeuge in zwei Chargen: 22 E-Busse kommen ab Sommer 2020 für die Linien M2 (Landwehrviertel – Hauptbahnhof) und M3 (Schinkel-Ost – Sutthausen – Hagen a.T.W.). Etwa ein Jahr später kommen 27 weitere E-Busse für die Linien M4 (Belm – Hellern/Ikea) und M5 (Dodesheide – Kreishaus / ggf. Georgsmarienhütte).

Positive 100-Tage-Bilanz

„Wir sind davon überzeugt, dass auch die weiteren E-Busse genauso gut unterwegs sein werden wie die ersten 13 auf der M1“, so Dr. Rolfes weiter. Seine „100-Tage-Bilanz“ seit dem M1-Betriebsstart Ende März fällt durchweg positiv aus: „Bis auf Kleinigkeiten so gut wie störungsfrei, zudem sauber, leise und komfortabel – die neuen E-Busse heben den Osnabrücker Nahverkehr auf ein neues Level.“ Rund 14.000 Kilometer hat jeder E-Gelenkbus durchschnittlich in den 100 Tagen auf der M1 zurückgelegt, der Durchschnittsverbrauch je Fahrzeug beträgt rund 1,5 Kilowattstunden (kWh) pro Kilometer. „Aber nicht nur wir sind sehr zufrieden – auch unsere Fahrgäste sowie viele Anwohner der M1-Strecke geben uns sehr positive Rückmeldungen“, betonte der Stadtwerke-Mobilitätsvorstand. „Das ist das Osnabrücker E-Gefühl – und so soll es weitergehen.“

Hintergrund: Elektrifizierung ÖPNV

Rund siebzig Millionen Euro beträgt das Gesamtinvest für die komplette Systemumstellung, mehr als fünfzig Prozent der Summe kann aus Fördermitteln gedeckt werden. Die sukzessive Elektrifizierung des Nahverkehrs in Osnabrück ist ein wesentlicher Baustein des gemeinsamen Projekts „Mobile Zukunft“ von Stadt und Stadtwerken Osnabrück. Hierzu gehören nachhaltige Mobilitätskonzepte, die Förderung der umweltfreundlichen Nahmobilität, Förderung der E-Mobilität sowie die Stärkung des Radverkehrs und die Förderung des ÖPNV.