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Osnabrücker Rat bewilligt temporäre Zuschusserhöhung für Zoo Osnabrück

Um die Attraktivität zu steigern und die Tierhaltung stetig zu verbessern, wie in der 2018 eröffneten Nordamerika-Tierwelt „Manitoba“, erhält der Zoo Osnabrück in Zukunft mehr Unterstützung durch die Stadt Osnabrück. Foto: Zoo Osnabrück (Svenja Vortmann)

Osnabrück. Die Zukunftsplanung im Zoo Osnabrück kann weitergehen: Dienstagabend beschloss der Rat der Stadt Osnabrück den Zoo für die nächsten 4 Jahre mit einmalig 2 Millionen Euro zu unterstützen. Dieses Geld benötigt der Zoo dringend, um letzte alte Tieranlagen zu sanieren sowie dringende Investitionsstaus aufzulösen und damit zukunftsfähig zu bleiben.
„Wir freuen uns sehr, dass sowohl Verwaltung als auch Politik die vielen Anstrengungen des Zoos sich zu finanzieren und seine wichtige Rolle für unsere Region mit dieser Entscheidung anerkennen. Sie helfen damit, den Zoo für die Zukunft attraktiv und überlebensfähig zu machen“, bedankt sich Zoogeschäftsführer Andreas Busemann bei der Stadt Osnabrück. Der Entscheidung vorausgegangen waren viele Gespräche mit Politik und Verwaltung, um die finanzielle Situation des Zoos transparent darzulegen. In Zusammenarbeit mit einem externen Finanzbeirat bestehend aus Experten aus Wirtschaft, Verwaltung und Hochschule zeigte sich, dass der Zoo ohne weiteren Zuschuss trotz sehr gutem Wirtschaften, einem in der deutschen Zoolandschaft einmaligen Sponsorennetzwerk, innovativem Marketing und vielen zusätzlichen Veranstaltungen in ernste finanzielle Schwierigkeiten gekommen wäre. Die Erneuerung letzter alter Anlagen wäre damit unmöglich gewesen.

Doch wie genau soll der Zuschuss nun verwendet werden?

„Zunächst müssen wir betonen, dass mit dem Zuschuss keine goldenen Zeiten im Zoo anbrechen – wir sind weiterhin auf die Unterstützung zum Beispiel durch unsere Sponsoren oder durch Spenden angewiesen und die finanzielle Lage bleibt gleichwohl angespannt. Auch mit der nun gewährten Unterstützung bleibt der Zoo Osnabrück im Vergleich einer der für die Kommune günstigsten Zoologischen Gärten Deutschlands.
Aber wir können nun die wichtigsten und notwendigsten Investitionen angehen. Wir erstellen aktuell dazu eine Liste, die wir nach Faktoren wie Tierwohl, Arbeitsbedingungen und Besucherattraktivität priorisieren“, erläutert der Geschäftsführer. Mit ganz oben auf der Liste steht bereits die Finanzierung des neuen Elefantenparks, damit die grauen Riesen mehr Platz erhalten, sowie die Erneuerung der Seelöwenanlage. Ebenfalls notwendig ist eine neue veterinärmedizinische Station, denn die bisherige ist in der Verwaltung untergebracht und für die Behandlung der Tiere benötigt der Zootierarzt dringend mehr Platz. „Die Stadt und ihre Bürger können auf jeden Fall sicher sein, dass das Geld gut im Sinne der Tiere, der Mitarbeiter und der Erhaltung des Zoos investiert wird“, betont Zoopräsident Reinhard Sliwka.

Hintergrund finanzielle Situation des Osnabrücker Zoos

Da der Zoo Osnabrück 1935 von Osnabrücker Bürgern als Verein gegründet wurde, gehört er nicht wie die meisten deutschen Zoos zur jeweiligen Stadt und wird auch nicht von der Stadt getragen. Dank der guten Zusammenarbeit erhielt der Zoo seit etwa 20 Jahren einen jährlichen Zuschuss von 700.000 Euro, der jedoch nach und nach für Investitionen für neue Tierwelten wie „Kajanaland“ in kommunal verbürgte Kredite umgewandelt wurde. In den letzten Jahren flossen so nur noch etwa 80.000 Euro jährlich an den Zoo Osnabrück – bei Gesamterlösen von über 8,5 Millionen Euro sowie Aufwendungen ohne Abschreibungen von circa 8 Million Euro. Zum Vergleich: Der Zoo Dortmund erhält aktuell 30 Millionen Euro für Investitionen, der Allwetterzoo Münster erhält rund 4 Millionen Euro jährlich für den laufenden Betrieb sowie zusätzliche 20 Millionen Euro für Umbauten in den nächsten Jahren.
Eine Vergleichsanalyse, die aktuell im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Osnabrück erstellt und im September veröffentlicht wird, zeigt sehr deutlich, dass der Zoo Osnabrück im bundesweiten Vergleich aufgrund seiner Unternehmensstrategie herausragend abschneidet. Der Zoo Osnabrück arbeitet demnach ausgesprochen wirtschaftlich und kann den laufenden Betrieb durch Besuchereintritte, Sponsoring, Spenden oder Pacht selbst tragen – eine Ausnahme in der deutschen Zoo-Landschaft. Allerdings ist im Budget kein hinreichender Spielraum mehr für Investitionen, was über kurz oder lang negativ auf Attraktivität und Besucherzahlen auswirken würde. So würde sich der Zoo zurückentwickeln und wegen fehlender Besucher oder neuer Auflagen in der Tierhaltung langfristig in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Der Finanzbeirat des Zoos, besetzt mit Experten aus Wirtschaft, Hochschule und Verwaltung, hatte ebenfalls festgestellt, dass der Zoo selbst kein weiteres Einnahmepotenzial hat, um das negative Betriebsergebnis von jährlich 500.000 Euro auszugleichen. Ohne einen weiteren städtischen Zuschuss könne der Zoo sich deswegen nicht langfristig für die Zukunft absichern. Gleichzeitig trage die Einrichtung viel Positives als Werbeträger oder Erholungs- und Bildungsort für die Region bei, so das Urteil des Beirats. Zusätzlich ermöglicht der Zoo Osnabrück regionale Wertschöpfungseffekte in Stadt und Landkreis Osnabrück von über 15 Millionen Euro jährlich.


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