Anspruchsvolle Übung in Bad Iburg: Drei eingeklemmte Personen und auslaufende Gefahrstoffe

Ein großes Trümmerfeld fanden die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Iburg und Glane vor. Foto: Stadtfeuerwehr Bad Iburg, Hengelbrock

Bad Iburg. Die Einsatzkräfte diverser Freiwilliger Feuerwehren aus dem südlichen Landkreis Osnabrück und Kräfte des Malteser Hilfsdienstes konnten sich am Dienstag bei einer unangekündigten Alarmübung beweisen.

Um bei Gefahrgutunfällen schlagfertig reagieren zu können, haben sich die Feuerwehren der Gemeinden Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Hilter und Glandorf in Form der Umweltgruppe Osning zusammengeschlossen. Die beteiligten Wehren sind jeweils mit ein bis zwei Fahrzeugen eingebunden und übernehmen feste Aufgabenbereiche innerhalb dieser Gefahrguteinheit.

Herausforderndes Szenario

Die diesjährige Übung wurde von der Ortsfeuerwehr Glane ausgerichtet. Die Osning-Gruppenführer Frank Hengelbrock und Stefan Scheckelhoff hatten in Zusammenarbeit mit den Führungskräften der Stadtfeuerwehr Bad Iburg und dem Abschleppunternehmen Winninghoff ein herausforderndes Szenario ausgearbeitet. Ebenfalls an der Durchführung beteiligt waren die Realistische Notfalldarstellung der Malteser Georgsmarienhütte mit ihren Verletztendarstellern und die Verkehrsakademie Münsterland mit einem Lkw.

Drei eingeklemmte Personen in zwei Fahrzeugen – Zwei Passanten stehen unter Schock

Das „Drehbuch“ der Übung sah zu Beginn einen Verkehrsunfall in der Niedersachsenstraße im Bad Iburger Stadtteil Sentrup vor. Dieser rief gegen 18 Uhr die Feuerwehren Bad Iburg und Glane sowie Rettungsdienst und Notarzt – dargestellt vom Malteser Hilfsdienst – auf den Plan. Drei eingeklemmte Personen mussten aus zwei Fahrzeugen befreit werden. In diesem Zuge wurde auch die Betreuung von Betroffenen geübt. Zwei Passanten hatten das Unfallgeschehen beobachtet und standen unter Schock.

Während der andauernden Rettungsarbeiten versuchte ein Lkw-Fahrer, sein Gespann zu drehen, um die Unfallstelle zu umfahren. Bei den Rangierversuchen verrutschte die Ladung seines Anhängers, sodass flüssiges Gefahrgut austrat. Es galt nun, schnellstmöglich auf diese Belastungsprobe zu reagieren. Die Einsatzstelle wurde neu strukturiert und weitere Einsatzabschnitte gebildet. Für die nachrückenden Fahrzeuge wurde zudem ein Bereitstellungsraum eingerichtet. Von dort aus wurden die benötigten Kräfte zur Einsatzstelle geschickt und somit ein geregelter und übersichtlicher Einsatz der Umweltgruppe gewährleistet.

Standardmäßig wird bei Gefahrguteinsätzen großräumig abgesperrt. Vor dem Verlassen des Absperrbereichs müssen alle Personen in der Dekontaminationsdusche gereinigt werden. Foto: Stadtfeuerwehr Bad Iburg, Scheckelhoff

Feuer am Anhänger

Die erste Lageerkundung am Lkw gab Aufschluss über die auslaufenden Gefahrstoffe, sodass das weitere Vorgehen angepasst werden konnte, um die Leckage zeitnah abzudichten. Während der Arbeiten am Anhänger brach ein Feuer aus. Kunstnebel aus einer Nebelmaschine breitete sich aus und forderte ein erneutes Umdenken der Führungskräfte. Löschmaßnahmen wurden ergriffen und die Gefahrgutbehälter gekühlt. Im Anschluss an die Brandbekämpfung konnten die restlichen Gefahrstoffe aufgefangen und die restliche Ladung gesichert werden. Zwei Stunden nach der Alarmierung konnte die Übung erfolgreich beendet werden.

Während sich alle Beteiligten bei einem gemeinsamen Abendessen stärken konnten, wurde die Übung noch einmal zusammengefasst. Die Übungsschwerpunkte beinhalteten das schnelle Reagieren auf sich ändernde Einsatzlagen, fehlerfreies Erkunden der Gefahrstoffe und die Umsetzung und Festigung zuvor trainierter Abläufe. Etwa 140 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Neben den rund 20 Fahrzeugen der beteiligten Feuerwehren waren die Malteser Hagen und die Malteser Georgsmarienhütte mit zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug eingesetzt.

Die Führungskräfte und Übungsbeobachter werden bei einer Nachbesprechung in den kommenden Wochen ein Fazit ziehen und auf etwaige Fehler bzw. Problemquellen reagieren.