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Kultur

Der Kunstpreis Osnabrück 2017 geht an Frank Gillich

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Am 2. April wurde erstmals der Kunstpreis Osnabrück verliehen. Die Jury vergab den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis an Frank Gillich. Der Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro wurde an Franziska Schmitz verliehen. Die Künstlerin Hiltrud Schäfer wurde von der Jury mit einer besonderen Würdigung für viele Jahre kontinuierliche, engagierte und leidenschaftliche künstlerische Arbeit besonders gewürdigt.
 

Hauptpreis Frank Gillich

Die Jury vergibt den Hauptpreis des Osnabrücker Kunstpreises 2017 an Frank Gillich.
Der Künstler Frank Gillich schreibt über seine Zeichnungen, es seien „keine Übersetzungen aus dem Vorstellungsraum und auch keine Übertragungen aus der Gegenstandswelt“, sondern körperliche Aktionen. Zitat: „Der Körper zeichnet.“
Es sind also Spuren eines performativen Akts, die auf 150cm x 120cm mit Zeichenkohle auf Papier festgehalten wurden. Kreuz und quer wischen kurze Kohlestriche über das Blatt und fassen sich doch zu einem säuberlich begrenzten rechteckigen Feld. Je näher man tritt, desto mehr verschlingt einen das Gestrüpp aus schwarz-weißen Linien. Die lose Überlagerung mehrerer Schichten zwischen Ordnung und Verwirrung changierender Strukturen öffnet eine dreidimensionale Tiefe, die beinahe selbst in Bewegung zu geraten scheint. Es sind lebendige Strukturen in monochromer Schlichtheit eingefasst. Stille und Bewegung zugleich. Erst aus einer entfernten Perspektive erinnern sie an konkrete Aspekte, die der Fantasie des Betrachters überlassen bleiben. Eine in jeder Hinsicht zeitgemäße Reflektion unserer derzeitigen Welt.
Der Bildhauer, Maler und Zeichner Gillich Frank, Jahrgang 1963, studierte Kunstwissenschaft und Philosophie an der Universität Osnabrück und arbeitet als freischaffender Künstler und Dozent.

Förderpreis Franziska Schmitz

Die Jury vergibt den diesjährigen Förderpreis des Osnabrücker Kunstpreises 2017 an Franziska Schmitz.
Die Jury beschloss, den Förderpreis an eine junge Künstlerin zu vergeben, die sich in einem künstlerischen Genre versucht, das nicht nur ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint, sondern auch durch sein umfangreiches kunstgeschichtliches Erbe junge Künstlerinnen und Künstler in diesem Feld auf besondere Weise fordert.
Ernste Gesichter blicken den Betrachter aus den drei großformatigen Portraits entgegen. Mit groben Pinselstrichen ist ein Schimmer von Verletzlichkeit und Einsamkeit den Figuren hinzugefügt. Die schlichten Titel „1935“, „Adam“ und „Verlobung“ verweisen auf eine undeutliche Historie, die mit den in dunklen Farbtönen gehaltenen Portraits eine oszillierende Verbindung eingeht.
Franziska Schmitz Porträts basieren auf einer langjährigen Auseinandersetzung mit einer Sammlung alter Fotografien, die von verstorbenen Menschen zurückgelassen wurden.  Ohne persönliche Beziehung zu den abgebildeten Personen übersetzt sie die Fotografien in eine Malerei, welche die Anonymität und Vergänglichkeit dieser Menschen mit lakonischer Melancholie sichtbar werden lässt.

Über Franziska Schmitz

Franziska Schmitz, Jahrgang 1995, studiert im sechsten Semester Kunst & Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück und hat die praktisch-methodische Bachelorprüfung in den Bereichen Malerei und experimenteller Film abgeschlossen.

Besondere Würdigung von Hiltrud Schäfer

Die Jury spricht Hiltrud Schäfer ihre besondere Anerkennung für das seit über 40 Jahren im Raum Osnabrück währende Engagement als Künstlerin und Lehrende aus. Ihre über viele Jahre kontinuierliche, engagierte und leidenschaftliche künstlerische Arbeit hat die Jury überzeugt.
Hiltrud Schäfer, Jahrgang 1937, zeigt in ihren präsentierten Arbeiten eine intensive Auseinandersetzung mit dem Material Papier als „starkes und verletzliches“ Material zugleich, das sie mit flächigen Musterstrukturen und gekritzelten Bildzeichen bemalt. Die rätselhaften Titel wie „Cliffhanger“ und „Schwarzbuch“ laden den Betrachter zu freien Assoziationen ein.

Die Jury

Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen,
Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, ehemaliger Direktor der Kunsthalle Bremen und u.a. Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste in Berlin
Dr. Ulrike Hamm, Vorsitzende des Vorstands des Museums- und Kunstvereins Osnabrück,
Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer, Professorin für zeitbasierte Kunst an der Universität Osnabrück
Nils -Arne Kässens, Direktor des Kulturgeschichtlichen Museums/Felix-Nussbaum-Hauses, in der Nachfolge von Frau Dr. Eva Berger, ehemalige Direktorin des Museums.

 

Über den Kunstpreis Osnabrück

Der Kunstpreis Osnabrück für regionale Kunst wurde vom Museums- und Kunstverein Osnabrück e. V. (MuK) eingerichtet und wird maßgeblich von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur gefördert.

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