Comeback nach 14 Jahren: Christopher-Street-Day in Osnabrück mit rund 1.300 Teilnehmenden

Veranstalter zufrieden

Osnabrück. Nach vielen Jahren fand am Samstag erstmals wieder ein Christopher-Street-Day (CSD) in Osnabrück statt. Unter dem Motto „Osnabrück ist bunt“ kamen rund 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um sich dem politischen Demonstrationszug anzuschließen und die Osnabrücker Vielfalt zu feiern.

„Wir freuen uns riesig, dass so viele Menschen gekommen sind, um sichtbar zu werden und Osnabrück in bunter Vielfalt zu zeigen“, sagt Rebecca Herzberg, Veranstaltungsleiterin vom Netzwerk der Vielfalt. Der Osnabrücker Christopher-Street-Day war dabei eine doppelte Premiere: Es war nicht nur der erste große in Osnabrück, sondern auch der erste CSD in Deutschland in diesem Jahr. Der Demonstrationszug zog über den Neumarkt zur Bühne auf dem Marktplatz. Auf dem Domhof wurde in einer Gedenkminute der Opfer von Trans- und Homophobie gedacht. Die offizielle Vertretung des Oberbürgermeisters Volker Bajus (Ratsfraktion Die Grünen) zeigte sich in seiner Rede sehr bewegt von der Größe der Veranstaltung und sprach von einem wichtigen Tag für Osnabrück: „Ein CSD als Zeichen der Toleranz, Akzeptanz und Weltoffenheit gehört in jede größere Stadt.“

Comeback nach 14 Jahren: Christopher-Street-Day in Osnabrück mit rund 1.300 Teilnehmenden - Foto: osna.live-Video
Foto: osna.live-Video

Im wichtigen politischen Part des Tages stellte das Netzwerk der Vielfalt klare Forderungen an die Politik, unter anderem eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes, dem Grundrecht der Gleichbehandlung, um „die sexuelle Identität“, eine verbesserte rechtliche Stellung von Regenbogenfamilien und eine Überarbeitung des Transsexuellengesetzes. „Es gibt noch viel zu tun“, stellte Herzberg vom Netzwerk der Vielfalt in ihrer Rede heraus, „und solange bis bunte Vielfalt nicht mehr politisch, rechtlich oder gesellschaftlich diskriminiert wird, müssen wir auf die Straße gehen und Flagge zeigen.“ Die bereits seit Freitag gehisste Regenbogenfahne am Rathaus ist dabei ein wichtiges Zeichen der Sichtbarkeit von LSBTI, ein Zeichen von Toleranz und des Miteinanders der Stadt Osnabrück und der Community.

Traditionell geht es bei den Veranstaltungen in Anlehnung an die amerikanischen Aufstände in der Christopher Street in New York vor 50 Jahren aber nicht nur darum, auf Ungleichbehandlung und Diskriminierung von LSBTI aufmerksam zu machen, sondern auch darum, gemeinsam mit Osnabrückern zu feiern. So gab e3s neben einem gastronomischen Angebot und Mitmach-Aktionen auch ein Show- und Musikprogramm. Auf der Bühne waren unter anderem Dorf Diva Travestie Ottilie, die Musikband Two Hearts in Ten Bands und Travestiekünstlerin Betty D. Fort als Moderatorin zu sehen.