Confiseriehersteller Leysieffer meldet nach 110 Jahren Insolvenz an

350 Mitarbeiter betroffen

Foto: Henning Hünerbein

Osnabrück. Der bundesweit bekannte Confiseriehersteller Leysieffer hat Insolvenz angemeldet. Von der Zahlungsunfähigkeit sind 350 Mitarbeiter betroffen, davon etwa ein Drittel am Stammsitz in Osnabrück. Das teilte das Unternehmen auf der Facebook mit.

Vor dem Amtsgericht wurde am Dienstag ein Antrag auf Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt. In einer Mitteilung informierte das Familienunternehmen über die Krise, ohne auf die Gründe der Zahlungsunfähigkeit einzugehen. Rechtsanwalt Joachim Walterscheid aus Bad Oeynhausen werde als erfahrener Sanierungsexperte das Unternehmen durch das gerichtliche Sanierungsverfahren führen, teilte die Firma darin mit.

Jan Leysieffer bleibe als Geschäftsführer im Amt und sei auch „voll handlungsfähig“, heißt es in der Erklärung, der Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens laufe uneingeschränkt und in vollem Umfang weiter. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien auf einer Betriebsversammlung über das Verfahren und die weiteren Schritte informiert worden.

Ihre Löhne und Gehälter würden durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Mai 2019 gesichert. Die Pressemitteilung zitiert den mit der Sanierung beauftragten Rechtsanwalt Joachim Walterscheid mit den Worten: „Tradition und die Herstellung von hochwertigen Qualitätsprodukten ist heute leider kein Erfolgsgarant mehr, daher nutzt das Unternehmen die Chancen einer nachhaltigen Sanierung“.

Leysieffer hat sich mit der Herstellung hochwertiger Confiserieerzeugnisse einen Namen gemacht. Zum Unternehmen gehören Confiserien, Bistros und Cafés an fast 30 Standorten in Deutschland. Auch in Peking gibt es eine Filiale. Das Osnabrücker Familienunternehmen besteht seit 1909. Seit Ende 2003 wird es in vierter Generation von Jan Leysieffer geführt.