Fast 1.000 Menschen singen im Zoo für die Osnabrücker Löwen

1. Open-Air Rudelsingen im Zoo Osnabrück voller Erfolg

Fast 1.000 Menschen kamen zum „1. Open-Air Rudelsingen“ in den Osnabrücker Zoo und sangen zugunsten der neuen Löwenanlage tierische Hits in der besonderen Umgebung. Foto: Zoo Osnabrück (Svenja Vortmann)

Osnabrück. Gut gebrüllt: Das „1. Open-Air Rudelsingen“ lockte am gestrigen Donnerstagabend, 21. Juni, insgesamt 992 Menschen in den Zoo Osnabrück – die Veranstaltung war damit so gut wie ausverkauft.

Gemeinsam sangen die Teilnehmer tierische Hits zwischen Tigern, Affen und Co. und unterstützten damit das Osnabrücker Löwenrudel. Der Reinerlös der ersten Open-Air Version des Kultformats in Osnabrück geht an den Verein „Löwen für Löwen“, der Geld für die neue Löwenanlage sammelt.

„In the jungle, the mighty jungle the lion sleeps tonight“ hallte es am Donnerstagabend ab 20 Uhr über den Schölerberg. „Das war ein echter Gänsehaut-Moment, als die insgesamt 992 Sänger gemeinsam in dieser besonderen Location die ersten Lieder anstimmten. Auch mit dem Wetter hatten wir Glück: Nur in der Pause regnete es kurz und anschließend sangen wir unter dem Regenbogen“, erzählt Dr. Claudia Haarmann, Vorstandsmitglied des Vereins „Löwen für Löwen“, der für die Osnabrücker Löwen Spenden sammelt und von dem Benefiz-Rudelsingen profitiert. Das „1. Open-Air Rudelsingen“ im Zoo Osnabrück war gleich eine doppelte Premiere: Zum ersten Mal fand das Kultformat „Rudelsingen“ in der Region unter freiem Himmel statt und zusätzlich war die tierische Umgebung des Zoos neu: „Das Rudelsingen gibt es in Osnabrück bereits seit 2011, bislang haben wir hier jedoch immer nur ‚indoor‘ gesungen. Deshalb war es für uns besonders spannend, wie die Veranstaltung im Zoo wohl ankommt“, erklärt David Rauterberg, Organisator und Erfinder des „Rudelsingens“. Die Resonanz war sehr positiv: Bereits vor der Veranstaltung wurden über 900 Karten verkauft, die Resttickets waren an der Abendkasse erhältlich. Ein ausverkauftes Haus ist beim Rudelsingen fast die Regel, allerdings mit weniger Teilnehmern: 300 bis 500 Hobby-Sänger kommen sonst je nach Location zusammen – darunter viele Stammgäste. „Ein Rudelsingen mit so vielen Teilnehmern wie im Zoo ist auch für uns immer wieder eine tolle Erfahrung und in dieser schönen Kulisse zu singen ist ein echtes Highlight“, beschreibt Rauterberg weiter. Auf einer Bühne vor dem Affentempel sorgten die Musiker vom „Team Rauterberg“ mit Klavier und Gitarre für die passende Begleitmusik. Die Liedtexte wurden auf einer großen LED Wand passend zum Mitsingen eingeblendet – ähnlich wie beim Karaoke.

Von schlafenden Löwen und Königen im Affenstall

Passend zu der außergewöhnlichen Kulisse zwischen den Zoobewohnern wurden neben aktuellen Charts und altbekannten Oldies viele tierische Hits zum Besten gegeben: Von Culture Clubs „Karma Chameleon“ über Songs aus dem Dschungelbuch bis zum beliebten Ohrwurm „Culture Clubs „Karma Chameleon“ sangen sich die Teilnehmer einmal quer durch die Tierwelt und schunkelten dabei gemeinsam im Takt der Musik vor dem Affentempel. Damit die tierischen Anwohner vom Gesang nicht in ihrer Nachtruhe gestört werden, bespricht sich der Zoo im Vorfeld von Veranstaltungen mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern. Das Wohl der tierischen Zoobewohner steht dabei für den Zoo Osnabrück immer an erster Stelle. So konnten Besucher ab 19 Uhr in den Zoo und vor dem Singen bei einem kleinen Rundgang noch einige aktive Tiere wie Vielfraße, Stachelschweine und Seelöwen beobachten, die Tierhäuser waren aber bereits geschlossen.

Ein Rudel singt für das andere

Aber nicht nur bei der Kulisse und der Songauswahl standen die Tiere im Fokus: Der Reinerlös des „1. Open-Air Rudelsingens“ im Zoo Osnabrück kommt ihnen sogar zugute, denn unterstützt wird der Verein „Löwen für Löwen“, der Spenden für die Vergrößerung der Löwenanlage im Zoo sammelt. Das freute auch Dr. Claudia Haarmann sowie Petra Knabenschuh vom Verein „Löwen für Löwen“, die selbst am Rudelsingen teilnahmen: „Das Wort ‚Rudel‘ steht für eine Gemeinschaft und genau das haben wir am Donnerstagabend erlebt. Knapp 1.000 größtenteils fremde Menschen sind zusammen gekommen, haben gemeinsam gesungen und dabei sogar noch etwas Gutes getan“, so Haarmann, „Das ‚Menschenrudel‘ hat quasi für das Löwenrudel gesungen.“ Die Osnabrücker Löwen werden künftig rund dreimal so viel Platz bekommen wie bisher – dann soll auch wieder Nachwuchs bei den Raubkatzen möglich sein. Dafür werden die Außenanlage und das Haus für insgesamt rund 1,6 Millionen Euro umgebaut. Zoopräsident Reinhard Sliwka erklärt, warum derartige Veranstaltungen so wichtig sind für den Zoo: „Mit den zusätzlichen Einnahmen können wir die Gehege unserer Tiere erneuern und vergrößern. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Zoos finanzieren wir uns fast ausschließlich von Eintrittsgeldern, Sponsoren und Spenden und erhalten kaum kommunale Zuschüsse – das ist sehr schwierig für einen Zoo.“ Für das Löwenrudel spenden kann natürlich jeder, egal ob Vereine, Privatperson oder Unternehmen. Weitere Infos dazu gibt es unter: www.zoo-osnabrueck.de/loewenfuerloewen.

Während das Löwenrudel vermutlich schon längst schlief, machten die Teilnehmer zum Abschluss des „1. Open-Air Rudelsingens“ im Zoo Osnabrück um 22 Uhr noch eine kleine emotionale Reise in die Kindheit mit Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ („Nessaja“) als Zugabe. „Nach dieser löwenstarken Premiere des Open-Air Rudelsingens im Zoo können wir uns gut vorstellen, dass das Kultevent auch künftig nochmal einen Abstecher an den Schölerberg macht“, blickt Sliwka in die Zukunft.