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Trotz Corona: Zoo Osnabrück will ab 8. März wieder öffnen

Foto: Zoo Osnabrück

Osnabrück. Die zoologischen Gärten und Tierparks in Niedersachsen wollen ab dem 8. März wieder öffnen. Gestern (22. Februar) haben sich auf Initiative des Zoo Osnabrück mehrere niedersächsische Tierparks und Zoos mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann über Öffnungsperspektiven, Infektionsschutz und die wirtschaftliche Perspektive der Parks ausgetauscht. Am 3. März berät die Ministerpräsidentenkonferenz über neue Öffnungsperspektiven.

Bereits vor einigen Wochen war Andreas Busemann, Geschäftsführer des Zoo Osnabrück, auf seine niedersächsischen Kollegen aus anderen Zoos und Tierparks zugegangen. Das Ziel: Ein gemeinsames Vorgehen, um in der Politik für die Öffnung der Tierparks und Zoos zu werben. Am vergangenen Montag haben sich dann die Geschäftsführer der Zoos Hannover und Osnabrück, des Wildparks Schwarze Berge und der Vorsitzende sowie der Geschäftsführer des deutschen Wildgehege-Verbands mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Althusmann getroffen.

„Wir sind sehr froh über das virtuelle Treffen”, berichtet Andreas Busemann. „Herr Althusmann hat sich sehr verständlich gegenüber unserer Lage und dem Wunsch nach einer schnellen Öffnung gezeigt. Das hatten wir zwar auch erwartet, schließlich hat das Land Niedersachsen vielen Zoos und Tierparks bereits finanziell unter die Arme gegriffen, aber es beruhigt, dass unsere Sorgen und Nöte ernst genommen werden.” Neben dem finanziellen Druck, der nach bald viermonatiger Schließung der Parks zweifellos auch trotz der Unterstützung des Landes hoch ist, wurden in dem Gespräch auch andere Argumente ausgetauscht, die für eine baldige Öffnung der Zoos sprechen. „Bisher wurden wir von der Politik in derselben Kategorie wie Museen behandelt”, sagt Busemann. „Mit Blick auf den Infektionsschutz ist das allerdings überhaupt nicht sinnvoll, denn Museen sind in den meisten Fällen geschlossene Gebäude, während Zoos weitläufige Outdoorgelände haben, ganz ähnlich wie in öffentlichen Parks, die ja auch nicht geschlossen sind.”

Ausgefeilte Hygienekonzepte und eine Perspektive für Familien

Anders als in öffentlichen Parks oder in den nahegelegenen Wäldern, die insbesondere am Wochenende teils sehr stark frequentiert sind, lassen sich Besucherströme in Zoos besser kontrollieren und lenken, wie auch Dr. E.h Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., betont. „Wir haben bereits nach dem ersten Lockdown Anfang 2020 unser Wegenetz durch Einbahnstraßen so gestaltet, dass sich die Menschen möglichst nicht entgegenkommen, sondern auf einem Rundweg nur in eine Richtung gehen. Außerdem können wir Personal bereitstellen, das an Engstellen darauf achtet, dass die Abstände eingehalten werden.

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Auch eine generelle Maskenpflicht auf dem Gelände wäre einfach umsetzbar und überprüfbar.” Zoos könnten so auch zu einer Entlastung für Familien werden, denen es mit ihren Kindern an Ausflugszielen mangelt und die in den Osterferien voraussichtlich auch nicht in den Urlaub fahren können. Damit vor allem in der besucherstarken Zeit um Ostern die Hygienekonzepte nahtlos ineinandergreifen, ist eine Vorlaufzeit für die Zoos wichtig. „Aus unseren Erfahrungen nach dem ersten Lockdown haben wir gelernt, unser Hygienekonzept getestet und immer wieder angepasst. Nach der langen Schließung im Winter müssen wir die bewährten Maßnahmen nun wieder in die Praxis bringen. Wenn wir ein paar Wochen vor Ostern öffnen, haben wir dafür genug Zeit, bevor die besucherstarke Zeit mit den Feiertagen, im Frühling und im Sommer beginnt”, so Brickwedde.

Finanzielle Lage spitzt sich weiter zu

Aus Sicht der Zoos besteht aber auch ein hoher finanzieller Druck, bald wieder öffnen zu dürfen. „Egal, wie sich ein Zoo finanziert, auf die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sind wir alle angewiesen”, erklärt Busemann. „Wir können unsere Mitarbeiter nicht einfach in Kurzarbeit schicken, denn die Tiere müssen schließlich immer versorgt werden. Bei fast allen Zoos und Tierparks neigen sich die finanziellen Reserven dem Ende zu, oder sie sind bereits aufgebraucht. Sollten wir nicht bald wieder öffnen dürfen, besteht bei vielen Zoos die Gefahr dauerhafte infrastrukturelle Schäden davon zu tragen, oder es droht gar die Insolvenz.”

13.000 Euro koste die Versorgung der Tiere jeden Tag im Zoo Osnabrück. Es sprechen somit viele Gründe dafür, die Zoos und Tierparks bald wieder zu öffnen. Wirtschaftsminister Althusmann sicherte zu, die Wünsche aus dem Gespräch mit den Geschäftsführern der Parks an Ministerpräsident Weil weiterzugeben, sodass auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März eine einheitliche Entscheidung getroffen werden kann. Auch ein offener Brief des Verbands der Zoologischen Gärten e.V. an Bundeskanzlerin Angela Merkel erhöht den Druck auf die Politik. Immerhin: In den Bundesländern Berlin, Saarland, Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben die Zoos bereits wieder geöffnet. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern folgen am 1. beziehungsweise 7. März. Es wäre kaum verständlich, wenn sich Niedersachen diesem Kurs nicht auch anschließt, so Busemann.

PM/Zoo Osnabrück

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