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Umgestaltung des Neumarktes beginnt

Foto: Henning Hünerbein

Osnabrück. Die Entwicklung am Neumarkt wird in den nächsten Wochen in eine neue Phase eintreten. Nach dem Beginn der Arbeiten am sogenannten Baulos 2 vor H&M wird die Stadt Osnabrück in den nächsten Monaten mit der Neugestaltung des öffentlichen Raumes beginnen.
Der Startschuss hierfür ist die europaweite öffentliche Ausschreibung, mit der die Stadt Tiefbaufirmen zur Umsetzung der Pläne des Berliner Büros Lützow 7 sucht. Das Büro Lützow 7 hatte im Jahr 2013 mit seinem Entwurf zur Oberflächengestaltung des Neumarktes einen hochkarätig besetzten freiraumplanerischen Wettbewerb gewonnen und arbeitet seitdem gemeinsam mit dem Ingenieurbüro bpr aus Osnabrück daran, diese Planungen, die durch eine Brunnenanlage auch die Aufenthaltsqualität erhöhen sollen, zu realisieren.
Dabei standen die Planer vor großen Herausforderungen. So ist die gewählte, farblich strukturierte Betonbauweise einerseits ungewöhnlich aber in Bezug auf die hohe Belastung des Neumarktes und der Johannisstraße durch den Busverkehr Garant für Langlebigkeit. Neben der Bauweise stellt vor allem die Entwässerung der mehr als 6000 m² großen Fläche eine Herausforderung dar, die die Planer lösen mussten. „Jetzt haben die Planungen die notwendige Qualität und Reife, um auf dieser Basis ein Bauunternehmen zu suchen, um die zentrale und bedeutendste Fläche im Herzen der Stadt attraktiver zu gestalten.“ sagt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

Grafik: Unibail-Rodamco-Westfield Group/Kadawittfeld


„Wenn das Vergabeverfahren optimal läuft, können wir noch im August mit dem Bau beginnen“, sagt Ralf Lieder, Leiter des Fachdienstes Verkehrsanlagen, der die Realisierung mit seinem Team begleiten wird. Die Planer haben in den vergangenen Monaten noch an vielen verschiedenen Puzzleteilen gearbeitet. So mussten zum einen die Planungen zur Umgestaltung des öffentlichen Raumes mit den angrenzenden privaten Bauvorhaben koordiniert werden. Zum anderen ging es darum, die Durchlässigkeit des Neumarktes für den Busverkehr so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, um kostenträchtige und zeitintensive Umleitungen zu vermeiden.
Herausgekommen ist ein Bauzeitenplan, der die Umsetzung in verschiedenen Phasen vorsieht. Zunächst soll die Umgestaltung in der Johannisstraße sowie auf der südlichen Seite des Neumarktes vor dem Landgericht und dem zukünftigen Einkaufszentrum beginnen. Danach weitet sich die Baustelle in Richtung Norden aus. Erst mit der Gestaltung der Fläche vor dem Gebäude der VGH im Kreuzungsbereich Neuer Graben und Lyrastraße wird es zu einer vier- bis sechsmonatigen Vollsperrung des Neumarktes kommen müssen, da hier nicht mehr die notwendigen Fahrbahnbreiten für die Aufrechterhaltung des Busbetriebs vorgehalten werden können. Für den motorisierten Individualverkehr wird die Einschränkung der Durchfahrbarkeit bereits mit Beginn der Bauarbeiten gelten. Lediglich Radfahrer können dann gemeinsam mit den Bussen den Neumarkt befahren.
Damit der Busverkehr für die gesamte Bauzeit am Neumarkt möglichst reibungslos funktioniert, ist aber eine Verlegung der zentralen Bushaltestelle notwendig. Hierzu wird im Bereich Lyrastraße, Neuer Graben sowie Alte Münze eine provisorische Zentralhaltestelle geschaffen. Um die Erreichbarkeit der Innenstadt auch von Osten sicherzustellen wird ein zusätzlicher Halt an der Wittekindstraße eingerichtet.
Nach etwa 14 Monaten Bauzeit soll die Durchlässigkeit des Neumarktes wiederhergestellt sein. Danach werden sich die Arbeiten zur Platzgestaltung auf den Bereich des zukünftigen Busterminals und des Platzes gegenüber dem Landgericht konzentrieren, wo auch die Brunnenanlage entstehen soll. „Ob dann auch wieder Autos über den Neumarkt fahren werden, liegt allerdings in der Hand der Gerichte, die über die Rechtmäßigkeit der Teileinziehung des Neumarktes entscheiden müssen“ ergänzt Dr. Claas Beckord vom Projektmanagement Neumarkt.

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