Feuerwehrauto, Kutsche, Skisprungschanze: Kinder präsentieren ihre Seifenkisten

Rennen des Gemeinschaftszentrums Ziegenbrink findet zum 18. Mal statt

Bereit für das Rennen: Viele der jungen Fahrerinnen und Fahrer haben ihre Seifenkisten zusammen mit ihren Eltern und Großeltern gebaut. Foto: Stadt Osna­brück, Simon Vonstein

Osnabrück. Ein Ford Mustang gegen eine Pferdekutsche: Was nach einem ungleichen Zweikampf klingt, kann durchaus zu einem Duell auf Augenhöhe werden, wenn am Himmelfahrtstag, Donnerstag, 10. Mai, zum 18. Mal das große Seifenkistenrennen des Gemeinschaftszentrums Ziegenbrink stattfindet. Einige junge Erbauer und Piloten haben ihre schnittigen Rennwagen am Freitag im Gemeinschaftszentrum vorgestellt.

„Einige Kinder kamen schon mit genauen Vorstellungen, andere mussten erst noch Ideen entwickeln“, sagt Andrea Krüßel, Leiterin des Gemeinschaftszentrums. Sie begrüßte bei der Präsentation neben den Kindern auch viele Eltern und Großeltern sowie einige der insgesamt 63 Sponsoren des Rennens und eine Abordnung des Technischen Hilfswerks (THW). Das THW wird am Renntag mit 150 Helfern dafür sorgen, dass rund um das Rennen alles reibungslos funktioniert.

An den Start gehen die jungen Rennfahrerinnen und Rennfahrer in Ein- oder Zweisitzern. Der zehnjährige Jona und sein ein Jahr älterer Freund Tobias werden in einem Feuerwehrauto den Hauswörmannsweg bergab sausen. Ihr Fahrzeug ist bereits fertig und sogar mit einem – selbstverständlich funktionsfähigen – Blaulicht ausgestattet. Dass sie ein Feuerwehrauto bauen möchten, war den beiden Freunden schnell klar. „Ich bin in der Freiwilligen Feuerwehr“, sagt Jona. Anders als dort darf er beim Seifenkistenrennen selbst ans Steuer. Jona und Tobias haben sich vorgenommen, abwechselnd vorne zu sitzen. In die Fahrkünste des jeweils anderen haben sie vollstes Vertrauen.

Sportlich kommt der blaue Ford Mustang von Fabio daher. Der zwölfjährige Autofanatiker, der sich vorstellen könnte, später einmal einen Mustang mit Motor unter der Haube zu fahren, hat das Fahrzeug zusammen mit seiner Mutter und seinem Großvater gebaut.

Während Feuerwehrauto und Sportwagen auf der Straße kein ungewöhnliches Bild abgeben, ist die Skisprungschanze mit einer Figur von Eddie the Eagle auch unter den Seifenkisten ein Exot – genau wie es der britische Skispringer, dem sie gewidmet ist, war. Am Steuer der Kiste wird Annis sitzen. Die Elfjährige hat zwar keine Rennerfahrung, aber auch keine Angst. „So ganz genau weiß ich noch nicht, wie ich die Seifenkiste am besten steuern kann, aber ich freue mich auf das Rennen“, sagt sie.

Die Vorfreude ist auch Wolfgang Beckermann anzusehen, für den es das zweite Seifenkistenrennen als Zuschauer sein wird. „Als ich im vergangenen Jahr hier war, konnte ich mir darunter kaum etwas vorstellen“, gibt der Stadtrat zu. „Erst als ich es gesehen habe, begriff ich, warum die Begeisterung dafür so groß ist.“ Auch auf das kommende Rennen freut sich Beckermann und betont, dass er sich wegen des Wetters keine Sorgen mache, weil dies am Renntag traditionell gut ist.